1. April 2026, 15:15 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
In einem Interview sagte die heute 76-jährige Meryl Streep einmal, sie sei mit 67 Jahren täglich eine Meile (rund 1,6 Kilometer) geschwommen für ihre Gesundheit. Die Aussage ist nicht neu, die Erkenntnis kann man aber nicht oft genug wiederholen: Schwimmen gehört zu den wirksamsten Bewegungsformen für ein gesundes Altern.
Mit 67 schwamm Meryl Streep täglich viele Bahnen für ihre Gesundheit
Die Frage, wie man im Alter beweglich bleibt, beschäftigt heute mehr Menschen als je zuvor. Eine Antwort darauf kam 2016 von Meryl Streep. Ihre Bemerkung damals war kein Fitnessbekenntnis und kein Trainingsplan, eher eine Randnotiz in einem Interview. Eine beiläufige Bemerkung – die viel darüber sagt, wie Bewegung im Alter funktionieren kann: „Ich versuche, auf meine Gesundheit zu achten. Manchmal lasse ich mich auch gehen, aber grundsätzlich versuche ich, jeden Tag eine Meile zu schwimmen.“1 Ihr gefalle dieses Gefühl, das sie ‚in ihrem Körper ankommen‘ lasse, so die Oscar-Preisträgerin damals über ihre Motivation, täglich ins Becken zu steigen und viele Bahnen zu ziehen.
Warum Schwimmen fürs Altern besonders geeignet ist
Schwimmen gilt als eine der wenigen Bewegungsformen, die Kraft, Ausdauer und Koordination zugleich fordern, ohne den Körper stark zu belasten. Damit gehört es zu den besten Bewegungsformen für gesundes Altern: Der Auftrieb trägt einen Großteil des Körpergewichts, Gelenke und Wirbelsäule werden entlastet. Anders als beim Laufen oder vielen Fitnessprogrammen entstehen kaum Stoßbelastungen. Das Verletzungsrisiko ist gering. Gleichzeitig stärkt das Bahnenziehen die Muskulatur umfassend – der Widerstand des Wassers fordert die Muskulatur kontinuierlich – und hilft somit, dem altersbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken. Schwimmen trainiert das Herz-Kreislauf-System, die Atmung sowie die Koordination.
Die Meile realistisch eingeordnet
Streeps rund 1600 Meter (eine Meile), die im 50-Meter-Becken 32 Bahnen entsprechen, sind durchaus eine Distanz, die Ausdauer verlangt. Wer ein entspanntes Tempo von etwa drei Minuten pro 100 Meter schwimmt, ist dafür rund 48 Minuten im Wasser – Pausen noch nicht eingerechnet.
Da Streep offenbar täglich schwamm, war die Distanz klug von ihr gewählt: Ein Training, das sich regelmäßig bewältigen lässt, ist oft wirksamer als jedes ambitionierte Programm, das man nach wenigen Wochen wieder aufgibt.
Eine Distanz von 1,6 Kilometern liegt auch im Bereich dessen, was Sportwissenschaftler als realistischen Richtwert für Grundfitness im Schwimmen nennen und als sinnvoll für Ausdauer und Herz-Kreislauf-Gesundheit erachten.
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Meryl Streep zog Bahnen, auch für den Kopf
Die Schauspielerin nutzte das Schwimmbad offenbar auch als Ort des Nachdenkens: „Wenn ich meine […] Bahnen schwimme“, sagte die amerikanische Schauspielerin 2009 in einem „Independent“-Interview, „versuche ich, mich an die Filme zu erinnern, in denen ich mitgespielt habe, und es gelingt mir nicht … die Vergangenheit ist wie ein einziges Durcheinander.“2
Was Schwimmen im Körper bewirkt und warum es so gut ist
Schwimmen ist eine Ganzkörpersportart: Nahezu alle großen Muskelgruppen arbeiten. Ebenso die Atemmuskulatur, unabhängig vom Schwimmstil.
Die wichtigsten Muskelgruppen, die bei allen Schwimmstilen beansprucht werden:
- die Muskulatur der Schultern und des oberen Rückens,
- der große Brustmuskel,
- Bizeps und Trizeps,
- die Bauchmuskulatur (auch die schrägen Bauchmuskeln),
- der Quadrizeps,
- die hinteren Oberschenkelmuskeln,
- die Wadenmuskulatur sowie
- die Gesäßmuskulatur.
Schwimmen ist keine Frage von Tempo oder Perfektion, wie der ehemalige Profischwimmer und Schwimmtrainer Toni Embacher FITBOOK erklärte. Entscheidend seien nicht Geschwindigkeit, sondern Effizienz und Rhythmus: gleichmäßige Atmung, ruhige Bewegungen, ein Zusammenspiel von Armen, Beinen und Rumpf. Gerade das macht Schwimmen für viele Menschen langfristig praktikabel – als wiederholbare, ruhige Bewegung, die Ausdauer aufbaut, Muskeln erhält und den Körper beweglich hält.
Ex-Profi verrät: »Das ist die gesündeste Art zu schwimmen
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Diese Stil-Kombination ist beim Schwimmen laut Profi am gesündesten
Art und Intensität der Belastung unterscheiden sich natürlich je nach Stil. Doch welcher Stil ist am gesündesten? Laut Ex-Profi Toni Embacher ist es die Kombination aus Brust- und Rückenschwimmen: Wer beide Stile im Wechsel schwimme, beanspruche den Körper ausgewogen, vermeide einseitige Belastungen und nutze die gesundheitlichen Vorteile des Schwimmens am umfassendsten. Seine Empfehlung: „50 Meter Brust, 50 Meter Rücken, immer im Wechsel. Das ist die gesündeste Art zu schwimmen.“
Brustschwimmen: top für Menschen mit Übergewicht und Diabetiker
Menschen mit Adipositas und Übergewicht sowie Diabetikern empfiehlt Embacher, auf Brustschwimmen zu setzen. Brustschwimmen trainiert die Ausdauer und ist besonders geeignet für Menschen, die sportlich (noch) in den Anfängen sind und bisher wenig Muskulatur aufgebaut haben. Belastungsspitzen seien beim Brustschwimmen nicht zu erwarten – auch wenn man, wie Meryl Streeps Beispiel zeigt, hier einiges an Metern zurücklegen kann. Also bestes, schonendes Ausdauertraining!
Gegen auftretende Nackenschmerzen beim Brustschwimmen – aufgrund des überstreckten Nackens ist die Halsmuskulatur so strapaziert, dass Schmerzen bis in den Rücken strahlen können – könne man etwas tun: „Man löst dieses Problem, indem man beim Ausatmen den Kopf zwischen den Armen ins Wasser taucht“, erklärt Embacher.
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Meryl Streep: »Solange wir Gesundheit haben, haben wir Glück
Streeps damalige Bemerkung wirkt wie eine pragmatische Entscheidung: eine Bewegungsform, die fordert, ohne zu verschleißen – und die sich über Jahre hinweg in den Alltag integrieren lässt. „Mir ist sehr bewusst, wie wichtig Gesundheit ist, denn sie hält nicht für immer. Solange wir sie haben, haben wir Glück. Daran versuche ich mich zu erinnern“, sagte Streep in demselben Interview damals.