Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für Fitness, Gesundheit und Ernährung
Frauengesundheit Training Alle Themen
Trainerin verrät

Effektives Training ab 40 – darauf sollten Frauen achten

Frau über 40 beim Training
Mit 40 verschiebt sich der Fokus beim Training zum aktiven Erhalt der Lebensqualität Foto: Franziska & Tom Werner
Artikel teilen
Anna Echtermeyer
Redakteurin

7. August 2026, 10:07 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Etwa ab dem 40. Lebensjahr unterliegt der weibliche Körper biologischen Veränderungen wie einem langsameren Stoffwechsel und sinkender Knochendichte, was eine Anpassung der Fitnessroutine erfordert. Einen Standardplan für Frauen ab 40 gibt es zwar nicht – aber generelle Tipps, wie Frauen in dieser Lebensphase ihr Training sinnvoll verschieben können.

Warum das Training für Frauen ab 40 einen neuen Fokus braucht

Ab dem 40. Lebensjahr verändert sich der weibliche Körper schleichend. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Muskelmasse nimmt ab und die Knochendichte sinkt. Während es bei den 30-Jährigen oft noch um Prävention geht, verschiebt sich der Fokus bei den über 40-Jährigen auf den Erhalt der Funktionsfähigkeit.

Ein wesentlicher Grund für diese Veränderungen ist der – oft schon in der Perimenopause – sinkende Östrogenspiegel. Östrogen ist entscheidend für den Erhalt von Muskelmasse und Knochendichte sowie für die Regeneration. Viele Frauen bemerken, dass sie trotz gleichbleibendem Training nicht mehr dieselben Ergebnisse erzielen oder sich nach intensiven Einheiten länger erschöpft fühlen.

Um dem Muskelabbau entgegenzuwirken, ist ein gezielter Trainingsreiz unerlässlich. Personal Trainerin Anna Rogalev aus Düsseldorf empfiehlt Frauen ab 40 eine ausgewogene Kombination aus Kraft-, Flexibilitäts- und Ausdauertraining. Diese Kombination sei entscheidend, um den altersbedingten körperlichen Veränderungen zu begegnen und die Fitness und Gesundheit langfristig zu fördern.

Einen einheitlichen Trainingsplan für Frauen ab 40 gibt es laut Rogalev nicht. Schließlich erlebt jede Frau die körperlichen Veränderungen unterschiedlich stark und zu verschiedenen Zeitpunkten. Es kommt also auf die individuelle Situation, den Trainingsstand, den Alltag und mögliche Beschwerden an bei der Trainingsanpassung. Nur so ließe sich der sportliche Status quo langfristig erhalten und die Lebensqualität steigern.

Auch interessant: Die Ernährung bestimmt mit, wann die Menopause einsetzt

Krafttraining – konkrete Trainingstipps für Frauen ab 40

„Gerade ab 40 ist ein ausreichend intensiver Trainingsreiz entscheidend, um Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen“, so die Expertin. Außerdem ist es wichtig: Krafttraining muss fordernd genug sein. Viele Frauen in diesem Alter trainierten noch immer mit zu leichten Gewichten – aus Sorge, „zu muskulös“ zu werden, beobachtet Rogalev. Diese Angst sei jedoch unbegründet, betont die Expertin.

Für die Umsetzung in der Praxis empfiehlt die Trainerin:

  • Gearbeitet wird bei den meisten Übungen mit zwei bis vier Sätzen und acht bis zwölf Wiederholungen
  • Das Gewicht sollte so gewählt werden, dass die letzten Wiederholungen „deutlich anstrengend“ sind
  • Im Mittelpunkt sollten laut der Expertin bei Frauen ab 40 Übungen für die großen Muskelgruppen wie Beine, Gesäß, Rücken, Brust und Schultern stehen. Dazu gehören Klassiker wie Kniebeugen, Kreuzheben, Rudern, Ausfallschritte oder Liegestütze.
  • Rogalev empfiehlt zweimal Krafttraining pro Woche

Gut zu wissen: Ein zu leichtes Gewicht erkennt man daran, dass man nach zwölf Wiederholungen problemlos noch fünf weitere schaffen würde, erklärt die Trainerin.

Ausdauertraining ab 40 – darauf können Frauen achten

„Zusätzlich zum Krafttraining ist ein ergänzendes Ausdauertraining unerlässlich, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken“, sagt die Trainerin. Da Gelenke mit dem Alter an Flexibilität verlieren und die „Polsterung durch den Knochenabbau abnimmt“, warnt sie vor hohen Belastungen wie Langstreckenlauf auf hartem Untergrund. Stattdessen empfiehlt sie Schwimmen oder Radfahren, da diese Sportarten die Gelenke weniger belasten.

