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Gewicht, Muskeln, Blutdruck…

Was passiert im Körper, wenn man aufhört zu trainieren?

Kommt es im Urlaub ohne Besuch im Fitness-Studio schon nach kurzer Zeit zum Muskelabbau? Eher nicht, erklärt FITBOOK.Foto: Getty Images

Sport macht einen großen Teil Ihres Alltags aus? Dann ist es ja klar, dass sich zunächst mental und im nächsten Schritt auch körperlich etwas verändert, wenn Sie plötzlich nur noch auf der faulen Haut liegen. FITBOOK erklärt es genauer.

Viele Sportler und Fitness-Fans treibt gerade jetzt zur Ferienzeit eine große Sorge um: Was passiert mit meiner mühsam antrainierten Ausdauer, meinem makellosen Sixpack oder meiner Leistung beim Bandrücken, wenn ich zwei Wochen in den Urlaub fahre, kein Gym zur Verfügung steht und auch lange Einheiten beim Laufen oder auf dem Rad flach fallen? War alles umsonst, und man muss nachher wieder bei Null anfangen? 

Trainingspause – okay oder nicht? 

Ganz so dramatisch ist es nicht, wie Prof. Stephan Geisler, aka der Fitnessprof, weiß:  „Viele verkrampfen völlig, wenn es ums Thema Trainingspause geht.“ Die Gedanken würden ständig nur um eins kreisen: „Man muss weiter trainieren! Man muss, man muss..“ So sei es aber nicht, sagt Geisler. Es ist okay, mal ein oder zwei Wochen nicht zu trainieren. Und mehr noch: Es ist sogar ganz wichtig. Ohne Phasen der Regeneration kein Trainingserfolg. Nicht umsonst gibt es die schöne Sportler-Weisheit: „In der Pause wächst der Muskel!

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Warum Sie nach ein bis zwei Wochen Pause wieder trainieren sollten

Nach dem Urlaub wird es aber wieder Zeit, den Muskeln Reize zu setzen und zurück zur Workout-Routine zu finden. Denn jeder sollte sich bewusst sein, dass bei einer Trainingspause von (zu) langer Dauer Veränderungen im Körper stattfinden können. Negative Veränderungen. Welche genau, fasst FITBOOK zusammen.

Das passiert, wenn Sie aufhören zu trainieren

1. Sie haben schlechtere Laune

Wer es gewohnt ist, regelmäßig zu trainieren, wird vermutlich schon nach ein paar Tagen ohne Workout eine gewisse Unausgeglichenheit oder gar einen Stimmungsabfall feststellen. Das kommt nicht von ungefähr. Wussten Sie, dass körperliche Ertüchtigung einen Teil der Therapie von Depressionen ausmacht? Beim Sport werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die auch als Glückshormone bezeichnet werden. So kann es bereits kurzfristig für Abhilfe sorgen, wenn man bei schlechter Laune eine Runde joggen geht. Und: Je häufiger und intensiver man Sport treibt, desto stärker und nachhaltiger die Ausschüttung von Glückshormonen – und umso größer folglich der Effekt aufs Gemüt. Nun den Sport an den Nagel zu hängen, würde sich mit einem umso steileren Stimmungstief rächen. 

Von einer allzu langen Trainingspause würde daher auch die American Psychological Association abraten. In einem Beitrag des Fachverbands kommt Professor Michael W. Otto zu Wort. Er forscht viel zum Thema Sport und Gemütslage – und weiß auch, welche Gefahren eine zu lange Trainigspause mit sich bringen kann. Zahlreiche epidemiologische Daten wiesen darauf hin, dass „sportlich aktive Menschen, die plötzlich damit aufhören, neigen zu Depressionen als solche, die ihre Trainingsroutine aufrechterhalten“, so Otto.

2. Sie nehmen zu

Wenn jemand mehrmals pro Woche Sport treibt, verbrennt er auf die Woche gerechnet eine bestimmte Anzahl an Kalorien. Während der Trainingspause werden logischerweise weniger Kalorien verbrannt. Die durch die Nahrung zugeführte – und nicht verbrauchte – Energie setzt bald an. Der Prozess beginnt unmittelbar, wenn mehr Kalorien zugeführt als verbrannt werden. Wann das Ganze an Hüfte, Po oder Bauch sichtbar wird, ist sehr individuell. 

