16. November 2025, 17:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn morgens das Frühstück ausfällt und mittags die Zeit fehlt, setzen viele auf eine schnelle Lösung: Trinkmahlzeiten. Sie sollen satt machen, Nährstoffe liefern und Zeit sparen. Doch wie sinnvoll ist flüssiges Essen wirklich? Die Stiftung Warentest hat sechs Produkte untersucht – mit gemischtem Fazit.
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Schneller als Fastfood – und oft nährstoffreicher
Für den schnellen Hunger zwischendurch können Trinkmahlzeiten eine bessere Alternative zu fettigem Fast Food sein. Die Stiftung Warentest urteilt: „Wenn es mal schnell gehen muss, sind sie besser als Currywurst mit Pommes und Mayo.“1 Die getesteten Produkte enthielten laut Analyse bezüglich Vitamine und Mineralstoffe meist Mengen, die grob mit den Empfehlungen von Fachgesellschaften übereinstimmen. Auch die Gesamtfettwerte lagen demnach in einem akzeptablen Bereich.
Kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung
Dennoch betont die Stiftung Warentest, dass die flüssigen Mahlzeiten auf Basis von Milch, Erbsen oder Hafer keine Dauerlösung darstellen sollten. Drei wesentliche Kritikpunkte sprechen gegen den regelmäßigen Konsum.
Zu viel Eiweiß – eine Belastung für die Nieren
Alle getesteten Trinkmahlzeiten enthielten laut Stiftung Warentest unnötig hohe Mengen an Eiweiß. Für gesunde Menschen sei das unproblematisch. Wer jedoch bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, sollte vorsichtig sein – denn „bei einer eingeschränkten Nierenfunktion können zu viel Proteine das Organ belasten.“
Heißhunger durch Zucker und Süßstoffe
Auch beim Zuckergehalt zeigten sich Schwächen: Obwohl den Produkten kein Zucker zugesetzt wird, bringen die natürlichen Zutaten bis zu 30 Gramm Zucker auf 500 Milliliter mit. Die darin enthaltenen kurzkettigen Kohlenhydrate gelangen schnell ins Blut und führen zu sogenannten Blutzuckerspitzen – ein Problem, insbesondere für Menschen mit Diabetes oder Prädiabetes. „Für sie sind Trinkmahlzeiten daher weniger geeignet“, so die Testerinnen und Tester.
Sinkt der Blutzuckerspiegel anschließend wieder ab, kann Heißhunger entstehen. Verstärkt wird dieser Effekt möglicherweise noch durch den Einsatz des Süßstoffs Sucralose, der in Verdacht steht, den Appetit zusätzlich anzuregen.
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Ohne Kauen kein Sättigungsgefühl
Ein weiterer Nachteil: Der Kauvorgang entfällt – und damit auch ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Sättigungsprozesses. „Essen, das im Mund zerkleinert werden muss, macht uns in aller Regel länger satt.“ Flüssige Mahlzeiten hingegen sind schnell konsumiert und können dazu führen, dass man insgesamt mehr Kalorien aufnimmt, als nötig.
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Hinzu kommt: Mit 400 bis 515 Kilokalorien pro Portion liefern die Produkte laut Stiftung Warentest ähnlich viel Energie wie eine vollwertige Hauptmahlzeit – sie sind also alles andere als ein kleiner Snack.
Fazit
Trinkmahlzeiten können im stressigen Alltag eine gelegentliche Notlösung sein und sind ernährungsphysiologisch besser als viele Fastfood-Alternativen. Für den regelmäßigen Einsatz eignen sie sich laut Stiftung Warentest jedoch nicht – insbesondere wegen ihres hohen Proteingehalts, der schnellen Zuckeraufnahme und dem fehlenden Kauerlebnis.
*Mit Material von dpa