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Bereits 65 Grad können schädlich sein

Wer seinen Tee zu heiß trinkt, riskiert Speiseröhrenkrebs

Frau trinkt Tee
Tee und Kaffee vor Genuss mindestens vier Minuten abkühlen lassen
Foto: Getty Images

Wer seinen Kaffee oder Tee zu heiß trinkt, erhöht damit das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken um 90 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher der Universität Teheran.

Schon alleine die Angewohnheit, seinen Tee dreimal täglich über 60 Grad Celsius heiß zu trinken, erhöht das Krebsrisiko um 90 Prozent, heißt es in der jetzt veröffentlichten Studie der Tehran University of Medical Sciences. Das Gleiche gelte übrigens auch für Tee, Kakao und andere Heißgetränke, denn die Entstehung von Krebs werde nicht durch etwaige Inhaltsstoffe begünstigt, sondern allein durch die zu heiße Temperatur. Der Grund: Die heiße Flüssigkeit reizt die empfindlichen Schleimhäute in Mund und Rachenraum, was auf Dauer zu kleinen Verletzungen bis hin zu Entzündungen führen kann. Ist die DNA einmal geschädigt, kann es schnell zum Wachstum bösartiger Tumore kommen.

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Groß angelegte Studie mit über 50.000 Teilnehmern

In besagter Studie wurde das Tee-Trinkverhalten von 50.045 Iranern zwischen 40 und 75 Jahren über vier Jahre hinweg (2004 – 2008) untersucht. Anschließend wurden diese Personen zehn weitere Jahre beobachtet, von denen in der Zwischenzeit 317 an Speiseröhrenkrebs erkrankt waren. Die meisten der betroffenen Personen hatten zuvor angegeben, ihren Tee vorzugsweise sehr heiß (70 Grad Celsius) zu trinken. Für die Forscher ein weiterer Beleg, dass tatsächlich ein signifikanter Zusammenhang zwischen heiß trinken und Speiseröhrenkrebs besteht.

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Faustregel: Getränk immer vier Minuten abkühlen lassen

Generell gelten alle Getränke unter 60 Grad Celsius als unbedenklich. Um sicherzugehen, empfehlen die Forscher, seinen Kaffee oder Tee vor dem Trinken stets vier Minuten abkühlen zu lassen.

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In vielen Ländern wird Tee traditionell sehr heiß getrunken

Genau wie im Iran wird auch in China, in der Türkei und in Südamerika der Tee traditionell sehr heiß getrunken. So brachte auch eine prospektive Beobachtungsstudie der Universität Peking 2018 Alarmierendes zutage. Anders als im Iran, wo Alkohol und Rauchen kulturell weniger ein Thema ist (zumindest in der Öffentlichkeit), ist beides bei chinesischen Männern weit verbreitet. Hier zeigte sich, dass sich das Speiseröhren-Krebsrisiko noch einmal um ein Fünffaches erhöht, wenn zum heißen Tee Tabak und 15 Gramm Alkohol oder mehr (auf den Tag verteilt) konsumiert werden.

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