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Todesursache bei Bob Saget steht fest

Wie verhält man sich bei einer möglichen Kopfverletzung richtig?

Bob Saget Kopfverletzung: Bob Saget
Der „Full House“-Star Bob Saget war am 9. Januar 2022 tot in einem Hotelzimmer gefunden worden. Jetzt wurde die Todesursache bekannt.

Einen Monat nach dem Tod von „Full House“-Star Bob Saget ergab der Autopsiebericht: Der Schauspieler starb an den Folgen einer schweren Kopfverletzung, die er selbst offenbar nicht bemerkt hatte.

„Die Behörden sind zu dem Schluss gekommen, dass Bob an den Folgen einer Kopfverletzung gestorben ist“, so das Statement der Familie, das unter anderem vom Online-Portal „TMZ“ veröffentlicht wurde. Der Autopsiebericht enthüllt nun, dass Bob Saget mehrere Knochenbrüche im Kopf erlitten hatte, diese aber offenbar nicht bemerkt hatte. Der Tod überraschte den 65-Jährigen im Schlaf – eine Tragödie. Doch wie kann eine äußerlich nicht sichtbare Kopfverletzung erkannt werden? Und wie verhält man sich richtig, wenn man sich gestoßen hat?

Was passiert bei einem Schädel-Hirn-Trauma?

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist zumeist die Folge von Gewalteinwirkung auf den Kopf, z. B. durch einen Sturz oder einen Autounfall. Unter einer Gehirnerschütterung versteht man ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Ein Schädelbruch vermindert zwar die Gewalteinwirkung auf das Gehirn. Allerdings kann bei einem Schädelbruch oder einer Impressionsfraktur, bei der der Knochen nach innen gedrückt wird, die Hirnhaut beschädigt und dadurch zur Eintrittspforte für Keime, meist aus den Nasennebenhöhlen, werden. Man spricht dann von einer „offenen Hirnverletzung“.

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Kommt es zu einer Schädigung unterhalb des Ortes der Gewalteinwirkung, so wird die Prellung als Coup bezeichnet. Löst die lokale Gewalteinwirkung im Gehirn eine Stoßwelle aus, die auf der gegenüberliegenden Seite durch Über- und Unterdruck im Gehirn eine weitere Prellung bewirkt, ist die Rede von einem Contrecoup. Bei Coup und Contrecoup kommt es zu Quetschungen des Gehirngewebes, Gefäßzerreißungen und Blutungen, die weitere Gewebeschäden nach sich ziehen. Festgestellt werden können solche Schäden nur mit Hilfe einer Computer- oder Kernspintomographie.1

Bleibt der Schädel ganz, kann ein Druckausgleich des Über- und Unterdrucks der Stoßwelle nur über das Hinterhauptloch erfolgen. Dies führt zu einer besonderen Belastung von Mittelhirn und Hirnstamm. Die Folge sind Hirnblutungen.

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Unentdecktes Schädel-Hirn-Trauma kann zum Tod führen

Unterschieden wird zwischen verschiedenen Arten von Hirnblutungen. Diese gehen zumeist mit typischen Symptomen einher. Unentdeckt können sie zum Tod führen.

Epiduralhämatom

Dabei handelt es sich um eine Blutung zwischen Knochen und harter Hirnhaut, die häufig im Rahmen eines Unfalls auftritt. Es kommt zu einer Einblutung, sodass Druck auf das umliegende Hirn ausgeübt wird. Betroffene sind oft kurz bewusstlos, klaren dann aber wieder auf. Mit zunehmender Größe der Einblutung nimmt der Druck auf das Gehirn jedoch zu, es kann zu halbseitiger Lähmung und erneuter Bewusstlosigkeit kommen. Ohne eine Behandlung führt das Epiduralhämatom zum Tod.2

Subduralhämatom

Bei einem Subduralhämatom sind die Blutungsquellen häufig Venen. Bei einem akuten Subduralhämatom kommt es innerhalb weniger Stunden zu einer Einblutung mit Druck auf das umliegende Gehirn. Doch auch chronische Subduralhämatome sind möglich: Dabei kommt es zu einer kleinen Einblutung, die sich innerhalb weniger Wochen chronisch vergrößert. Patienten klagen über Kopfschmerzen, erst später können auch Symptome wie Wesensveränderungen, Lähmungen und epileptische Anfälle hinzukommen.

