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Bittere Ergebnisse

Selbsttest der Redaktion zeigt: So schlecht ist unsere Vitamin-D-Versorgung im Winter!

Vitamin D Selbsttest: Frau im Büro scheint Sonne ins Gesicht
Die Menschen verbringen im Winter die wenigen Sonnenstunden meist drinnenFoto: Getty Images

Gerade in der dunklen Jahreszeit haben viele Menschen einen Mangel an Vitamin D. Grund dafür ist vor allem die fehlende UV-B-Strahlung, die der Körper benötigt, um den Nährstoff zu bilden.

Nur 10 bis 20 Prozent unseres Bedarfs an Vitamin D können durch die Ernährung gedeckt werden. Noch dazu ist Vitamin D nur in geringer Menge und vor allem in tierischen Lebensmitteln wie fettreichem Seefisch, Innereien und Eiern enthalten. Ein Mangel ist somit nicht selten. In der Redaktion wollten wir wissen, wie es um die eigene Versorgung mit Vitamin D steht und haben daher den Selbsttest gemacht.

Symptome bei Vitamin-D-Mangel

Zu den typischen Symptomen bei einem Mangel von Vitamin D gehören Müdigkeit, Lustlosigkeit und depressive Verstimmung. Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann die Knochen schwächen und Osteoporose begünstigen. Laut einer Studie der Universität Kopenhagen hat der Vitamin-D-Spiegel auch Einfluss auf das Immunsystem.1

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Wissenschaft außerdem mit der Verbindung eines Vitamin-D-Mangels und dem Risiko, an Krebs zu erkranken.2 Nicht zuletzt belegte ein israelisches Forscherteam vor Kurzem den bereits vermuteten Zusammenhang zwischen einem schweren Verlauf von Covid-19 und einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel.3

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Wie funktioniert der Selbsttest zur Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels?

Gründe genug, um die eigene Versorgung mit Vitamin D unter die Lupe zu nehmen. Diese kann entweder mittels Bluttest beim Hausarzt oder mithilfe eines Vitamin-D-Selbsttests überprüft werden. Solche Tests für zu Hause gibt es von unterschiedlichen Herstellern, z. B. Cerascreen, EasyTest oder Lykon – online bestellbar und zum Teil auch in Drogeriemärkten erhältlich (Kosten ca. 25-40 Euro). Dafür wird mit einer beiliegenden Lanzette Blut aus dem Finger entnommen und tröpfchenweise auf eine Trockenblutkarte gegeben. Die Blutprobe wird dann ins Labor geschickt und innerhalb einiger Tage ausgewertet.

Neben dem Ergebnis erhält jeder, der seinen Vitamin-D-Wert im Selbsttest ermittelt, eine individuelle Empfehlung zur Supplementierung, um eine gute Nährstoffversorgung gewährleisten zu können. Für viele sicher ein guter Ansatz, um ihren Vitamin-D-Spiegel langfristig wieder auf Kurs zu bringen.

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Die Ergebnisse aus der Redaktion

Teils gibt es unterschiedliche Angaben darüber, ab wann eine optimale Vitamin-D-Versorgung aussieht. Laut DGE und RKI ist man zwischen einem Wert von 20 und 30 ng/ml bereits ausreichend versorgt „in Bezug auf die Knochengesundheit“ und zwischen 30 und 50 ng/ml „in Bezug auf die Knochengesundheit ohne weiteren Zusatznutzen für die Gesundheit“.

Test-Anbieter wie Cerascreen hingegen sehen bei Werten, die unter 30 ng/ml, die Gefahr eines langfristigen Vitamin-D-Mangels, zwischen 31 und 40 ng/ml eine „ausreichende“ Vitamin-D-Versorgung. Ideal seien Werte zwischen 41 und 60 ng/ml für eine „gute und präventive“ und zwischen 61 und 90 ng/ml für eine „sehr gute Vitamin-D-Versorgung“. Viele Wissenschaftler sind ebenfalls der Ansicht, dass Werte über 40 ng/ml als optimal gelten, um Krankheiten vorzubeugen.

Die Ergebnisse überraschen: Nur eine der acht getesteten Personen aus der Redaktion verfügt über eine gute und präventive Versorgung mit Vitamin D (48,6 ng/ml), zwei weitere kommen gerade noch so auf eine ausreichende Versorgung. Die anderen bewegen sich im Mangel-Bereich zwischen 5,5 ng/ml bis 27,68 ng/ml. Auffällig ist: Bei den niedrigsten Ergebnissen wurde entweder gar nicht oder nur ein günstiges Nahrungsergänzungsmittel aus dem Drogeriemarkt supplementiert.

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Überdosierung durch Nahrungsergänzungsmittel

Die Person mit dem höchsten Wert von 48,6 ng/ml supplementiert Vitamin D3 in Form von Tropfen. Die tägliche Dosis liegt im Schnitt bei 4000 i.E. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt jedoch, eine Dosis von 800 i.E. pro Tag nicht zu überschreiten – und das auch nur dann, wenn keine Eigensynthese stattfindet und die Ernährung die einzige Vitamin-D-Quelle darstellt.4 Eine langfristige Überdosierung, also über die Wintermonate hinaus, könnte somit auf Dauer zu einer Überversorgung führen. Das gilt – laut Hersteller – aber erst ab einem Wert von 91 ng/ml.

Das RKI warnt davor, dass eine übermäßig hohe Einnahme von Vitamin D zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Körper und akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen könne.

Urlaub im Süden macht die Vitamin-D-Speicher voll

Vitamin D wird hauptsächlich im Fett- und Muskelgewebe sowie in geringer Menge auch in der Leber gespeichert. Die Speicherkapazität ist laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) „insgesamt relativ groß und trägt zur Vitamin-D-Versorgung im Winter bei“.5

In unserem Selbsttest wird deutlich, wer am meisten Vitamin D gespeichert hat: Die höchsten Werte erreichen die Personen, die vor maximal drei Monaten für mindestens zwei Wochen Urlaub in der Sonne verbracht haben. Und zwar unabhängig davon, ob zusätzlich Vitamin D supplementiert wurde oder nicht.

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Quellen