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Laut Studie

Diese Lebensmittel können Demenzrisiko um 58 Prozent erhöhen

Laut einer neuen Studie kann das Demenzrisiko durch eine bestimmte Lebensmittelgruppe stark erhöht werden
Laut einer neuen Studie kann das Demenzrisiko durch eine bestimmte Lebensmittelgruppe stark erhöht werden Foto: Getty Images
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Isa Kabakci
Redakteur

4. Juni 2026, 20:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Fertiggerichte, Softdrinks und süße Snacks sind für viele Menschen (leider) fester Bestandteil des Alltags. Laut einer neuen Studie der Harvard-Universität könnte ein hoher Konsum solcher stark verarbeiteten Lebensmittel die Gehirngesundheit im Alter beeinträchtigen und somit das Demenzrisiko erhöhen. Teilnehmer mit dem höchsten Verzehr waren häufiger von Demenz und anderen kognitiven Einschränkungen betroffen. Ein hoher Anteil unverarbeiteter Lebensmittel in der Ernährung war dagegen mit einem geringeren Risiko verbunden.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Für die Studie werteten Harvard-Forscher die Daten von 5370 US-Amerikanern im Alter von mindestens 50 Jahren aus, die an der langfristig angelegten „Health and Retirement Study“ teilnahmen.1 Zu Beginn der Studie hatten alle Teilnehmer weder eine Demenz noch andere Gedächtnisprobleme. Personen, bei denen bereits kurz nach dem Studienstart kognitive Einschränkungen auftraten, wurden von der Analyse ausgeschlossen, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.2

Die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer erfassten die Wissenschaftler einmalig im Jahr 2013 mithilfe eines detaillierten Fragebogens. Im Fokus stand dabei der Konsum sogenannter ultraverarbeiteter Lebensmittel. Dazu zählen etwa Softdrinks, Süßigkeiten, Frühstückszerealien, Fertiggerichte oder verarbeitetes Fleisch. Anhand etablierter Kriterien wurde bestimmt, wie hoch der Anteil dieser stark industriell verarbeiteten Produkte an der täglichen Ernährung war.

Anschließend begleiteten die Forscher die Teilnehmer über einen Zeitraum von knapp neun Jahren. Zwischen 2014 und 2020 wurde ihre geistige Leistungsfähigkeit alle zwei Jahre mithilfe standardisierter Gedächtnis- und Denktests überprüft. So konnten die Forscher nachvollziehen, ob sich im Laufe der Zeit eine Demenz oder mildere Formen kognitiver Beeinträchtigungen entwickelten.

Bei der Auswertung berücksichtigte das Forschungsteam zahlreiche Faktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen können. Dazu zählten unter anderem Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und Einkommen. Auch Rauch- und Trinkgewohnheiten, körperliche Aktivität sowie bestehende Erkrankungen flossen in die Analyse ein. Anschließend verglichen die Forscher das Risiko für Demenz und kognitive Einschränkungen zwischen Menschen mit niedrigem und hohem Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel.

Demenzrisiko deutlich erhöht

Im Verlauf der knapp neunjährigen Nachbeobachtungszeit erkrankten 266 Teilnehmer an Demenz, weitere 1191 entwickelten eine leichte kognitive Beeinträchtigung ohne Demenz. Die Ergebnisse deuteten auf einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel und dem Risiko für geistigen Abbau hin.

So hatten Personen mit dem höchsten Verzehr stark verarbeiteter Produkte im Vergleich zu den Teilnehmern mit dem geringsten Konsum ein um 58 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Auch das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen lag um 46 Prozent höher. Betrachteten die Forscher beide Erkrankungen gemeinsam, zeigte sich ein um 47 Prozent erhöhtes Risiko. Auffällig dabei: Mit zunehmendem Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel auf dem Speiseplan stieg auch das Risiko für kognitive Probleme.

Besonders deutlich fiel der Zusammenhang bei verarbeitetem Fleisch aus. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum hatten ein mehr als doppelt so hohes Demenzrisiko wie Personen, die davon nur wenig aßen. Umgekehrt profitierten diejenigen, die vor allem auf unverarbeitete oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse und andere frische Produkte setzten. Ihr Risiko, im Laufe der Zeit an Demenz zu erkranken, war um 41 Prozent geringer.

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Was bedeutet das konkret?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht nur die Nährstoffe eines Lebensmittels wichtig sind. Auch sein Verarbeitungsgrad könnte eine Rolle für die Gehirngesundheit spielen. Menschen, die regelmäßig viele stark verarbeitete Produkte konsumieren, könnten langfristig ein höheres Risiko für Demenz und andere Formen geistigen Abbaus haben. Teilnehmer, die besonders viele unverarbeitete oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse verzehrten, hatten dagegen ein deutlich geringeres Demenzrisiko.

Interessant ist außerdem, dass die Studie keine Hinweise auf eine klar „sichere“ Konsummenge ultraverarbeiteter Lebensmittel fand. Bereits moderate Mengen waren mit einem erhöhten Risiko für kognitive Probleme verbunden. Die Autoren sehen darin einen weiteren Hinweis darauf, dass die Qualität der Ernährung eine wichtige Rolle für gesundes Altern spielen könnte.

Allerdings beweist die Studie nicht, dass ultraverarbeitete Lebensmittel direkt Demenz verursachen. Als Beobachtungsstudie kann sie nur Zusammenhänge aufzeigen. Dennoch passen die Ergebnisse zu zahlreichen früheren Studien, die stark verarbeitete Lebensmittel bereits mit Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht haben.

Angesichts der weltweit steigenden Zahl von Demenzerkrankungen könnten solche Erkenntnisse für die Prävention besonders relevant sein. Die Studie deutet darauf hin, dass bereits kleine Veränderungen im Alltag – etwa weniger Fertigprodukte und mehr frische Lebensmittel – langfristig zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen könnten.

Auch interessant: Diese Demenz-Risikofaktoren zeigen schon 20-Jährige

Einordnung und mögliche Einschränkungen

Die Studie punktet durch ihre große Teilnehmerzahl und die lange Beobachtungszeit von fast neun Jahren. Dadurch konnten die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und späteren kognitiven Erkrankungen über einen längeren Zeitraum verfolgen. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Das bedeutet, dass die Ergebnisse zwar einen Zusammenhang nahelegen, aber nicht beweisen können, dass ultraverarbeitete Lebensmittel direkt für das erhöhte Demenzrisiko verantwortlich sind.

Die Ernährungsdaten wurden per Fragebogen erhoben, zudem erfolgte die Erfassung von Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen nicht durch klinische Untersuchungen, sondern mithilfe eines validierten Testverfahrens. Beides kann mit gewissen Ungenauigkeiten verbunden sein. Die Autoren halten ihre Ergebnisse dennoch für belastbar.

Zudem wurden die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer 2013 einmalig mithilfe eines detaillierten Fragebogens erfasst und dienten als Grundlage für die weitere Analyse. Die Autoren weisen darauf hin, dass solche Erhebungsmethoden mit Ungenauigkeiten verbunden sein können und daher eine Limitation der Studie darstellen.

Quellen

  1. University of Michigan. Health and Retirement Study. (aufgerufen am 4. Juni 2026) ↩︎
  2. Lee H, McEvoy CT, Steele EM, Khandpur N, Heeringa SG, Ryan LH, Langa KM, Wolfson JA, Leung CW. (2026).Ultraprocessed Foods and the Risk of Cognitive Impairment and Dementia in Older US Adults: 2013–2020 Health and Retirement Study. American Journal of Public Health. no.  (): pp. e1-e12. ↩︎

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