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Auf die Dauer drohen zudem ernstere Folgen für den Stoffwechsel. Beim Sport und anderen Formen körperlicher Anstrengung gelangt Zucker in die Zellen – ein wesentlicher Prozess, um die Muskeln zu aktivieren. Diabetiker profitieren von regelmäßigem Sport, da sie dadurch weniger Insulin benötigen, um ihre Zellen mit Zucker zu versorgen.

Umgekehrt kann sich eine zu lange Trainingspause oder negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Das Gleiche gilt, wenn man sich generell zu wenig bewegt oder auf einmal gänzlich mit dem Trainieren aufhört. Ohne Sport steigt auch beim (noch) gesunden Menschen die Wahrscheinlichkeit auf bspw. eine Insulinresistenz. Insulinresistenz ist eine Stoffwechselstörung, welche die Fähigkeit zur Umwandlung von Zucker in Energie nachhaltig beeinträchtigen kann. Das ist ungünstig für die Regulierung des Blutzuckerspiegels.

3. Die Muskeln schrumpfen

Wenn Sie zu lange Trainingspause machen oder ganz aufhören zu trainieren, werden Sie früher oder später Veränderungen an Ihren Muskeln bemerken. FITBOOK berichtete hier bereits über eine amerikanische Untersuchung mit Männern, die normalerweise regelmäßig trainierten. Bei ihnen hatten zwei Wochen „Detraining“ keine gravierenden Auswirkungen auf Muskelstärke und -größe gehabt.

Anders könnte es nach einem Monat aussehen. Das glaubt Physiologieexperte Jeremy Loenneke. Mögliche Veränderungen seien allerdings eher von quantitativer als qualitativer Natur. „Sie werden an Muskelmasse verlieren, aber die Kraft wird größtenteils erhalten bleiben“, erklärt er dem US-Magazin „Outside“.

4. Veränderungen des Blutdrucks (bei Vorbelasteten)

Von regelmäßigem Sport profitiert das Herz-Kreislauf-System, so viel ist bekannt. Hypertoniker (= Bluthochdruckpatienten) können durch das richtige Training in regelmäßigen Abständen ihren Blutdruck dauerhaft senken. FITBOOK geht in einem Beitrag zu Bluthochdruck und Kraftsport genauer auf das Thema ein.

Ist es vorbelasteten Personen jedenfalls gelungen, mit der richtigen Trainingsroutine ihren Blutdruck positiv zu beeinflussen, könnten sie diesen Erfolg durch zu lange Inaktivität wieder zunichte machen. Nach etwa zwei Wochen Inaktivität kommt es laut einer Studie der University of British Columbia (Kanada) zum Anstieg des Blutdrucks.

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Aber keine Sorge: Gesunde Personen haben keinen Blutdruckanstieg zu erwarten, nur weil sie mal zwei Wochen lang Trainingspause einlegen. Das versichert Fitnessprof Geisler.  „Für einen solchen Zusammenhang gibt es keine Anhaltspunkte.“

5. Der VO2max-Wert fällt ab

Der VO2max ist ein Richtwert für die bestmögliche Ausdauerleistung. Er gibt die maximale Sauerstoffaufnahme bei Belastung an – und vor allem, wie viel des Sauerstoffs der Körper effektiv verwertet. Der Fitnessprof hat es uns das Ganze hier genauer erklärt.

„Outside“ führt eine Arbeit des texanischen Physiologen Edward Coyle heran. Er hatte untersucht, wie sich der VO2max-Wert bei sportlich aktiven Menschen verändert, wenn sie plötzlich aufhören zu trainieren. „Nach 12 Tagen fiel er bei den Testpersonen um durchschnittlich sieben Prozent“, heißt es in dem Beitrag. Daraufhin blieb es für etwa zwei Wochen relativ stabil und nahm dann bis Tag 56 ohne Training noch mal um 14 Prozent. 84 Tage nach Aufgabe des Trainings war der VO2max um 16 Prozent gefallen.

Es sind also keine drastischen Veränderungen. Doch auch wenn „VO2max“ nach Profiniveau klingt, sollten vor allem Sportanfänger zu lange Trainingspausen vermeiden und somit, dass der Wert zu schnell wieder abfällt. „Dadurch könnte der Wiedereinstieg in den Sport schwerer fallen“, warnt Coyle.