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„FITBOOK Beach Camp“-Trainer

Kampfsport-Profi Tim von Fintel erklärt, warum Fitness-Boxen das bessere HIIT ist

Mann im Karate-Gi läuft durch Meeresbrandung
Der Kampfsport wird im FITBOOK Beach Camp 2022 auch eine wichtige Rolle spielenFoto: Getty Images

Ob Ju-Jutsu, Kickboxen oder Krav Maga: Tim von Fintel ist Profi auf dem Gebiet Kampfsport. Dass es dabei nicht nur um Technik und Schnelligkeit, sondern auch um Fitness und Spaß geht, wird er beim FITBOOK Beach Camp zeigen.

Der 48-Jährige begann bereits als Kind mit Judo. Inzwischen hat er sich auf verschiedene Stile des Kampfsports spezialisiert. Er ist Gründer und Chef der Kampfsportschule Zanshin Dojo in Hamburg. Im Interview mit FITBOOK erzählt Tim von Fintel, was die Teilnehmer seiner Kurse im FITBOOK Beach Camp auf Kreta erwartet und warum Kampfsport für jeden Fitness-Fan ein Muss ist.

Das ist Tim von Fintel – FITBOOK Beach Camp Trainer 2022

Tim von Fintel
Tim von Fintel ist Gründer der Kampfsportschule Zanshin Dojo in HamburgFoto: Tim von Fintel

Name: Tim von Fintel
Alter: 48
Wohnort: Hamburg
Ausbildung: 6. Dan Ju-Jutsu (DJJV), 1. Dan Kickboxen, Black Belt Krav Maga / Master Instructor (DKMV), Lehrer-Lizenz Ju-Jutsu (DJJV), Brown Belt Brazilian Ju-Jutsu, Representative Instructor Combat Submission Wrestling unter Erik Paulson, Übungsleiter-Lizenz Boxen, Bundesreferent für den DJJV, Official Hyrox Coach
Sportliche Erfolge: 1. Platz bei der Europameisterschaft im Brazilian Ju-Jitsu in der Purple Belt Master Class 3 (-94 Kg) 2017, 2. Platz bei der Europameisterschaft im Brazilian Ju-Jitsu in der Purple Belt Master Class 1 (-94 Kg) 2006, 2× Deutscher Meister Ju-Jutsu, 3× Deutscher Vizemeister Ju-Jutsu, 7× Norddeutscher Meister Ju-Jutsu, 9× Hamburger Meister Ju-Jutsu, 2. Platz World Cup in Kopenhagen 1992 als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft

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»Kampfsport macht selbstbewusst

FITBOOK: Wie bist du zum Kampfsport gekommen?
Tim von Fintel: „Über einen Judo-Neigungskurs in der 5. Klasse und einer anschließenden Turnierteilnahme, bei der ich den ersten Platz erkämpft habe, verlor ich mein Herz an den Kampfsport. Dort zeigte sich schon sehr früh mein Talent für den Sport. Aufgrund von unangenehmen Erfahrungen mit Jugendlichen aus der Nachbarschaft, hatte ich beschlossen, mit dem Karate-Training zu beginnen. Wie viele Eltern, hatte auch mein Vater Bedenken, seinen sehr lebhaften Jungen zum Kampfsporttraining zu schicken. Er hatte Angst, dass ich vielleicht vom Opfer zum Täter werde. Nachdem ich zu Hause in der Büchersammlung von meinen Eltern ein Buch über Ju-Jutsu entdeckt hatte, in dem erklärt wurde, dass Ju-Jutsu eine Selbstverteidigung ist, welche bei der Polizei gelehrt wird, konnte ich meinen Vater von meiner Teilnahme am Unterricht überzeugen. So hat mein Ju-Jutsu Training 1986 im Polizeisportverein in Hamburg begonnen.“

Was hat dich so am Kampfsport fasziniert?
Tim von Fintel: „Besonders beeindruckend waren für mich die entwickelten Konzepte gegen einfache Angriffe, wie zum Beispiel Ohrfeigen oder Umklammerungen. Später jedoch sollte ich erfahren, dass die Komplexität der Angriffe ein hohes Maß an Wissen benötigt. So habe ich festgestellt, dass – wie auch in anderen Fachbereichen – der Kampfsportlehrer niemals auslernt. Aufgrund von körperlichen Eigenschaften sowie äußerlichen Gegebenheiten wie Größe, Gewicht und Trainingszeit pro Woche – um nur einige zu nennen – benötigt jeder Trainierende seine eigenen Konzeptlösungen. Sobald der Sportler es erlernt und seine Fortschritte fühlt, wird er merken, dass Kampfsport sein Selbstbewusstsein stärkt.“

