Gesundheitspartner
von FITBOOK

Schon gewusst?

Warum Blutspenden gut für den eigenen Körper sein soll

Blutspende
Eigentlich keine große Sache, dennoch sollte man einiges beachten, wenn man Blut spenden möchte
Foto: FITBOOK

Das Blutspenden gehört zu den einfachsten guten Taten, die man schnell vollbringen kann. Dennoch tun sich viele Menschen damit schwer, das erste Mal Blut zu spenden. Meistens sind es ungeklärte Fragen und dadurch Unsicherheiten im Kopf, die einen ausbremsen. Ist es eigentlich schädlich oder gut für den Körper? Und wodurch unterscheidet sich die Plasmaspende? FITBOOK klärt auf.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden in Deutschland täglich etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Was viele nicht wissen: Nur selten wird das gespendete Vollblut hinterher eins zu eins bei einem Patienten verwendet. Die meisten Konserven werden weiterverarbeitet.

Keine FITBOOK-Themen mehr verpassen – abonnieren Sie hier unseren Newsletter!

Per Zentrifuge wird das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt. So können beispielsweise aus dem Blutplasma Medikamente für die Krebstherapie hergestellt werden. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kommen dagegen bei hohen Blutverlusten zum Einsatz. Und die Blutplättchen sind wichtig für Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung. Lediglich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden nicht gebraucht.

Einige Bestandteile können nur innerhalb weniger Tage nach der Blutentnahme verwendet werden, wie beispielsweise die Blutplättchen. Deswegen wird immer wieder betont, wie wichtig das regelmäßige Blutspenden ist, da viele Menschen auf „frisches“ Blut angewiesen sind. Vor allem Krebs- und Unfallpatienten benötigen teilweise zehn oder mehr Blutkonserven.

Das steckt hinter den Abkürzungen beim Blutbild

Wie oft kann ich Blut spenden?

Außerdem sollten zwischen zwei Spenden mindestens acht Wochen Abstand liegen. Männer können also alle zwei Monate, Frauen alle drei Monate spenden. Das liegt vor allem daran, dass der Eisenverlust bei Männern nach etwa acht Wochen vollständig ausgeglichen ist, bei Frauen kann es durch die Menstruation bis zu zwölf Wochen dauern.

Auch Vegetarier und Veganer brauchen länger, um ihren Eisenhaushalt zu füllen, da sie auf Fleisch verzichten, welches eine gute Eisenquelle ist. Sie sollten darüber beim Vorgespräch zur Blutspende mit dem betreuenden Arzt sprechen. Hier könnte die Einnahme von Eisenpräparaten nach der Spende sinnvoll sein, da Vegetarier und insbesondere Veganer oft grundsätzlich einen niedrigen Eisenwert aufweisen.

Ist das Blutspenden gesund?

Klar ist, dass wer nicht aus gesundheitlichen Gründen vom Blutspenden ausgeschlossen ist und die vorgegebenen zeitlichen Abstände einhält, damit seiner Gesundheit auf jeden Fall nicht schadet.

Das zeigte eine britische Studie aus dem Jahr 2017 mit 45.000 Probanden. Dabei wurde untersucht, ob eine Verkürzung der Spendenabstände von zwölf Wochen bei Männern (üblich in Großbritannien) auf zehn und auf acht Wochen (üblich in Deutschland) einen negativen Effekt auf die Gesundheit und die Lebensqualität hat. Bei Frauen wurden die Abstände von 16 (empfohlen in Großbritannien), 14 und zwölf Wochen (empfohlen in Deutschland) untersucht.

Forscher können Blutgruppen jetzt umwandeln

Prinzipiell konnten kaum negative Auswirkungen des verkürzten Zeitraums ausgemacht werden. Allerdings fanden die Forscher heraus, dass bei Männern, die alle acht Wochen zur Blutspende gingen, die Eisenwerte etwa 15-30 Prozent niedriger waren als bei jenen, die nur alle zwölf Wochen ihr Blut spendeten. Dadurch wurde in dieser Gruppe etwas öfter über Symptome wie Müdigkeit und Schwindel berichtet. Die Autoren der Studie raten häufigen Blutspendern, ihren Eisenwert regelmäßig zu überprüfen und mit einem Arzt zu besprechen.

Gut bei Bluthochdruck

Es gibt aber auch Gründe, warum das Blutspenden sogar gut für den Körper sein soll. So kann die Blutentnahme den Blutdruck senken und somit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, berichtet der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)  und bezieht sich dabei auf eine Studie an der Berliner Charité mit 300 Probanden. Laut dieser Studie konnte der blutdrucksenkende Effekt bis zu sechs Wochen nach einer Spende anhalten. Somit sehen die Experten im regelmäßigen Blutspenden eine unterstützende Maßnahme bei der Behandlung von Bluthochdruck.

: „Zudem konnten wir eine Verbesserung der antioxidativen Kapazität – dem Vermögen, freie Radikale zu neutralisieren – beobachten. Dies könnte implizieren, dass regelmäßige Blutspender im Vergleich zu Nicht-Blutspendern seltener an Erkältungen erkranken und eine gesteigerte Immunabwehr aufweisen“, wird der verantwortliche Forscher Prof. Dr. med. Andreas Michalsen zitiert.

