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Jetzt ist Saison!

Wunderlauch oder Berliner Bärlauch – was die essbare Wildpflanze so gesund macht

wunderlauch gesund: Wunderlauch
Wunderlauch ist mit Bärlauch verwandt, aber milder im GeschmackFoto: picture alliance / blickwinkel/R. Koenig / R. Koenig

Er wächst in rauen Mengen, schmeckt nach Frühling und ist obendrein super gesund – der Wunderlauch kann alles, was sein Verwandter, der Bärlauch auch kann. Alles über Vorkommen, Zubereitung und Wirkung auf die Gesundheit.

Frühling ist Wunderlauchzeit! Wer noch nie davon gehört hat: Wunderlauch, Berliner Bärlauch oder auch Seltsamer Lauch (Allium paradoxum) erinnert vom Geruch und Aussehen stark an Bärlauch. Wunderlauch wächst übrigens in derart rauen Mengen, dass man ihn nach Herzenslust sammeln und als gesundes Wildkraut in der kalten Küche verwenden kann. Der kostenlose und zudem entgiftende Frühlingsgruß steckt wie alle Allium-Gewächse voller Vitamine, Mineralstoffe, zellschützender Flavonoiden und wirkt zudem vermutlich krebshemmend. Zugreifen!

Wie der Wunderlauch nach Deutschland und zu seinem Namen kam

Ursprünglich stammt der Wunderlauch aus dem Kaukasus und soll im 19. Jahrhundert als Schaustück für die botanischen Gärten in Berlin mitgebracht worden sein. Von da aus breitete er sich rasant in der Hauptstadt und im Umland aus, was ihn den Namen Berliner Bärlauch einbrachte. Weil er extrem robust ist, hat sich der Wunderlauch mittlerweile auch in anderen Bundesländern bis nach Bayern breitgemacht. Daher droht keine Gefährdung und es bedarf keine Zurückhaltung beim Sammeln, wie es etwa für Bärlauch empfohlen wird. Was ihn so wundersam macht? Die Pflanze bildet keine normalen Blüten aus, sondern Brutzwiebeln, die nur auf den ersten Blick wie herkömmliche Blüten aussehen und für unsere heimischen Insekten leider wertlos sind.1

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Diese gesunden Nährstoffe stecken im Wunderlauch

Der Wunderlauch ist bislang nur wenig erforscht worden, dürfte aber mit den gesunden Eigenschaften des Bärlauch vergleichbar sein. Was erwiesenermaßen drin steckt: beachtliche Mengen an Vitamin C, Magnesium, Eisen und Mangan. Wunderlauch steckt obendrein randvoll mit gesunden Antioxidantien, sodass die Pflanze zahlreichen chronischen Erkrankungen vorbeugt, darunter altersbedingter Herzleiden. 2 Außerdem wären da noch zellschützende Flavonoide und eine Aminosäure namens Alliin. Dieses wird beim Aufbrechen – also Zerschneiden oder Zerrupfen – in Allicin umgewandelt. Als hochwirksames „Zellputzmittel“ wirkt Allicin nicht nur entgiftend, sondern hat Untersuchungen zufolge offenbar die Eigenschaft, das Tumorwachstum zu bremsen. 2 So gilt die in Wunderlauch und Bärlauch vorkommende Substanz als vielversprechender Kandidat gegen Magenkrebs, Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs. 3

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Wunderlauch erkennen – so geht’s

Der Wunderlauch beginnt sich schon in Spätwinter zu regen und fängt Ende Februar damit an, sich teppichartig in Grünanlagen, Wäldern, Parks und Flussauen auszubreiten. Von April bis Mai blüht der Wunderlauch weiß. Die Pflanze hat ähnlich wie Gras grüne, schmale Blätter, die direkt und ohne Stiel ca. 30 Zentimeter hoch aus der Zwiebel herauswachsen. Wunderlauch duftet wie der Bärlauch herrlich nach Knoblauch, allerdings etwas milder und weniger „lauchig“. Übrigens ist alles am Wunderlauch essbar, er sollte aber nicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechselt werden. Ein zuverlässiger Test: Maiglöckchen sind immer geruchslos. Wer sich unsicher ist: stehen lassen!

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Wunderlauch richtig zubereiten

Wunderlauch eignet sich vor allem für die kalte Küche. Richtig lecker schmeckts:

  • als Kräuterbutter
  • zu Frischkäse
  • in Quark
  • als selbstgemachtes Pesto
  • als Zutat für Dips

Es ist auch möglich, eine Quiche oder ein Kräuterbrot mit Wunderlauch zu backen. Mundet ebenfalls frühlingshaft gut, allerdings werden ein Großteil der gesunden Inhaltsstoffe zerstört, sobald der Wunderlauch erhitzt wird.

Quellen

  1. BR Mediathek (Sendung vom 27.4.2021): Berliner Bärlauch: Wunderlauch breitet sich in Bayern aus (Aufgerufen am 8. April 2022)
  2. Ebrahimzadeh M, Nabavi S, Eslami B. (2010) Antihemolytic and antioxidant activities of Allium paradoxum. Open Life Sciences
  3. Rajput S, Mandal M. (2012) Antitumor promoting potential of selected phytochemicals derived from spices: a review. Eur J Cancer Prev.
  4. Haghi A, Azimi H, Rahimi R. A (2017) Comprehensive Review on Pharmacotherapeutics of Three Phytochemicals, Curcumin, Quercetin, and Allicin, in the Treatment of Gastric Cancer. J Gastrointest Cancer.