»Keiner wird ein blaues Auge davon tragen

Welche Kurse wirst du beim FITBOOK Beach Camp anbieten?
Tim von Fintel: „Ich werde auf jeden Fall Fitness-Boxen und Fitness-Kickboxen anbieten, ein verletzungsfreies Boxtraining für alle Teilnehmer. Also ein spaßiges, anstrengendes, aber machbares Boxtraining – ohne ein blaues Auge davon zu tragen. Auch ein Selbstverteidigungstraining und Krav Maga sind angedacht.“

Worauf achtest du als Trainer ganz besonders?
Tim von Fintel: „Beim FITBOOK Beach Camp kommen nicht nur Sportler aus allen möglichen Bereichen zusammen, sondern auch Teilnehmer, die erst einmal wieder in den Sport hineinfinden möchten. Einige freuen sich auch darauf, einfach einen aktiven Urlaub zu machen. Bei einer solchen Teilnehmerzusammensetzung ist ganz viel Fingerspitzengefühl gefragt. Da ist es nicht zielführend, die Standards aus den bestehenden Fortgeschrittenenkursen aus meiner Kampfsportschule zu übertragen. Ich werde mich als Trainer der Gruppe anpassen. Es ist mir besonders wichtig, dass sich alle gut aufgehoben fühlen. Die Teilnehmer sollen Spaß haben. Beim Fitnessboxen wird oft partnerweise trainiert. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Paare harmonieren. Ansonsten könnten die Kräfteverhältnisse oder die Vorerfahrungen nicht zueinanderpassen. Genau darauf werde ich ein besonderes Augenmerk legen.“

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Ist Fitness-Boxen für jeden geeignet?
Tim von Fintel: „Fitness-Boxen ist eine Sportart, die den Kreislauf ordentlich auf Touren bringt. Der Puls wird hochgedreht. Da ist es wichtig, dass das Herz-Kreislauf-System gesund ist. Bei Fußverletzungen, Problemen mit den Handgelenken oder Rückenleiden muss genau abgewogen werden, ob ein Training sinnvoll ist. Wenn der Arzt grünes Licht gibt und das Training sich gut anfühlt, ist häufig auch mit kleinen Beschwerden ein Training möglich. Es sind also eher schwere gesundheitliche Einschränkungen, die einen vom Fitness-Boxen abhalten können. Aber im Zweifel empfehle ich jedem Teilnehmer, vorher seinen Arzt zu fragen.“

»Es geht um Spaß, Bewegung und Motivation!

Warum ist Fitness-Boxen ein effektives Training?
Tim von Fintel: „Boxen und Kickboxen ähneln dem, was man heutzutage HIIT nennt. Das Training besteht aus Elementen, bei denen man Vollgas gibt und dann wieder ruhiger wird. Der Sportler hat zum Beispiel zwei Minuten eine hohe Belastung, dort wird der Puls hochgefahren, und dann hat er eine Minute Pause. Das wird ungefähr so aussehen: Der eine hält den Sandsack, der andere schlägt ordentlich drauf, nach einer gewissen Zeit wird von mir ein Wechsel angesagt. So entstehen abwechselnde Belastungsspitzen und Ruhepausen. Intervalle sind ein fester Bestandteil des Trainings. Es kommt aber nicht auf die Leistung an, sondern es geht um Spaß, Bewegung und Motivation. Vielleicht finden die Teilnehmer auch neue Ansätze für ihr Training zu Hause.“

Auf was freust du dich beim FITBOOK Beach Camp am meisten?
Tim von Fintel: „Ich freue mich am meisten darauf, viele verschiedenen Menschen kennenzulernen und für meinen Sport zu begeistern. Mir ist es wichtig, dass die Leute Spaß am Sport und am sozialen Miteinander haben. Es ist toll für mich, ein Teil der FITBOOK Beach Camp Community zu sein.“

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Wo wird man dich beim FITBOOK Beach Camp noch antreffen?
Tim von Fintel: „Ich bin gern in der geselligen Runde, egal wo. Ich fahre aber auch gern Fahrrad und genieße dabei die Sonne.“

Welchen Satz hörst du beim Training gar nicht gerne?
Tim von Fintel: „Entweder: ‚Die Technik funktioniert ja gar nicht!’ Oder: ’Was ist, wenn er das macht?‘ (lacht)“

Hast du ein Fitness-Motto?
Tim von Fintel: „Im Sport mache ich gern die Sachen, die mir besonders viel Spaß machen, zuerst, damit ich mich motivieren kann. Und dann erst die Lücken, die ich noch schließen muss. Bei mir ist das Entspannung. Meditieren, Yoga machen – das fällt mir schwer. Mein Motto ist deshalb: Erst einmal das machen, was Spaß macht!“

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