22. September 2025, 13:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Popstar auf der Bühne, Powerläufer auf der Straße: Harry Styles hat beim Berlin-Marathon 2025 eine Zeit knapp unter drei Stunden hingelegt! Eine sensationelle Zeit, mit der er seinen ebenfalls bereits beachtlichen Erfolg beim Tokio-Marathon im März dieses Jahres um erstaunliche 25 Minuten unterbot.
Die 4-Stunden-Marke gilt beim Marathon für viele Freizeitläufer als bedeutendes Ziel, weil sie eine Art symbolische Schwelle zwischen „durchkommen“ und „ambitioniert laufen“ darstellt. Wer unter vier Stunden bleibt, darf sich zu den schnelleren Freizeitläufern zählen. Popstar Harry Styles lieferte am Sonntag beim Berlin-Marathon aber noch einmal anders krass ab. Der 31-Jährige schaffte die 42,195 Kilometer des Berliner Marathons in unfassbaren 2:59:13.
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Berlin-Marathon: Harry Styles belegte Platz 2242
Platz 2242 von 55.146 – darauf kann der britische Popstar stolz sein. Sowohl Harry Styles‘ Laufzeit als auch seine Marathon-Platzierung lassen sich auf der Webseite des BMW-Berlin Marathons nachvollziehen, insofern man weiß, unter welchem Namen der Musiker an den Start ging. Über diesen hatte zunächst der „Tagespiegel“ berichtet und sich die Teilnahme des Superstars von den Marathon-Veranstaltern bestätigen lassen.
Tokio-Marathon: Harry Styles absolvierte ihn in 3:24:07 Stunden
Am 2. März lief Harry Styles bereits den Marathon in Tokio – und wie 36.658 andere Läufer über die Ziellinie (27.576 Männer und 9082 Frauen).1 Auch hier hatte der Sänger schon den ganz großen Teil von ihnen hinter sich gelassen und die 42,195 Kilometer in einer Zeit von 3:24:07 Stunden absolviert. Platz 6010 von knapp 37.000 – Styles gehörte damit zu den besten 15 Prozent der Läufer in Tokio.
Durchschnittliche Pace von 4:15 Minuten pro Kilometer
Bricht man Harry Styles Zeit herunter, brauchte er in Berlin im Durchschnitt 4:15 Minuten pro Kilometer. In Tokio lag seine Pace noch bei 4:50 Minuten pro Kilometer.
Dass es dem 31-Jährigen gelang, seine Geschwindigkeit so deutlich zu steigern, könnte neben einem effizienten Training auch an den idealen Marathonbedingungen in Berlin liegen. Die Laufstrecke ist flach, liegt in optimaler Laufhöhe in Bezug auf den Meeresspiegel und auch das Wetter (nicht zu warm und nicht zu kalt) erleichtert Lauferfolge.
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Harry Styles lief offenbar mit Profi-Strategie
Noch zwei weitere Zahlen sind faszinierend: Styles durchlief die Halbmarathonmarke in 01:29:08 Stunden und benötigte für die zweite Hälfte mit 01:30:06 fast genauso lange. Damit wiederholte er seine Strategie von Tokio, sich seine Laufgeschwindigkeit so einzuteilen, dass er beide Marathonhälften möglichst gleich schnell hinter sich bringen konnte. In Tokio war er die erste Hälfte in 1:42:03 Stunden und die zweite Hälfte mit 1:42:04 gelaufen.
Dieser – für Amateure schwer umzusetzende – Split wird von Profis und Trainern empfohlen, weil er physiologisch und psychologisch vorteilhaft ist. Zum einen, weil gleichmäßiges Tempo einen zu hohen Energieverbrauch in der ersten Hälfte verhindert – die meisten starten wegen der ganzen Euphorie zu schnell und brechen dann ein. Zum anderen ermöglicht eine konstante Geschwindigkeit eine bessere Nutzung der Sauerstoffaufnahme ohne unnötige Belastungsspitzen. Auch nicht ganz unwichtig: Ein gleichmäßiges Rennen vermittelt dem Läufer das Gefühl, die komplette Kontrolle zu haben. Harry Styles muss um diese Strategie gewusst haben – und hat sie in beiden Marathonläufen perfekt umgesetzt.
„Es hat mich gewundert, dass Harry Styles in der Lage ist, das zu laufen!“
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Was ist bekannt über Styles‘ Lauftraining?
Was ist bekannt über Styles‘ Lauftraining? Selbst darüber gesprochen hat er bisher nicht. Einem Bericht der Zeitschrift „Coach“ war 2024 zumindest zu entnehmen, dass er mit seinem Trainer Thibo David regelmäßig Läufe über 18 Kilometer absolviert. Auch soll er eine sehr passable Meilen-Bestzeit haben und die 1,6 Kilometer in 5:18 Minuten laufen. Der Autor des „Coach“-Artikels hatte das Training von Thibo David, einem Ex-Militär, getestet. Eine Trainingseinheit wird so zitiert: „Sie beginnen mit einem langsamen zehn- bis 30-minütigen Lauf, gefolgt von einem schnellen 1,6-Kilometer-Lauf und einer Bodyweight-Challenge mit 100 Liegestützen, 100 Sit-ups und 100 Air-Squats – das Ganze innerhalb von acht Minuten.“ Sei das geschafft, schreibt der Autor, „betrachtet David das Aufwärmen als abgeschlossen“. Was folge, sei eine „Mischung aus Zirkeltraining, mehr Laufen sowie Rumpftraining“. Das ganze Paket habe ihn „sowohl eingeschüchtert als auch fasziniert“. Harry Style scheint es jedenfalls zu mögen …
Hat ihn sein Schuh so schnell gemacht?
Hartes Training – und sonst noch so? Neben idealem Laufwetter (14 Grad Celsius beim Start)2, von dem in Tokio auch Harry Styles profitiert haben könnte, konnte man im März noch einen Blick auf seine Schuhe werfen. Der Sänger trug den „Nike Alphafly 3“. Dieser speziell für Marathonläufer entwickelte Carbon-Schuh soll – etwas vereinfacht gesagt – ein bisschen schneller machen. Hat der Schuh Harry Styles so schnell gemacht? Klares nein. „Prinzipiell sind diese Schuhe auf Geschwindigkeiten ausgelegt, die deutlich unter 4 Minuten pro Kilometer liegen“, erklärte der deutsche Top-Marathonläufer Hendrik Pfeiffer FITBOOK. Weitere Tipps für Läuferinnen und Läufer gibt es bei FITBOOK von Pfeiffer, der in Tokio mit einer Zeit von 2:12:27 Stunden übrigens Platz 37 belegt hat, natürlich auch.