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Im FITBOOK-Interview

„Game of Thrones“-Star Hafthor Björnsson: »Kein Sex am Tag des Boxkampfes

Hafthor Björnsson im Boxring
Hafthor Björnsson ist bereit, um am 18. September gegen Devon Larratt in den Boxring zu steigenFoto: Kode Media

Am 18. September ist es endlich so weit: Ex-Strongman und „Game of Thrones“-Star Hafthor Björnsson steigt in den Boxring. Sein Gegner: Armwrestler Devon Larratt. Im FITBOOK-Interview sprach Björnsson über seine Vorfreude auf den Kampf, was für ihn an diesem Tag ein absolutes No-Go ist und warum gar nicht an die Möglichkeit einer Niederlage denkt.

Eigentlich wollte Hafthor Björnsson gegen seinen Strongman-Erzrivalen Eddie Hall in den Ring steigen. Doch nachdem dieser verletzungsbedingt absagen musste, lautet der neue Gegner Devon Larratt. FITBOOK sprach wenige Tage vor dem Boxkampf mit Björnsson über seine finalen Vorbereitungen, seine Vorfreude und darüber, wie er Larratt einschätzt. Außerdem verriet Hafthor Björnsson, dass er es bereits als Strongman und auch jetzt beim Boxen wir „Rocky Balboa“ macht. Und das heißt: Kein Sex am Kampftag!

„Nach Eddie Halls Verletzung habe ich mich auf mich fokussiert“

FITBOOK: Wie war Ihre Reaktion, als Sie erfahren haben, dass Eddie Hall verletzt ist und nicht kämpfen kann?
Hafthor Björnsson: „Ich war geschockt und enttäuscht, aber es lag außerhalb meiner Kontrolle und ich konnte nichts daran ändern. Verletzungen passieren, sie gehören zum Spiel dazu. Ich musste mich einfach auf mich selbst konzentrieren und mir sagen: ‚Ok, er ist verletzt und fällt nun erst mal aus. Aber was kann ich tun?‘ Ich habe mich daher auf mich fokussiert und versucht, ein besserer Kämpfer zu werden. Ich habe versucht, das Positive der Situation für mich zu sehen. Ich werde weiter an mir arbeiten und dann sogar in noch besserer Form sein, wenn ich schließlich gegen ihn kämpfen werde.“

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Wie war die Zeit für Sie, als Ihr neuer Gegner noch nicht feststand?
„Es hat ein bisschen gedauert, Ersatz zu finden. Ich habe wortwörtlich gesagt, dass ich gegen jeden antreten würde. Es stand zwischenzeitlich mal ein Kampf gegen Mariusz Pudzianowski im Raum. Auch ein paar andere Leute waren im Gespräch. Mit Mariusz gab es tatsächlich schon Verhandlungen, aber irgendetwas passte nicht und so wurde es nun letztendlich Devon Larratt. Gegen ihn steige ich diesen Samstag in den Ring.“

„Ich habe nichts gegen Devon. Aber ein Kampf ist ein Kampf“

Kennen Sie Devon Larrat bereits?
„Wir sind uns schon ein paar Mal begegnet. Er ist ein cooler Typ und ich habe nichts gegen Devon. Aber ein Kampf ist ein Kampf. Ich muss natürlich professionell sein und gegen ihn mein Bestes geben.“

Wie schätzen Sie Devon als Athleten und Boxer ein?
„Devon ist ein Armwrestler und boxt noch nicht sehr lange. Ich kenne seinen Plan und seine Strategie nicht. Also werde ich einfach alles geben und den Leuten zeigen, was ich gelernt habe. Ich will einfach boxen und meine Fähigkeiten vorführen.“

Was sind Devons Stärken und Schwächen?
„Ich denke, er hat ein paar Schwachstellen. Die größte ist sicher sein Mangel an Training. Um ein guter Boxer zu werden, muss man rund ein Jahrzehnt trainieren. Um wenigstens in Boxform zu kommen, braucht man mindestens ein Jahr. Bei mir hat es so um die eineinhalb bis zwei Jahre gedauert. Boxen ist so ein extremer Sport und wenn man wie ich vorher Strongman war, muss man viel tun. Mein Körper war so steif und stark, dass ich erst mal lockerer werden musste. Daran musste ich lange arbeiten und allmählich meine Stärke in dieser für mich neuen Sportart aufbauen. Ehrlich gesagt kenne ich Devon nicht gut genug, um seine Schwächen und Stärken genau benennen zu können, aber ich glaube, sein größter Nachteil ist, dass er bis jetzt nur so wenig Zeit fürs Training hatte.“

