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FITBOOK-Redakteurin

Warum ich am liebsten mit möglichst schweren Gewichten trainiere

Training mit schweren Gewichten
Hanteln, Kettlebells, Bälle, Scheiben – im Fitnessstudio gibt es viele Optionen für ein Training mit schweren Gewichten Foto: Getty Images, Melanie Hoffmann; Collage: FITBOOK
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Melanie Hoffmann
Ernährungs-, Fitness- und Schlafexpertin

10. Februar 2026, 16:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Früher dachte ich: Nur ja nicht mit zu schweren Gewichten trainieren. Ich möchte doch bloß nicht zu muskulös werden. Dünnsein war schließlich angesagt. Diese Einstellung habe ich glücklicherweise mit meinen Zwanzigern weit hinter mir gelassen. Doch nicht nur deshalb greife ich heute zu deutlich höherem Gewicht beim Krafttraining.

Voraussetzung dafür, dass ich mich traute, zunehmend schwerer zu heben, zu drücken und zu stemmen, war: Dünnsein ist nicht mehr mein Schönheitsideal. Meine Güte, was habe ich als Teenager und noch lange danach alles dafür getan, um dieses zu erreichen. Ich war immer sportlich, habe für mein Leben gern getanzt und viel trainiert – fand mich dann in der Folge aber immer zu muskulös. Deswegen habe ich im Fitnessstudio irgendwann vor allem stundenlang auf Cardiogeräten geschwitzt. Eine Stunde auf dem Crosstrainer – kein Problem! Hach, wie gut, dass dies jetzt vor allem in eine Kategorie gehört: die guten alten Zeiten.

Erster Ratschlag, anders zu trainieren

Während meines Studiums jobbte ich in einem Fitnessstudio am Empfang – ja, man wurde früher noch von Menschen begrüßt, die den Mitgliedern Schlüssel für Schränke aushändigten oder Shakes zubereiteten. Ein Vorteil war, dass ich umsonst in meiner Freizeit dort trainieren konnte. Und da sagte mir ein Trainer, der ebenfalls dort arbeitete und sich mir manchmal beim Training anschloss, zum ersten Mal: „Mädel, was sollen diese Fünf-Kilo-Hanteln bringen? Pack mal ordentlich Gewicht drauf!“ Gehört habe ich leider nicht auf ihn. Jahre später sollte mir dieser Satz jedoch wieder ins Gedächtnis kommen.

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Zeit- und Motivationsfrust

Mit Eintritt ins Berufsleben war schnell klar: So viel Freizeit wie im Studium – trotz Nebenjobs – würde ich so bald nicht mehr haben. Schnell ließ die Motivation nach, nach einem langen Arbeitstag noch für zwei Stunden ins Gym zu gehen. Ich ging dennoch recht regelmäßig, aber ich merkte, mir fehlte jegliche Motivation für mehrstündige Trainingssessions. Diese waren für mich früher egal. Jetzt brach ich oft frustriert nach der Hälfte ab. Hatte ich einfach die Lust am Krafttraining verloren?

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Über einige Jahre probierte ich Unterschiedliches aus: Intervalltraining, Ausdauertraining, Yoga und Pilates, Fitnessboxen usw. Ich schwitzte viel und blieb fit. Aber mit meiner Form war ich nie so zufrieden wie zu meinen besten Krafttrainingszeiten. War es also Zeit, ins Fitnessstudio zurückzukehren?

Zunächst probierte ich viel mit Home-Workouts aus, fand ein paar gute Online-Trainer und legte mir eine gute Ausstattung an Hanteln für zu Hause zu. Schließlich betrat ich auch wieder ein Fitnessstudio – und das überraschenderweise mit ganz anderem Selbstbewusstsein als früher. Was sich geändert hatte? Meine Einstellung zu meinem Körper. Ich wollte jetzt Muskeln haben, stark werden und aussehen (zugegeben, ich arbeite noch daran).

Entsprechend hatte mich der Ehrgeiz gepackt, mir ordentlich Gewicht an den Trainingsmaschinen einzustellen. Vergessen waren moderates Gewicht und 15 bis 20 Wiederholungen pro Satz. So wie es früher Standard zu sein schien beim Krafttraining für Frauen. Jetzt werden noch 20 bis 30 Kilo mehr draufgetan und sechs bis acht Wiederholungen gemacht. Mein Motto: Im ersten Satz schwer anfangen und bei Bedarf im zweiten und dritten Satz leicht reduzieren.

Wie viel ich mittlerweile schaffe? Im Durchschnitt können es an der Beinpresse 110 Kilogramm sein, an der Trizepsmaschine 40 Kilogramm und bei einer Freihantelübung für den Bizeps zehn Kilogramm. Wenn mein früherer Kollege mich jetzt beim Training sehen könnte – er wäre wohl stolz auf mich.

Kurz und knackig

Ein toller Nebeneffekt: Eine Trainingssession dauert so locker nur die Hälfte meiner früheren Zeit. Eine Stunde im Fitnessstudio erschöpft mich schon ordentlich und reicht vollkommen. Zu Hause lege ich auch mal noch kürzere Sessions von 30 Minuten oder an Home-Office-Tagen mehrere Mini-Workouts von zehn Minuten um meine Arbeitszeit herum verteilt ein.

So trainiere ich nun seit etwa eineinhalb Jahren. In der Zeit hat sich mein Körper in eine Richtung entwickelt, die mir gefällt: muskulöser und straffer. Meine Griffkraft hat sich verbessert, was mir besonders bei Oberkörperübungen zugutekommt. Ich liebe es, wenn meine Beine am Ende einer mit viel Gewicht ausgeführten Übung zittern – und ich am nächsten Tag leichten Muskelkater verspüre. Das gibt mir das Gefühl, gewissermaßen schon spüren zu können, wie ich Muskeln aufbaue und stärker werde. Mein Körpergefühl hat sich absolut zum Positiven gewandelt. Und ich weiß, ich tue meiner Gesundheit viel Gutes – jetzt und für die Zukunft, in der die Wechseljahre und Postmenopause warten.

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