Subarachnoidalblutung

Diese Blutung zwischen Knochen und weicher Hirnhaut kann ebenfalls im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas enstehen. Die Symptome reichen von leichten Kopfschmerzen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen mit schwersten neurologische Ausfällen. Es kann zu Durchblutungsstörungen und Störungen der Hirnwasserzirkulation kommen. Eine Subarachnoidalblutung bedarf sofortiger Intensivüberwachung.

Intrazerebrale Blutung

Hierbei handelt es sich um eine Blutung direkt in das Hirngewebe, oft bedingt durch Bluthochdruck, Doch auch ein Schädel-Hirn-Trauma kann ausschlaggebend sein. Je nach Sitz und Größe der Blutung sowie möglichen Begleiterkrankungen muss individuell über eine OP entschieden werden.

Bob Saget hatte schwere Kopfverletzung

Der Bericht des Gerichtsmediziners von Orange County, der unter anderem der Daily Mail vorliegt, ergab, dass Bob Saget vor seinem Tod auf den Hinterkopf gefallen sein muss, was zu seiner schweren Kopfverletzung führte. Er hatte Knochenbrüche am Hinterkopf sowie in den Augenhöhlen. Dies führte zu einer Subarachnoidalblutung zwischen Knochen und weicher Hirnhaut sowie zu einem akuten Subduralhämatom.

Außerdem war Bob Saget zum Zeitpunkt seines Todes an Corona erkrankt. In seinem Blut konnte das verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel Clonazepam, mit dem Krampfanfälle, Panikstörungen und Angstzustände behandelt werden, nachgewiesen werden. Noch dazu litt er unter einem vergrößerten Herzen (Kardiomegalie) und Arteriosklerose.

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Richtiges Verhalten im Fall eines Schädel-Hirn-Traumas

Besonders traurig: Bob Sagets Tod in Folge einer Kopfverletzung hätte vermutlich verhindert werden können, wenn er rechtzeitig medizinische Hilfe erhalten hätte. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man sich im Falle eines möglichen Schädel-Hirn-Traumas richtig verhält. Dr. Leana Wen, Professorin für Gesundheitspolitik und Management an der George Washington University Milken Institute School of Public Health, und ihr Kollege Dr. Joshua Marcus, Neurochirurg im Elite Brain & Spine Connecticut, gaben im Gespräch mit dem Online-Magazin „People“ hilfreiche Tipps:

  1. Informieren Sie eine nahestehende Person oder einen Arzt. „Wenn Sie eine spürbare Kopfverletzung haben, sagen Sie es jemandem“, empfiehlt Dr. Wen. „Rufen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie besonders besorgt sind. Sie sollten es aber zumindest jemandem sagen und nicht alleine sein. Auf diese Weise kann jemand helfen, Sie zu überwachen und sicherzustellen, dass es Ihnen gut geht.“
  2. Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Sie Risiko-Patient sind. „Ich würde auf Nummer sicher gehen, besonders wenn Sie jemand mit erhöhtem Risiko sind, zum Beispiel irgendwelche Blutverdünner einnehmen“, sagt Dr. Wen. „Auch wenn Sie älter sind, haben Sie ein höheres Risiko für Blutungen im Gehirn.“
  3. Achten Sie auf Symptome wie Bewusstseins- oder Gedächtnisverlust. „Wenn Sie irgendeine Art von Schwäche oder Taubheit oder eine Art Anfall haben, sind das offensichtlich Anzeichen dafür, dass man sofort einen Arzt aufsuchen und in eine Notaufnahme gehen sollte“, so Dr. Marcus. „Sie sollten keine motorischen Schwächen haben, nicht verwirrt sein und keine Sprachprobleme haben.“

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