25. November 2025, 11:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Viel Gemüse, Olivenöl, Nüsse, Vollkorn, gelegentlich Fisch – diese Lebensmittel bilden nicht nur den Kern meiner, sondern auch der mediterranen Ernährung, die seit Langem mit Herz- und Gefäßgesundheit in Verbindung gebracht wird. Eine neue Langzeitstudie zeigt nun, dass auch das Gehirn von dieser Ernährungsweise profitieren könnte. Untersucht wurde, wie sich Mittelmeer- und MIND-Diät bei Alzheimer-Patienten und gesunden Erwachsenen auf Biomarker, Hirnstruktur und Krankheitsverlauf auswirken. Für „Highway to Health – Studien kompakt“ habe ich mir die Untersuchung näher angeschaut.
Was wurde untersucht? In einer fünf Jahre andauernden Studie mit genau 1500 Teilnehmern – 750 gesunden Erwachsenen und 750 Menschen mit Alzheimer – prüften Forscher, wie sich Ernährung auf das Gehirn auswirkt.1 Verglichen wurden die Mittelmeer-Ernährung und die MIND-Ernährung. Letztere ist eine Kombination aus Mittelmeer- und der blutdrucksenkenden DASH-Diät mit viel Gemüse, Beeren, Vollkornprodukten, Nüssen und Olivenöl.
Die Forscher erfassten geistige Leistungen, Laborwerte aus Blut und Nervenwasser (Zerebrospinalflüssigkeit), Gehirnscans sowie das Alzheimer-Risikogen APOE4. Um die Ernährung genau zu erfassen, nutzten die Forscher moderne Methoden, darunter eine App und künstliche Intelligenz (KI), um die Ernährungsgewohnheiten über die gesamte Studienzeit präzise zu verfolgen.
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Ergebnisse: Gesunde Teilnehmer behielten ihre geistigen Leistungen über die gesamte Studiendauer stabil, während bei Teilnehmern mit Alzheimer, die sich konsequent an eine der beiden Ernährungsformen hielten, über fünf Jahre hinweg ein deutlich langsamerer Anstieg der Alzheimer-Biomarker (Amyloid-β, Tau und NfL) zu verzeichnen war. Dies deutet auf eine verlangsamte Krankheitsentwicklung hin. Auch Entzündungswerte blieben niedriger.
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Besonders Mikronährstoffe wie Omega-3-Fette, B-Vitamine und Polyphenole, die in diesen Diäten reichlich vorkommen, hingen stark mit besseren geistigen Leistungen zusammen. In den MRT-Aufnahmen zeigte sich: Bei gesünderer Ernährung schrumpften Hippocampus und Hirnrinde (kortikale Dicke) deutlich langsamer. Die MIND-Ernährung war ein etwas stärkerer Vorhersager für bessere geistige Leistungen. APOE4-Träger hatten insgesamt einen stärkeren Abbau, weshalb sie gezielte Empfehlungen für extra viele Omega-3-Fette und Polyphenole erhielten, um ihre höhere Anfälligkeit für Entzündungen zu bekämpfen.
Bedeutung: MIND- und Mittelmeer-Ernährung gelten als vielversprechende, nicht-medikamentöse Strategien zur Vorbeugung und Begleitung der Alzheimer-Krankheit. Eine pflanzenbetonte Kost mit Olivenöl, Nüssen, Vollkorn und Beeren kann das Gehirn langfristig schützen.
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