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„GoT“-Star übers Boxen

Hafthor Björnsson im FITBOOK-Interview: »Ich hatte häufiger ein blaues Auge

Hafthor Björnsson mit Kopfschutz im Boxring
Vom Strongman zum Boxer: FITBOOK sprach mit Hafthor Björnsson (32) Foto: Pete Banks

Der „Game of Thrones“-Star und Strongman Hafthor Björnsson bereitet sich seit 1,5 Jahren auf einen Boxkampf gegen seinen ewigen Rivalen Eddie Hall vor. Im Interview mit FITBOOK spricht er über das Boxtraining, seine Motivation und den schönsten Job seines Lebens: das Vatersein.

Hafthor Björnsson hat so einige Talente. „Game of Thrones“- Fans kennen ihn als „The Mountain“ Clegane, Sport-Fans dürfte der 2,06 Meter-Hüne als „World’s Strongest Man“ und Weltrekordhalter im Kreuzheben ein Begriff sein. Die nächste, große Herausforderung des 32-jährigen Isländers: Ein Boxkampf gegen seinen ewigen Strongman-Rivalen Eddie Hall. FITBOOK hatte die Gelegenheit, mit Hafthor Björnsson über das Boxen zu sprechen und seine Vorbereitung auf den Kampf, der als schwerster Boxkampf der Welt in die Geschichte eingehen soll.

Hafthor Björnsson – vom Strongman zum Boxer

Was Björnsson sich vornimmt, zieht er knallhart durch. Nach seiner erfolgreichen „Game of Thrones“-Karriere wurde der Isländer als Strongman zum stärksten Mann der Welt und knackte den Weltrekord im Kreuzheben, FITBOOK berichtete. Danach dachte Hafthor Björnsson sich: Jetzt werde ich Boxer. Höhepunkt dieser neuen Karriere soll ein Kampf gegen Eddie Hall werden. Der Kampf war ursprünglich auf den 18. September angesetzt und muss nun aufgrund einer Verletzung seines Rivalen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden – Björnssons Begeisterung für den Boxsport tut dies keinen Abbruch, wie im Gespräch mit FITBOOK zum Ausdruck kommt: „Je mehr ich trainiere, umso schöner wird es. Ich fange an, den Sport zu lieben.“ Durchaus überraschend – wenn man auf die Anfänge blickt.

Hafthor Björnsson beim Box-Training
Seit eineinhalb Jahren bereitet sich der Markenbotschafter von „Reign Total Body Fuel Energy Drink“ nun schon auf den Boxkampf gegen Eddie Hall vorFoto: Pete Banks

Björnsson über seine ersten Gehversuche beim Boxen

Denn Hafthor Björnsson und das Boxen war keine Liebe auf den ersten Blick. Obwohl er als Strongman bereits Profi-Athlet war, beschreibt er seinen Start in den Boxsport als hartes Stück Arbeit. „Als ich mit Boxen angefangen habe, war das Sparring hart. Man ist nicht daran gewöhnt, Schläge ins Gesicht zu bekommen“, sagt Björnsson im Gespräch mit FITBOOK. Als Anfänger habe er so manche Blessuren davongetragen, auch sichtbare. „Ich hatte häufiger mal ein blaues Auge, blaue Flecken oder eine blutige Nase. Das war echt brutal und ich habe mich absolut erschöpft gefühlt.“

Doch Björnsson weiß, Übung macht den Meister: „Man wird gut in den Dingen, die man intensiv trainiert. Ich wurde ein guter Strongman, weil ich daran mehr als ein Jahrzehnt lang gearbeitet habe. So wurde ich weltklasse und letztendlich der Beste in meinem Sport“ – so spricht nur jemand mit sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Entsprechend ließ sich der Isländer von Startschwierigkeiten beim Boxen nicht aus der Bahn werfen. Er blieb eisern und diszipliniert – und das zahlt sich aus: „Ich verbessere mich immer weiter, besonders auch in der Verteidigung. Daher trage ich nun weniger blaue Flecken davon. Ich fühle mich besser und meine Ausdauer ist besser“, erklärt Björnsson gegenüber FITBOOK. Gute Voraussetzungen, die er im Kampf gegen Strongman Eddie „The Beast“ Hall sicher sehr gut gebrauchen kann.

Aktueller Trainingsalltag und Lieblingsessen

In der Vorbereitung auf den Kampf überlässt er nichts dem Zufall. Das betrifft sowohl seine Workout-Routine als auch seinen Ernährungsplan. Wie sieht ein typischer Trainingstag bei ihm aus? „Heute früh nach dem Aufstehen bin ich laufen gegangen. Dann hatte ich mein Frühstück. Um 14:30 Uhr habe ich meine Box-Session. Heute Abend werde ich wahrscheinlich noch schwimmen gehen“, berichtet Björnsson. Wie viele Profisportler setzt er auf eine Kombination unterschiedlicher Trainingseinheiten, um rundum fit zu werden: „Ich muss an vielen Dingen gleichzeitig arbeiten – an meiner Ausdauer, Boxtechnik und Regeneration. Deshalb gehe ich morgens zum Beispiel laufen und boxe am Nachmittag, um in Form zu kommen und ein besserer Athlet zu werden.“ Er trainiere zwei- bis dreimal pro Tag, nur am Sonntag gönnt er sich einen Ruhetag.