Aderlass soll den Blutdruck senken

Eine etwas ältere Langzeitstudie von 1998 aus Finnland mit rund 3.000 Probanden zeigte, dass bei regelmäßigen Blutspendern das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich geringer ist – und zwar um bis 88 Prozent.

Wie läuft eine Blutspende ab?

– am Tag der Blutspende sollte man keine großen körperlichen Anstrengungen ausüben, weder vorher noch nachher

– vorher sollte man ausreichend (fettarm) essen und trinken, aber keinen Alkohol oder andere Suchtmittel zu sich nehmen

– zum Blutspenden muss man seinen Personalausweis mitbringen und einen Fragebogen zum Gesundheitszustand ausfüllen

– beim Gesundheitscheck werden Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und Hämoglobin-Wert gemessen

– die Ergebnisse werden mit einem Arzt besprochen – hier wird entschieden, ob man spenden darf oder nicht

– anschließend werden rund 500 Milliliter Blut abgenommen

– natürlich wird steriles Einwegmaterial benutzt, um Krankheitsübertragungen auszuschließen

– nach der Blutentnahme gibt es eine kleine Ruhepause und ggf. einen Snack samt Getränk

– der gesamte Vorgang dauert etwa eine Stunde

– danach kann man seinen Tag ganz normal fortsetzen, nur keinen Sport treiben

Übrigens: Nach der ersten Blutspende bekommt man per Post einen Blutspendeausweis zugeschickt. Auf diesem sind einige relevanten Daten wie Blutgruppe, Name und Adresse gespeichert, damit man in Zukunft unkomplizierter Blut spenden kann.


Was ist der freiwillige Selbstausschluss?

Manchmal kommt man durch Freunde oder Kollegen quasi unter Gruppenzwang zu einer Blutspende-Aktion. Dabei ist man sich gar nicht sicher, ob man Blut spenden darf, weil man beispielsweise zu einer Risikogruppe gehört oder an einer Krankheit leidet, die man seinen Kollegen nicht mitteilen möchte. Dafür gibt es den freiwilligen Selbstausschluss. Man gibt also an, die geleistete Blutspende nicht zu verwenden. Das kann man entweder im Arztgespräch klären oder auf einem Formular ankreuzen.

Wer darf kein Blut spenden?

Es gibt tatsächlich viele Kriterien die dazu führen können, dass man kein Blut spenden darf – entweder grundsätzlich oder zumindest zeitlich befristet. Dauerhaft von einer Spende ausgenommen sind beispielsweise Menschen mit schweren Herz- und Gefäßkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen, mit Diabetes mellitus (sofern mit Insulin behandelt) mit HIV und anderen Infektionskrankheiten.

Zeitlich begrenzt sind von einer Spende diejenigen ausgeschlossen, die beispielsweise oft wechselnde Sexualpartner haben oder deren Sexualverhalten ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis aufweist. Aber auch nach einer Impfung darf man mehrere Wochen lang nicht zur Blutspende.

Weil die Ausschlusskriterien komplex sind und die Empfänger der Blutspende schützen sollen, ist es wichtig, mit dem Arzt vor Ort ein offenes Gespräch zu führen und den Fragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen.

Wo kann ich Blut spenden?

Unter den folgenden Links finden Sie Orte, an denen Sie Blut spenden können:

https://www.einfachlebenretten.de/blutspendedienste/

https://www.drk-blutspende.de/blutspendetermine/

Wodurch unterscheidet sich die Plasmaspende?

Bei der Plasmaspende wird zwar ebenfalls Blut abgenommen, allerdings sofort in einer speziellen Maschine gefiltert. Dabei wird das Plasma von den übrigen Blutbestandteilen wie roten Blutkörperchen, Blutplättchen und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) getrennt. Das Blutplasma, bestehend hauptsächlich aus Wasser, Elektrolyten und Eiweißen, wird in einem Beutel gesammelt. Die rausgefilterten Blutbestandteile werden zusammen mit einer Kochsalzlösung dem Spender als Flüssigkeitsausgleich wieder zugeführt.

Weil der Körper das entnommene Blutplasma innerhalb weniger Tage wieder nachbilden kann, darf Blutplasma deutlich häufiger gespendet werden: bis zu 45 Mal im Jahr. Allerdings sollte man nach einer Spende auf eiweiß- und nährstoffreiche Nahrung achten, da man bis zu 700 Milliliter des gespendeten Plasma ausgleichen muss.

Das macht der erste Marathon mit Ihren Blutgefäßen

Da es für das Spenden von Blutplasma eine Aufwandsentschädigung von etwa 25 bis 40 Euro gibt, nutzen viele Menschen es als kleinen Nebenverdienst. Auch, wenn es eine gute Tätigkeit ist, so sollte man immer an seine Gesundheit denken und sich genug Zeit zum Regenerieren zwischen zwei Spenden gönnen. Schließlich gibt man etwas sehr wertvolles und nährstoffreiches aus seinem Körper ab.

Im Übrigen gelten bei der Plasmaspende ähnliche Untersuchungsstandards und Ausschlusskriterien wie bei der Blutspende.