5. März 2026, 13:30 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Zwischen Welttourneen, Studioaufnahmen und roten Teppichen setzt Harry Styles bewusst auf einen Kontrast: Stille statt Scheinwerferlicht, Ausdauer statt Applaus. Für den 32-Jährigen ist das Marathon-Training längst mehr als Sport. Es ist Rückzugsort, Disziplinübung und mentale Standortbestimmung zugleich. Warum ihm beim Laufen niemand helfen kann – und weshalb genau das für ihn entscheidend ist –, machte er nun in einem Interview deutlich.
Laufen als Gegenpol zum Rampenlicht
In einem Gespräch mit Autor und Marathonläufer Haruki Murakami für das Magazin „Runner’s World“ beschreibt Styles, welche Rolle das Training in seinem Leben spielt. So helfe ihm das Laufen dabei, den hektischen Berufsalltag zu verarbeiten. „Bei einigen dieser neuen Erfahrungen gibt es einfach so viele Reize, oder? So viele Menschen, und es ist einfach so laut. Also wurde das Laufen für mich auch zu einem Ort, um all das zu verarbeiten. Wirklich ganz bei mir zu sein“, erklärte Styles. Um sich von Reisen, Konzerten und öffentlicher Aufmerksamkeit zu erholen, sei das Alleinsein beim Laufen für ihn essenziell geworden.
Disziplin, Selbstvertrauen und Eigenverantwortung
Was das Laufen dem Musiker noch gegeben hat? Vertrauen in die eigene Belastbarkeit und die Verpflichtung sich selbst gegenüber. Er habe gelernt, sich selbst ernst zu nehmen und durchzuhalten. „Was ich im Rest meines Lebens, aber besonders beim Laufen, gelernt habe, ist die Idee, mir selbst zu vertrauen und genau das zu tun, von dem ich sage, dass ich es tun werde. Mir selbst zu sagen: Ich weiß, dass du etwas Schwieriges schaffen kannst, dass du aufstehen und trainieren kannst, wenn du eigentlich nicht trainieren willst, und dass du in der Lage bist, schwierige Dinge durchzustehen.“
Außerdem ein Thema für Harry Styles: Eigenverantwortung. „Diese Art von Integrität sich selbst gegenüber – niemand kann einen Marathon für dich laufen. Es gibt viele Menschen, die mir helfen, Musik zu machen, sie zu veröffentlichen, eine Show auf die Beine zu stellen und dabei gut auszusehen! Aber Laufen ist ein Gespräch mit mir selbst.“
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Seine dokumentierten Marathon-Leistungen
Dass Styles nicht nur über Disziplin spricht, sondern sie auch umsetzt, zeigen seine Wettkampfergebnisse. Beim Berlin-Marathon 2025 blieb er erstmals unter der Drei-Stunden-Marke und absolvierte die 42,195 Kilometer in 2:59:13 Stunden. Damit belegte er Platz 2242 von 55.146 Startern. Seine Durchschnittspace lag bei 4:15 Minuten pro Kilometer.
Bereits im März 2025 hatte er den Tokio-Marathon in 3:24:07 Stunden beendet und Platz 6010 von 36.658 Finishern erreicht. In beiden Rennen teilte er sich seine Kräfte so ein, dass er die zweite Hälfte nahezu genauso schnell lief wie die erste – ein Hinweis auf strukturierte Vorbereitung und Renneinteilung (FITBOOK berichtete).
Croissant-Ritual vor langen Läufen
Auch Details zu seiner Vorbereitung gab Styles preis. Vor längeren Trainingseinheiten verfolge er eine feste Routine. „Vor jedem langen Lauf esse ich das größte Croissant, das ich finden kann“, sagte er.
Beim Berlin-Marathon hat ihn allerdings eine andere Sorge beschäftigt: „Ich hatte wirklich Angst, mir während des [Berlin-]Marathons in die Hose zu machen, also habe ich morgens viele Elektrolyte zu mir genommen und nicht zu viel echtes Wasser, und dann habe ich während des Rennens viel getrunken.“
Krasse Zeit! So schnell lief Harry Styles den Berlin-Marathon
„Es hat mich gewundert, dass Harry Styles in der Lage ist, das zu laufen!“
Städte aus neuer Perspektive erleben
Das Laufen verändert für ihn auch den Blick auf Orte. „Man sieht Dinge vom Boden aus, die man nicht sieht, wenn man fährt. Es gab so viele Gegenden in London, die ich verpasst hatte“, erklärte Styles. Mit Blick auf seine frühen Jahre ergänzte er: „In meinen frühen Tagen bei One Direction haben wir so viel Zeit in Hotels und Veranstaltungsorten verbracht, dass es Länder gibt, in denen ich war, die ich nicht wirklich erlebt habe. Wenn ich jetzt reise, geht es darum, bewusst nach draußen zu gehen und etwas zu sehen, egal ob beim Laufen oder Spazierengehen. Man erlebt Orte auf eine ganz andere Weise.“
Vor Fans weglaufen
Sorge, beim Training von Fans bedrängt zu werden, habe er nicht. „Das Wichtigste ist, dass man immer in Bewegung ist. Man kann jederzeit um eine Ecke biegen“, erklärte er. Oft bleibe es bei einem kurzen Moment des Zweifelns: „Ich glaube, bei Menschen, die mich sehen, ist es eher so ein ‚War das …?‘ statt ‚Oh, da ist er!‘ Und bis dahin bist du schon weg.“