„Wenn ich mit meiner Linken treffen kann, wird das weh tun“

Was sind Ihre Stärken und Schwächen nach fast zwei Jahren Boxtraining?
„Ich würde sagen, dass meine linke Hand meine Stärke ist. Sie ist ziemlich kraftvoll und wenn ich mit ihr treffen kann, dann wird das weh tun. Außerdem bin ich gut darin, den Gegner zu lesen. Mir wird es darum gehen, aktiv zu bleiben und mit meiner rechten Hand Jabs zu landen. Darin bin ich auch recht stark. Ich habe natürlich auch noch Schwächen, aber ich arbeite immer an allem gleichzeitig, um ein besserer Boxer zu werden: an meiner Beinarbeit, an meinen Kombinationen und meiner Intelligenz im Ring. Man braucht eine lange Zeit, um etwas richtig zu meistern. Deshalb gehe ich jeden Tag ins Sportstudio, um mich zu verbessern.“

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Haben Sie Ihr Training aufgrund von Eddies Ausfall oder auch im Hinblick darauf, dass der Kampf in wenigen Tagen stattfindet, irgendwie geändert?
„Grundsätzlich ist mein Training gleichgeblieben, aber ich trainiere jetzt nur noch einmal pro Tag, weil der Kampf bald ansteht. Zwei Tage vor dem Kampf werde ich nicht mehr trainieren und mich ausruhen. In der Woche vor dem Kampf habe ich nur noch maximal eine Stunde trainiert. Vorher habe ich zwei- bis dreimal am Tag trainiert, aber jetzt so kurz vor dem Kampf muss mein Körper sich regenerieren. So stelle ich sicher, dass er am Tag des Kampfes in Höchstform ist.“

„Kein Sex am Wettkampftag, um Energielevel zu halten“

Gibt es etwas Spezielles, was Sie am Kampftag oder generell an Wettbewerbstagen tun bzw. nicht tun?
„Ich mag Routinen und ändere daran eigentlich auch vor Wettkämpfen nichts. Aber es gibt eine Sache, die ich an einem Wettkampftag nicht tue: Ich habe keinen Sex. Ich verzichte auf Sex, um dieses Energielevel in meinem Körper zu halten. Das habe ich als Strongman gemacht und mache das auch jetzt beim Boxen genauso.“

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Wie sicher sind Sie, dass Sie gewinnen werden?
„Ich bin sehr selbstsicher und weiß, dass ich Devon schlagen kann. Natürlich kann in einem Kampf alles Mögliche passieren, aber ich vertraue auf mein Können.“

Wie schlimm wäre es für Sie, zu verlieren?
„Der Gedanke, dass ich verlieren könnte, kommt mir eigentlich gar nicht in den Sinn. Ich habe bisher gegen zwei Profi-Fighter gekämpft und bis zur letzten Runde durchgehalten – zum Beispiel gegen die Nummer 14 in der Weltrangliste im Schwergewicht, Martin Bakole. Ich hatte also schon sehr gute Gegner. Außerdem kann ich Schläge einstecken und austeilen. Ich bin bereit, den Leuten zu zeigen, was ich gelernt habe und ich kann versprechen, dass ich nicht verlieren werde. Um ehrlich zu sein, bin ich wohl wahrscheinlich kein guter Verlierer. Ich arbeite extrem hart und gebe zu, dass ich es nicht leiden kann, zu verlieren. So bin ich einfach. Ich bin super ehrgeizig – und egal, um was es im Leben geht, ich will immer gewinnen. Aber sollte ich doch verlieren, werde ich seine Hand schütteln und ihm gratulieren. Dann war er einfach der Bessere.“

„Wie ich meinen Sieg feiere, habe ich mir schon genau überlegt“

Wie werden Sie einen Sieg feiern?
„Das habe ich mir schon genau überlegt. Falls ich gewinne, werde ich sicherlich erst mal mit meinen Freunden hier (in Dubai, Anm. d. Red.) feiern und vielleicht etwas leckeres Essen gehen. Dann werde ich zurück nach Hause, nach Island, fliegen und dort den ersten Geburtstag meines Sohnes feiern. Er wird am 26. September ein Jahr alt. Daher freue ich mich total, seinen Geburtstag mit der Familie zu feiern. Ich kann es kaum erwarten.“

Hatten Sie nach Eddie Halls Verletzung Kontakt zu ihm?
„Nein, Eddie Hall und ich sprechen überhaupt nicht miteinander. Zwischen uns herrscht eine große Rivalität und wir sind keine Freunde. Ich möchte ihn unbedingt besiegen und er möchte mich unbedingt besiegen. Darum wäre ein Kampf zwischen uns auch so interessant und deshalb wollen die Leute ihn unbedingt sehen.“

Wird der Kampf zwischen Ihnen und Eddie also noch nachgeholt?
„Ja, ganz sicher. Der Plan ist, dass ich Anfang nächstes Jahr gegen ihn antrete, vielleicht im März oder April. Wir werden sehen, wie sein Heilungsprozess voranschreitet. Aber ich hoffe, dass wir besser früher als später kämpfen können.“

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