27. Juli 2026, 4:17 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Ob im Müsli, im Joghurt, als Smoothie oder einfach frisch aus der Schale – Himbeeren und Brombeeren gehören zu den beliebtesten Früchten. Beide gelten als heimische Superfoods, sind kalorienarm und liefern eine Vielzahl wertvoller Nährstoffe. Doch welche der beiden Beeren hat gesundheitlich tatsächlich die Nase vorn?
Beeren gehören zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln
Ernährungsexperten empfehlen, täglich Obst zu essen – und Beeren nehmen dabei eine besondere Stellung ein. Sie sind vergleichsweise kalorienarm, dafür haben sie aber viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Zu diesen zählen unter anderem Flavonoide und Anthocyane. Ihnen werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Sie können freie Radikale im Körper neutralisieren und dadurch die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie Entzündungsprozesse positiv beeinflussen können.1
Das sind die Unterschiede zwischen den Beeren
Obwohl beide Früchte zur Familie der Rosengewächse gehören, handelt es sich um unterschiedliche Pflanzenarten. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich vor allem durch ihre Farbe: Himbeeren sind leuchtend rot, Brombeeren dunkelviolett bis schwarz.
Auch bei der Ernte gibt es Unterschiede. Himbeeren lösen sich leicht vom Blütenboden und sind deshalb hohl. Das macht sie allerdings auch besonders druckempfindlich. Brombeeren bleiben dagegen beim Pflücken am Fruchtboden hängen. Der kleine helle Strunk bleibt in der Frucht zurück. Dadurch sind sie robuster und lassen sich besser transportieren und lagern.2
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Brombeeren: Das steckt in den dunklen Früchten
Brombeeren gehören ernährungsphysiologisch zu den interessantesten heimischen Beeren. 100 Gramm liefern lediglich rund 44 Kilokalorien und enthalten gleichzeitig zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.
Besonders hervorzuheben ist ihr hoher Gehalt an Anthocyanen. Diese sekundären Pflanzenstoffe verleihen den Früchten ihre intensive dunkle Farbe. Studien deuten darauf hin, dass Anthocyane Zellen vor oxidativem Stress schützen können. Außerdem wird untersucht, ob sie sich positiv auf Gedächtnis und Konzentration auswirken.
Darüber hinaus enthalten Brombeeren:
- Vitamin C
- Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A
- B-Vitamine, darunter Folat
- Kalium
- Ballaststoffe, insbesondere Pektin
Vitamin C unterstützt das Immunsystem und trägt zur Kollagenbildung bei, welches unter anderem für Haut, Knochen, Knorpel, Blutgefäße und Zahnfleisch wichtig ist.
Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt und spielt eine wichtige Rolle für die Sehkraft sowie den Zellschutz. Kalium trägt zu einer normalen Funktion von Muskeln und Herz bei und unterstützt die Regulierung des Blutdrucks. Pektin gehört zu den löslichen Ballaststoffen. Es fördert die Verdauung, sorgt für ein längeres Sättigungsgefühl und kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit stabil zu halten.3
Himbeeren: kalorienarm und voller Nährstoffe
Auch Himbeeren zählen zu den nährstoffreichsten Obstsorten. Mit rund 33 Kilokalorien pro 100 Gramm enthalten sie sogar etwas weniger Energie als Brombeeren. Gleichzeitig ist ihr Zuckergehalt vergleichsweise niedrig.4
Zu ihren wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:
- Vitamin C
- Ballaststoffe
- Anthocyane und weitere Flavonoide
- Kalium
- Magnesium
- Gerbstoffe (Tannine)
- Resveratrol
Resveratrol ist vor allem aus roten Trauben bekannt. Dem Pflanzenstoff werden entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Ein weiterer Vorteil der Himbeere ist ihr niedriger glykämischer Index. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr langsamer ansteigt als bei vielen anderen Obstsorten. Deshalb gelten Himbeeren auch für Menschen, die ihren Blutzucker im Blick behalten möchten, als besonders günstige Wahl. Die enthaltenen Gerbstoffe können zudem den Stärkeabbau verlangsamen und so ebenfalls zu einem sanfteren Blutzuckeranstieg beitragen.
