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Studie mit Mäusen

Verbessert Intervallfasten das Erinnerungsvermögen?

Intervallfasten Erinnerungsvermögen
Eine Studie hat herausgefunden, dass Intervallfasten das Erinnerungsvermögen beeinflussen kannFoto: Getty Images

Nicht nur weniger Kilos und mehr Energie – Intervallfasten könnte laut neuer Studie ein wirkungsvoller Weg sein, langfristig das Erinnerungsvermögen zu verbessern.

Anhänger*innen des Intervallfastens schwören auf die zahlreichen positiven Wirkungen: besseres Körpergefühl, gesunde Gewichtsabnahme, neue Energie und eine verlässlichere Verdauung. Eine vom Londoner King’s College durchgeführte Studie mit Mäusen kam jetzt zu dem Schluss, dass Intervallfasten darüber hinaus eine äußerst positive Wirkung auf das Gehirn hat. Nicht nur das Erinnerungsvermögen (und damit das Langzeitgedächtnis) soll sich dadurch verbessern – Intervallfasten soll auch die Bildung neuer Nervenzellen begünstigen. Die Forschenden gehen davon aus, dass sich ihre Beobachtung auch auf den Menschen übertragen lässt.

Mäuse in drei Diät-Gruppen eingeteilt

Für die im Fachmagazin Molecular Psychiatry veröffentlichte Studie unterteilten die Wissenschaftler*innen 75 weibliche Mäuse in drei Gruppen. Die erste wurde jeden Tag normal gefüttert (Kontrollgruppe), die zweite wurde auf eine kalorienreduzierte Diät gesetzt, die letzte bekam nur jeden zweiten Tag etwas zu essen. Beide Diätgruppen mussten in ihrer Gesamtheit mit etwa zehn Prozent weniger Kalorien auskommen.

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Besseres Erinnerungsvermögen nach drei Monaten Intervallfasten

Nach nur drei Monaten zeigten die Intervallfasten-Mäuse deutliche Anzeichen einer verbesserten Gehirnleistung. Bei einer genauen Hirnuntersuchung entdeckten die Forschenden zudem eine vermehrte Aktivität des sogenannten „Klotho-Gens“. Besagtes Gen wird auch als Langlebigkeits-Gen bezeichnet und spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung neuer Neuronen im Hippocampus. Im Laufe des späten Erwachsenenalters nimmt die Produktion stetig ab, was teilweise den kognitiven Rückgang bei älteren Menschen erklärt.

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Ist die Mäuse-Studie auf den Menschen übertragbar?

Davon geht Studienleiterin Dr. Sandrine Thuret stark aus, wie sie in der Pressemitteilung der Universität betont. „Wir haben jetzt ein besseres Verständnis für die Gründe, warum Intervallfasten ein wirksames Mittel zur Steigerung der Gehirnzellenbildung bei Erwachsenen sein könnte. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Klotho dafür nicht nur erforderlich, sondern tatsächlich von zentraler Bedeutung ist.“ Sie vermute daher, dass Intervallfasten ebenso ein wirksames Mittel zur Verbesserung des Erinnerungsvermögens beim Menschen sein könnte.

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Bereits frühere Untersuchungen gaben Hinweise

Dr. Thuret war bereits an vergangenen Studien beteiligt, bei denen ebenfalls festgestellt wurde, dass kalorienreduzierte Diäten bei Erwachsenen das Langzeitgedächtnis verbessern. Ihre neuste Forschung bestärkt diese Theorie, sodass eine Folgestudie am Menschen bereits in Planung ist. Auch Wissenschaftskollegin Dr. Gisele Pereira ist überzeugt: „Dass bereits zehn Prozent weniger Gesamtkalorien solche positiven Effekte erzielen, zeigt, dass weitere Forschungen dazu sehr vielversprechend sind.“