7. September 2026, 17:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und chronischer Stress gehören weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Gleichzeitig steigt der Konsum alkoholfreier Getränke seit Jahren an. Dazu zählen etwa Kaffee, Softdrinks, Energy-Drinks, Limonaden oder Bubble Tea. Eine Studie zeigt, dass es einen wichtigen Zusammenhang zu geben scheint.
Bislang lieferten Studien zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Getränkekonsum und psychischer Gesundheit widersprüchliche Ergebnisse. Außerdem konzentrierten sich frühere Übersichtsarbeiten meist auf einzelne Getränkekategorien oder ausschließlich auf Depressionen. Angststörungen und Stress wurden bislang nicht gemeinsam untersucht.
Deshalb werteten die Forscher die verfügbare Literatur systematisch aus. Sie wollten herausfinden, ob zwischen dem Konsum alkoholfreier Getränke und Depressionen, Angststörungen oder Stress ein Zusammenhang besteht und ob sich die Ergebnisse je nach Getränk, Alter oder Region unterscheiden. Die untersuchte Arbeit trägt den Titel „Nonalcoholic Beverage Consumption and the Risk of Depression, Anxiety, and Stress: A Systematic Review and Meta-Analysis“ und wurde 2026 von Yixin Ouyang und Kollegen in der Fachzeitschrift „Depression and Anxiety“ veröffentlicht.1
Studiendesign und Methoden
Die Forscher führten eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse durch. Dabei werden die Ergebnisse mehrerer Studien statistisch zusammengefasst, um ein möglichst belastbares Gesamtbild zu erhalten. Für die Analyse durchsuchten die Autoren vier wissenschaftliche Datenbanken. Nach der Auswahl blieben 59 Studien mit insgesamt 132 Datensätzen und 2.050.716 Teilnehmern aus 22 Ländern übrig.
Berücksichtigt wurden Querschnitts- und Kohortenstudien, die den Konsum alkoholfreier Getränke mit Depressionen, Angststörungen oder Stress in Zusammenhang brachten. Verglichen wurden Personen mit hohem Getränkekonsum mit jenen, die wenig oder gar keine entsprechenden Getränke konsumierten.
Verbindung zwischen alkoholfreien Getränken und Depression und Angststörungen
Über alle Studien hinweg zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einem höheren Konsum alkoholfreier Getränke und einem häufigeren Auftreten von Depressionen und Angststörungen.
Besonders deutlich waren die Zusammenhänge bei zuckerhaltigen Getränken, Softdrinks, kohlensäurehaltigen Getränken, künstlich gesüßten Getränken, Energy-Drinks und Bubble Tea. Diese Getränke standen in den ausgewerteten Studien häufiger mit depressiven Beschwerden in Verbindung. Auch bei Angststörungen fanden die Autoren Zusammenhänge, insbesondere für Bubble Tea und kohlensäurehaltige Getränke.
Eine Ausnahme war Kaffee. Die Auswertung ergab, dass Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Depressionen verbunden war. Beim Thema Stress war das Ergebnis weniger eindeutig. In der Hauptanalyse zeigte sich kein statistisch gesicherter Zusammenhang. Nach dem Ausschluss einer einzelnen Studie wurde jedoch auch hier eine Verbindung sichtbar.
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Nicht alle Getränke zeigen gleich starken Zusammenhang
Die Analyse deutet darauf hin, dass nicht alle alkoholfreien Getränke gleichermaßen mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen. Während für Kaffee eher günstige Zusammenhänge beobachtet wurden, zeigten sich bei verschiedenen zuckerhaltigen oder stark verarbeiteten Getränken häufiger Verbindungen zu Depressionen und Angststörungen.
Besonders auffällig waren die Ergebnisse bei Kindern und Jugendlichen. Auch in Ostasien und im Pazifikraum fielen die Zusammenhänge stärker aus als in anderen Regionen. Nach Ansicht der Autoren liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise für künftige Forschung und öffentliche Gesundheitsstrategien. Konkrete Ernährungsempfehlungen lassen sich daraus jedoch noch nicht ableiten.
Einordnung der Studie und mögliche Einschränkungen
Zu den Stärken der Arbeit zählen die große Teilnehmerzahl von mehr als zwei Millionen Menschen sowie die Einbeziehung von Studien aus zahlreichen Ländern. Dadurch entsteht ein breiter Überblick über die bisherige Forschung.
Die Autoren weisen jedoch auf mehrere Einschränkungen hin. Die meisten eingeschlossenen Untersuchungen waren Beobachtungsstudien. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen belegen. Weitere Studien müssen klären, ob und wie einzelne Getränke die psychische Gesundheit tatsächlich beeinflussen. Zudem könnten andere Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Schlaf oder soziale Umstände die Ergebnisse beeinflusst haben. Der Getränkekonsum beruhte außerdem größtenteils auf Selbstangaben der Teilnehmer.