4. Juni 2026, 11:21 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
Die Bauchspeicheldrüse haben nur wenige auf dem Schirm, wenn sie Symptome rund um den Verdauungstrakt quälen. Liegt unwissentlich eine Störung des Organs vor, kann das allerdings lebensbedrohlich sein. FITBOOK gibt einen Überblick, was man über die Bauchspeicheldrüsenentzündung wissen muss und wie man sie am besten vermeiden kann.
Was sind erste Anzeichen?
Die Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung variieren, je nachdem, welcher Typ der Erkrankung vorliegt. Sowohl bei der akuten als auch bei der chronisch auftretenden Pankreatitis kommt es meistens zu Schmerzen im linken Oberbauch.
Symptome einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung
Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung tritt plötzlich auf und verursacht meist starke Beschwerden. Zwar bessern sich die Symptome bei vielen Betroffenen innerhalb weniger Tage unter entsprechender Behandlung, die Erkrankung kann jedoch auch schwer verlaufen und eine stationäre Behandlung erforderlich machen.
- starke Schmerzen im Oberbauch, die häufig in den Rücken ausstrahlen
- Verdauungsstörungen
- Übelkeit und Erbrechen
- Druckempfindlichkeit des Oberbauches
- Fieber und Schwächegefühle bis zu Schockanzeichen
- Herzrasen
- Blähungen und einem aufgeblähten Bauch (sogenannter „Gummibauch“)
Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt vom Schweregrad der Entzündung ab.
Symptome einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung
Bei der chronischen Pankreatitis handelt es sich um eine langfristige Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die das Organ dauerhaft schädigen kann. Anders als bei der akuten Form bilden sich die strukturellen Veränderungen nicht vollständig zurück. Im Verlauf kann die Funktion der Bauchspeicheldrüse zunehmend eingeschränkt werden.
Typisch sind wiederkehrende Beschwerden. Viele Betroffene leiden unter wiederkehrenden oder anhaltenden Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ausstrahlen können. Mitunter treten die Schmerzen schubweise auf, teilweise bestehen sie dauerhaft. In einigen Fällen verläuft die Erkrankung jedoch auch weitgehend schmerzfrei. Daneben kann es zu folgenden Beschwerden kommen:
- Übelkeit und Erbrechen
- Druckempfindlichkeit des Oberbauches
- Völlegefühl und Übelkeit nach dem Essen
- ungewollte Gewichtsabnahme
- Mangelerscheinungen
- voluminöser, lehmfarbener, schaumiger Stuhl mit penetrantem Geruch (Steatorrhoe)
- Blähungen und einem aufgeblähten Bauch
- gestörte Glukosetoleranz
Als Steatorrhoe oder Pankreasstuhl wird Stuhlgang bezeichnet, der einen erhöhten Fettgehalt aufweist. Grund dafür ist die beeinträchtigte Produktion der Bauchspeicheldrüse von Verdauungsenzymen, die für die Fettverdauung notwendig sind.1
Das steckt hinter der Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt hinter dem Magen im oberen Bauchraum. Sie erfüllt zwei lebenswichtige Aufgaben: Zum einen produziert sie Verdauungsenzyme, die bei der Aufspaltung von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten helfen. Zum anderen bildet sie die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.
Entzündet sich die Bauchspeicheldrüse, können diese Funktionen beeinträchtigt werden. Eine sogenannte Pankreatitis kann akut oder chronisch verlaufen und in schweren Fällen lebensbedrohlich werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen Gallensteine und ein hoher Alkoholkonsum. Je nach Form und Schweregrad der Erkrankung können starke Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsbeschwerden auftreten.
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Was sind mögliche Ursachen einer Pankreatitis?
Sowohl die akute als auch die chronische Pankreatitis entstehen häufig durch:
- Gallensteine
- übermäßigen Alkoholmissbrauch
- genetische Prädisposition
- bestimmte Medikamente
Auch Rauchen und Übergewicht (Adipositas) zählen zu relevanten Risikofaktoren. Seltener verursachen Virusinfektionen, Verletzungen im Bauchbereich (z. B. durch Untersuchungen oder nach Operationen), Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie angeborene Defekte der Bauchspeicheldrüse die Entzündung.2
Hauptursache von akuter Pankreatitis
Mit 50 bis 60 Prozent sind Gallensteine die häufigste Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die „Steine“ bilden sich aus Bestandteilen der Gallenflüssigkeit, die für die Verdauung benötigt wird. Sowohl die Galle als auch das Sekret der Bauchspeicheldrüse (Pankreassaft) gelangen über ihre Ausführungsgänge in den Dünndarm.
Setzt sich ein Gallenstein im Bereich dieser Gänge fest, kann der Abfluss des Pankreassafts behindert werden. Die Verdauungsenzyme werden dadurch bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiviert und greifen das Gewebe des Organs an. Dies löst eine Entzündungsreaktion aus, die die Bauchspeicheldrüse schädigen kann.3
Hauptursache von chronischer Pankreatitis
Ein hoher Alkoholkonsum gilt als wichtigste Ursache der chronischen Pankreatitis. Schätzungen zufolge ist er für rund 80 Prozent der Fälle verantwortlich. Auch bei der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung spielt Alkohol eine wichtige Rolle und wird mit etwa 20 bis 40 Prozent der Fälle in Verbindung gebracht.