Einem ganz ähnlichen Rhythmus folgt auch Björnssons Ernährungsplan. Wie seine Mahlzeiten aussehen, hatte er kürzlich in einem YouTube-Video verraten – FITBOOK berichtete über den strengen Ernährungsplan, mit dem er bereits 50 Kilogramm verlor. Was isst er am liebsten, wollte FITBOOK von dem „GoT“-Star wissen. „Von der Diät ist Rinderfilet mein Lieblingsessen zurzeit. Mit etwas Reis und Zucchini oder Spinat.“ Die Diät zieht Björnsson – wie sein Training – von Montag bis Samstag durch. Sonntags ist Schlemmen angesagt: „Pizza ist schon echt super und am besten danach noch Eis“, verrät er FITBOOK.

Schattenboxen im Hotelzimmer

Eine große Herausforderung in Björnssons Vorbereitung auf den anstehenden Boxkampf stellte die Coronapandemie dar – insbesondere die Quarantäneregeln. „Am Anfang der Pandemie war es am schlimmsten“, erinnert sich der 32-Jährige im Gespräch mit FITBOOK: „Wenn ich reisen musste, musste ich mich dann häufiger irgendwo isolieren und wenn ich zurückkam, musste ich mich wieder isolieren, meistens in einem Hotelzimmer. Das hatte natürlich auch einen Effekt auf mein Training.“

Natürlich war aber auch das kein Grund für ihn, hinzuschmeißen. Björnsson fand stattdessen neue Wege, mit den Einschränkungen umzugehen. „Ich habe meine Übungen so gut wie möglich angepasst. Ich habe zum Beispiel Schattenboxen in meinem Hotelzimmer gemacht. Außerdem Burpees, Push-ups, Sit-ups. Ich habe versucht, das Beste aus den Situationen zu machen“, so der 32-Jährige.

„Ich kann es kaum erwarten in den Ring zu steigen“

Mittlerweile konnte Björnsson wieder zu seiner gewohnten Box- und Workout-Routine zurückkehren. In Island, wo der 32-Jährige auch ein Sportstudio besitzt, sehe die Corona-Situation aktuell wieder entspannter aus, außerdem sei er geimpft. Deshalb fühlt er sich nun auch bereits bereit für den großen Fight gegen Eddie Hall. „Ich freue mich auf den Kampf. Es war eine lange Reise dahin und ich kann es kaum erwarten, in den Ring zu steigen“, betont Björnsson im Gespräch mit FITBOOK.

Welche Sportarten außer Boxen reizen Hafthor Björnsson noch?

Egal, wie der Kampf ausgeht: Björnsson hat bereits Unglaubliches geschafft. Natürlich zum einen in seiner Karriere als Strongman, aber auch mit seinem Wechsel zum Boxen. Mit Anfang 30 noch einmal sportlich komplett umzusatteln, davor muss man den Hut ziehen. Reizt ihn da vielleicht sogar der Gedanke, sich nach dem Boxen noch an etwas anderes heranzuwagen? „Ich werde im November 33 Jahre alt, deshalb bleibe ich wohl einfach beim Boxen. Wenn ich damit dann mal aufhöre, mache ich wahrscheinlich etwas, das nichts mit Sport zu tun hat“, verrät er FITBOOK.

„Vater zu sein, fühlt sich wundervoll an“

Eigentlich hat er seine Leidenschaft neben dem Sport auch schon längst gefunden: das Vatersein. Björnsson ist Vater einer Tochter und eines Sohnes – und liebt es: „Vater zu sein, ist ein Segen. Es fühlt sich wundervoll an und ist der beste Job der Welt. Sicherlich ist es auch manchmal schwierig, aber das ist es wert. Wenn sie lächeln und lachen und mit dir spielen, macht es das alles wieder wett.“

Als Profi-Athlet möchte Björnsson seine Liebe zum Sport auch an seine Kinder weitergeben. Bei seinem neun Monate alten Sohn muss er damit natürlich noch warten, doch seine Tochter Theresa sei bereits aktiv. „Meine Tochter läuft Schlittschuh und liebt es. Als sie jünger war, bin ich mal mit ihr zum Schwimmunterricht gegangen und das mochte sie auch. Aber jetzt konzentriert sie sich aufs Schlittschuhlaufen“, erzählt der stolze Vater im FITBOOK-Interview.

Was denkt er über Kraftraining bei Kindern?

Hafthor Björnsson ist ein großer Fan davon, dass Kinder Sport machen. „Sport ist gut für Kinder, eigentlich egal, was. Ob schwimmen, turnen, Hauptsache Sport“, sagt er uns. Mit Krafttraining sollte man bei Kindern jedoch auf jeden Fall warten: „Kinder können schon viel mit der eigenen Körperkraft machen, wie zum Beispiel Push-ups. Viele dieser Übungen sind schon durchaus ok. Krafttraining ist dagegen überhaupt nichts für Kinder. Dafür müssen sie wirklich erst älter werden“, so der „GoT“-Star zu FITBOOK. Krafttraining ist für Björnssons Kinder – sollten sie später mal Interesse daran haben – also noch Zukunftsmusik. Aber wer weiß, vielleicht trainieren sie später dann mal Seite an Seite mit ihrem starken Vater im Fitnessstudio.