Sowohl Himbeeren als auch Brombeeren sind gute Vitamin-C-Lieferanten. Brombeeren enthalten etwa 15 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm. Himbeeren kommen sogar auf rund 25 Milligramm pro 100 Gramm. Zum Vergleich: Zitronen enthalten ungefähr 50 Milligramm pro 100 Gramm.5
Ballaststoffe fördern die Verdauung
Ein weiterer Pluspunkt beider Beeren ist ihr hoher Ballaststoffgehalt. Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Verdauung, fördern die Darmflora und sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Außerdem können sie helfen, Blutzuckerschwankungen nach einer Mahlzeit zu verringern.
Wann die Beeren am besten schmecken
Wer möglichst aromatische Früchte kaufen möchte, sollte auf die heimische Saison achten. Himbeeren sind in Deutschland überwiegend von Juni bis August erhältlich. Brombeeren folgen etwas später und haben ihre Hauptsaison zwischen Juli und Oktober. Während dieser Zeit lohnt sich der Griff zu regional angebauten Früchten besonders. Kurze Transportwege sorgen häufig für frischere Ware und schonen gleichzeitig die Umwelt. Außerhalb der Saison stammen viele Beeren aus südlichen Ländern oder aus Übersee.
Außerhalb der Saison müssen Verbraucher nicht auf Beeren verzichten. Tiefgekühlte Himbeeren und Brombeeren werden meist direkt nach der Ernte eingefroren. Dadurch bleiben viele Vitamine und andere Nährstoffe erhalten. Für Smoothies, Desserts oder zum Backen sind sie daher eine gute Alternative zu frischer Ware.
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Worauf Sie beim Einkauf achten sollten
Frische Beeren sind empfindlich. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Verpackung. Die Früchte sollten nämlich prall und fest sein, keine Druckstellen aufweisen, trocken aussehen und keinen Schimmel zeigen.
Bereits leicht beschädigte Beeren können schnell die gesamte Schale verderben lassen. Himbeeren sind dabei deutlich empfindlicher als Brombeeren und sollten möglichst rasch verzehrt werden.
Vorsicht bei selbst gesammelten Waldbeeren
Wer Brombeeren oder Himbeeren im Wald sammelt, sollte die Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) können Wildbeeren Krankheitserreger wie Noroviren oder Hepatitis-A-Viren tragen.6 Auch der Fuchsbandwurm wird in diesem Zusammenhang als mögliches Risiko genannt.
Dunkel schlägt Rot? Ganz so einfach ist es nicht
„Viele Menschen gehen davon aus, dass dunkle Beeren automatisch gesünder sind als helle oder rote Früchte. Tatsächlich enthalten Brombeeren durch ihre intensive Farbe besonders viele Anthocyane – sekundäre Pflanzenstoffe, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie grundsätzlich die bessere Wahl sind. Aus meiner Sicht gibt es bei Himbeeren und Brombeeren keinen klaren Gewinner. Beide Beeren liefern reichlich Vitamine, Ballaststoffe und wertvolle Pflanzenstoffe, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Während Brombeeren vor allem mit ihrem hohen Anthocyan-Gehalt überzeugen, punkten Himbeeren unter anderem mit ihrem niedrigen glykämischen Index und dem enthaltenen Resveratrol.
Mein Rat lautet deshalb: Entscheiden Sie sich nicht für einen Favoriten, sondern genießen Sie beide Beeren möglichst regelmäßig und während ihrer Saison. So profitieren Sie von den jeweiligen Stärken beider Früchte und bringen gleichzeitig mehr Abwechslung auf den Speiseplan..“