Alkohol und sein Abbauprodukt Acetaldehyd können die Zellen der Bauchspeicheldrüse direkt schädigen. Zudem fördern sie die vorzeitige Aktivierung von Verdauungsenzymen innerhalb des Organs. Dadurch kann das Gewebe der Bauchspeicheldrüse angegriffen und eine Entzündungsreaktion ausgelöst werden. Darüber hinaus verändert Alkohol die Zusammensetzung des Pankreassekrets, was die Entstehung von Ablagerungen in den Ausführungsgängen begünstigen kann.4,5
Warum Rauchen ein Risikofaktor ist
Rauchen gilt als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer akuten und chronischen Pankreatitis. Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Tabakrauchs die Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen und Entzündungsprozesse fördern können. Darüber hinaus scheint Rauchen die Zusammensetzung und Funktion des Pankreassekrets zu beeinflussen, was die Entstehung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigen kann.6
Wie wird eine Bauchspeicheldrüsenentzündung diagnostiziert?
Wenn man Beschwerden hat, die auf eine Pankreatitis hindeuten, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Wird aufgrund der klinischen Untersuchung, Lebensstilgewohnheiten und Vorerkrankungen eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung vermutet, müssen gegebenenfalls noch weitere Tests durchgeführt werden.
Diagnose einer akuten Entzündung
Bei Verdacht auf eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung wird in der Regel eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei spielt insbesondere die Bestimmung des Verdauungsenzyms Lipase eine wichtige Rolle, da erhöhte Werte auf eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse hinweisen können. Häufig werden zusätzlich weitere Laborwerte erhoben. Auch eine Ultraschalluntersuchung der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege kann Hinweise auf Veränderungen der Organe oder mögliche Ursachen wie Gallensteine liefern.
Diagnose einer chronischen Pankreatitis
Bei der chronischen Pankreatitis ist die Diagnosestellung häufig aufwendiger als bei der akuten Form. Neben bildgebenden Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Magnetresonanztomographie (MRT/MRCP) und Computertomographie (CT) können in bestimmten Fällen auch Funktionstests der Bauchspeicheldrüse eingesetzt werden.
Dazu zählt der sogenannte Sekretin-Pankreasfunktionstest. Dabei wird untersucht, wie die Bauchspeicheldrüse auf das Hormon Sekretin reagiert, das normalerweise vom Dünndarm ausgeschüttet wird. Für die Untersuchung wird ein Schlauch durch den Rachen in den Dünndarm eingeführt, über den das Hormon verabreicht wird.
Darüber hinaus kann ein Glukosetoleranztest Hinweise darauf liefern, ob die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse bereits geschädigt sind. Auch Stuhluntersuchungen werden eingesetzt, um die Funktion des Organs zu beurteilen. Mithilfe einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung lassen sich zudem hochauflösende Bilder der Bauchspeicheldrüse erstellen.
In ausgewählten Fällen kann außerdem eine endoskopische Untersuchung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge erfolgen. Dabei lassen sich Verengungen, Steine oder andere Veränderungen der Gänge erkennen.7,8
So wird eine Pankreatitis (akut und chronisch) behandelt
Wird eine Bauchspeicheldrüsenentzündung diagnostiziert, überweist der Hausarzt den Patienten in der Regel an einen Gastroenterologen. Dieser überwacht die Behandlung. Logischerweise hängt der gewählte Therapieansatz von der Art der Pankreatitis ab, den zugrunde liegenden Ursachen sowie dem Schweregrad der Entzündung.
Bei einer akuten Pankreatitis ist es wichtig, entsprechende Medikamente zu verabreichen. Daher – und weil sie häufig starke Beschwerden verursacht – wird sie in der Regel stationär behandelt. Notwendig sind vor allem eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr, eine Behandlung mit Schmerzmitteln und engmaschige Kontrollen der Blutwerte. Zudem ist eine absolute Rauch- und Alkoholabstinenz essenziell. Da aus einer akuten Pankreatitis leicht auch schwere Komplikationen entstehen können, sollte die Erkrankung nicht zu Hause behandelt werden.
Bei einer milden akuten Pankreatitis klingt die Entzündung normalerweise nach ein paar Tagen Ruhe und medikamentöser Behandlung ab. Bei einer schweren akuten oder chronischen Pankreatitis können die Behandlungsmaßnahmen auch Operationen und längere Krankenhausaufenthalte umfassen.9
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Bauchspeicheldrüsenkrebs – typische Symptome, Risikofaktoren und Therapie
Wie kann man einer Bauchspeicheldrüsenentzündung vorbeugen?
Um einer Bauchspeicheldrüsenentzündung vorzubeugen, sollten Risikofaktoren möglichst vermieden werden. Besonders wichtig sind ein maßvoller Alkoholkonsum beziehungsweise Alkoholabstinenz sowie der Verzicht auf das Rauchen. Davon profitiert nicht nur die Bauchspeicheldrüse, sondern die Gesundheit insgesamt.
Menschen, die bereits an einer Pankreatitis erkrankt sind, sollten sich hinsichtlich ihrer Ernährung individuell ärztlich beraten lassen. Welche Ernährungsweise sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Krankheitsverlauf und möglichen Verdauungsstörungen ab.
Generell empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Eiweißquellen. Einige Betroffene vertragen zudem mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt besser als wenige große. Wichtig ist außerdem, ausreichend Flüssigkeit – vorzugsweise Wasser – zu trinken.
Fazit
Bei Symptomen, die auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hindeuten, ist der Arztbesuch unumgänglich. Erst eine fachkundige Diagnose kann einen effizienten Behandlungsansatz ermöglichen, um Beschwerden und Schmerzen nachhaltig zu therapieren. Nichtsdestotrotz gibt es Maßnahmen, die man auch zu Hause ergreifen kann, um eine Behandlung zu ergänzen oder eine Entzündung ganz zu verhindern. Durch Lebensstilveränderungen mit ausgewogener Ernährung und dem Verzicht auf Tabak und Alkohol bzw. einem moderaten Alkoholkonsum kann man das Risiko einer Pankreatitis signifikant reduzieren.