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„Anales Unbehagen“

Restless-Anal-Syndrom – Mann entwickelt kurioses Long-Covid-Symptom

Restless-Anal-Syndrom: Mann steht mit Toilettenrolle in der Hand vor einer Toilette
Kuriose Corona-Spätfolge: In Japan litt ein Mann nach überstandener Corona-Erkrankung am Restless-Anal-Syndrom.Foto: Getty Images

Nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie ist die Gefahr von Corona hinlänglich bekannt – und zwar nicht nur während der akuten Erkrankung. Auch mit den Symptomen von Long Covid ist nicht zu spaßen. In Japan entdeckte man nun eine etwas kuriose Spätfolge: das Restless-Anal-Syndrom.

Erschöpfung, Durchfall, Tinnitus, verringertes Lungenvolumen – die Liste der bisher bestätigten Long-Covid-Symptome ist lang. Mehr als 200 betrug sie bereits im Juli dieses Jahres. In Japan wurde nun ein neues, durchaus kurioses Symptom von Long Covid entdeckt – offenbar litt ein 77-jähriger Mann nach überstandener Erkrankung am sogenannten Restless-Anal-Syndrom. In der Fachzeitschrift „BMC Infectious Diseases“ wird über den Fall berichtet.

Anale Probleme nach Corona-Erkrankung

Covid-19 hat viele Gesichter und bringt mitunter auch ungewöhnliche und glücklicherweise eher seltenere Begleiterscheinungen mit sich. „Covid-Nägel“, „Covid-Zunge“ und eine tödliche Pilzerkrankung sind nur drei davon. Jetzt kommt wohl auch noch die Kategorie „Anal-Probleme“ hinzu. Diese entwickelte ein japanischer Senior nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Er hatte dort 21 Tage lang wegen Corona behandelt werden müssen und war entlassen worden, nachdem sich seine Atemfunktion normalisiert hatte.

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Der Fallbericht des 77-jährigen Japaners

„BMC Infectious Diseases“ veröffentliche nun den Fallbericht des 77-Jährigen.1 Dieser besagt, dass der Patient nach seiner Entlassung aus der Klinik weiterhin Schlafprobleme und Angstsymptome gehabt habe. Wochen später seien dann zudem Symptome im analen Bereich hinzugekommen. So hatte der Mann unruhige, tiefe anale Beschwerden, die etwa zehn Zentimeter von der Dammregion entfernt lagen. Er verspürte in der Darmregion einen wesentlichen Bewegungsdrang, der sich bei Ruhe und am Abend verschlimmerte. Besser wurde es, wenn er sich bewegte. Mit anderen Worten: Der Japaner litt am Restless-Anal-Syndrom, einer Variante des Restless-Legs-Syndroms (RLS).

Diese Diagnose stellten die Ärzte in Tokio, nachdem sie zahlreiche Tests gemacht hatten. Diese konnten keine Auffälligkeiten finden und Diabetes oder Eisenmangel als Ursache ausschließen.

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Restless-Anal-Syndrom – eine Variante des Restless-Legs-Syndroms

Das Restless-Anal-Syndrom ist verwandt mit dem Restless-Legs-Syndrom. Wie der Name schon andeutet, geht es auch hier um ein Unruheempfinden, jedoch in den Beinen. Dieses breitet sich in den Gliedmaßen urplötzlich aus und führt dazu, dass die Beine zucken und zappeln. Dies kann besonders abends zur Qual werden, wenn Betroffene aufgrund des Syndroms nicht in den Schlaf finden können. Neben dem Bewegungsdrang spüren manche Patienten auch ein Stechen oder Brennen in den Beinen. RLS ist kaum bekannt, obwohl es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bis zu zehn Prozent der Bevölkerung betrifft – Frauen deutlich stärker als Männer. Meist treten die ersten Symptome im mittleren Erwachsenenalter auf, also zwischen 30 und 40 Jahren. Es kann aber auch schon bei Kindern vorkommen.

Die gute Nachricht: RLS kann behandelt werden. Das war übrigens auch der Fall bei der Variante, die nun durch Corona bei dem Japaner auftrat. Seine Ärzte konnten ihm mithilfe des krampflösenden Mittels Clonazepam helfen und die Long-Covid-Beschwerden durch das Restless-Anal-Syndroms lindern.

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