„Am besten findet das Cardiotraining an den Tagen statt, an denen kein Krafttraining stattfindet.“ Frauen ab 40 empfiehlt Rogalev 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche.

Für Cardio- wie Krafttraining gilt: Ein gutes Aufwärmen vor dem Training ist zwingend erforderlich, um unter anderem Muskelzerrungen vorzubeugen.

Auch interessant: Wer nur am Wochenende trainiert, profitiert trotzdem

Rücksicht nehmen auf Regeneration

Frauen ab 40 regenerieren nicht mehr so schnell wie früher. Anna Rogalev berichtet aus ihrer Praxis, dass viele Ü40-Kundinnen feststellen, dass sie sich „nach intensiven Einheiten länger erschöpft fühlen“. Ein klarer Unterschied zu dem Training in jüngeren Jahren.

Ein Grund für die verlangsamte Erholung ist der sinkende Östrogenspiegel. Da der Körper sich generell erst in der Erholungsphase anpasst und Muskulatur aufbaut (Superkompensation), wiegt dieser Faktor mit zunehmendem Alter noch schwerer. Rogalev empfiehlt, „mindestens einen Regenerationstag zwischen den Trainingseinheiten derselben Muskelgruppen“ einzuhalten.

Beweglichkeitstraining nicht vernachlässigen

Rogalev betont, dass Flexibilitätstraining generell oft vernachlässigt wird. „Mit zunehmendem Alter werden die Muskeln weniger elastisch und anfälliger für Verletzungen. Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam, sich vorher gut aufzuwärmen“, sagt Rogalev.

Ein entsprechendes Training erhält den Bewegungsradius der Gelenke und kann Alltagsbewegungen erleichtern. Laut der Expertin sind Muskelzerrungen ein häufiges Thema beim Training ab 40. Die Trainerin empfiehlt, Flexibilitätstraining fest in das Training zu integrieren, „indem man am Ende genügend Zeit einbaut für seine Dehnübungen“.

Wer Yoga oder Pilates mag, profitiert – zusätzlich zur Flexibilität – zusätzlich von Gleichgewicht, Körpergefühl und Rumpfstabilität (Core).

Mehr zum Thema

Ernährungstipps – auf Proteinbilanz besonders achten

In der Ernährung rückt ab 40 vor allem ein Makronährstoff in den Fokus: Eiweiß. Protein ist in dieser Lebensphase essenziell, um die Muskulatur zu erhalten und die Regeneration zu unterstützen. Die Trainerin beobachtet in ihrem Alltag, dass viele Frauen ihren Proteinbedarf unterschätzen.

Sportlich aktiven Frauen ab 40 rät Rogalev, etwa 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu sich zu nehmen. Eine 60 kg schwere Frau benötigt so 90 g Protein pro Tag, eine 70 kg schwere Frau 105 g und eine Frau mit 80 kg Körpergewicht 120 g Protein pro Tag.

Rogalev betont: Es geht nicht um Perfektion oder das grammgenaue Abwiegen. „Viel wichtiger ist, dass Eiweiß ganz selbstverständlich Bestandteil jeder Hauptmahlzeit wird“, erklärt die Trainerin. Hochwertige Quellen sind hierbei Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch oder Milchprodukte.

Am besten kombiniert man proteinreiche Lebensmittel über den Tag verteilt. Ein Becher Hüttenkäse (200 g) liefert bereits rund 25 g Protein, ein großes Fischfilet (200 g) steuert bspw. über 40 g bei. Ein Proteinshake (30 g Proteinpulver in Wasser oder fettarmer Milch) liefert circa 25 bis 30 g Protein. Ob ein Proteinshake etwa direkt nach dem Sport getrunken wird, ist zweitrangig. Viel wichtiger ist die Bilanz über den gesamten Tag.

Fazit

Effektives Training ab 40 ist kein Verzicht, sondern eine kleine strategische Neuausrichtung. Der Fokus verschiebt sich von reiner Prävention hin zum aktiven Erhalt der Lebensqualität. Während die hormonellen Veränderungen den weiblichen Körper fordern, bietet die Kombination aus intensivem Krafttraining, moderatem Cardio und gezielter Regeneration die effektivste Methode, um den biologischen Status quo zu erhalten.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.