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In den 90ern

Nur von Fleisch ernährt – James Blunt spricht über Skorbut-Leiden

James Blunt
James Blunt hatte in den 90er-Jahren mit der Krankheit Skorbut zu kämpfen. Wie es dazu kam, erzählte er jetzt in einem PodcastFoto: Getty Images

Um sich von Vegetariern abzuheben, beschloss James Blunt in den 90er-Jahren, sich ausschließlich von Fleisch zu ernähren. Mit fatalen Folgen, wie der Sänger jetzt in einem Podcast offenbarte. So dauerte es nur wenige Wochen bis ihm ein Arzt die durch extreme Fehlernährung verursachte Krankheit Skorbut diagnostizierte.

Als „Seefahrerkrankheit“ zu Zeiten von Christoph Kolumbus in die Geschichte eingegangen, ist das durch erheblichen Vitamin-C-Mangel ausgelöste Skorbut heutzutage eigentlich kein Thema mehr. Erst recht nicht in der westlichen Welt. Umso überraschender, dass James Blunt tatsächlich einmal damit zu kämpfen hatte. Wie es dazu kam, erzählt der britische Popstar (You’re Beautiful) in der neusten Ausgabe des Food-Podcasts „Table Manners“ mit Sängerkollegin Jessie Ware.

Darum entschied James Blunt, nur noch von Fleisch zu leben

In den 90er-Jahren studierte der heute 46-Jährige Luft- und Raumfahrttechnik sowie Soziologie an der Universität Bristol, erinnert er sich. „In meiner Soziologie-Klasse war ich fast nur von Frauen umgeben, die auch noch allesamt vegan oder vegetarisch lebten.“ Das vermeintliche Überlegenheitsgefühl seiner Kommilitoninnen nervte ihn dermaßen, „dass ich aus Prinzip beschloss, nur noch Fleisch zu essen. Ich lebte also nur von Hackfleisch, etwas Hühnchen, vielleicht mit etwas Mayonnaise.“ Durch diese Radikal-Ernährung wollte er zudem „männlicher“ wirken, wie er heute schmunzelnd zugibt. Was er damals nicht ahnte: Die Quittung für sein Experiment sollte noch kommen. Und zwar bereits nach wenigen Wochen.

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„Ich glaube, Sie haben Skorbut!“

Nach etwa einem Monat begann Blunt sich unwohl zu fühlen, was auch nach außen sichtbar wurde, berichtet er weiter. „Nach sechs bis acht Wochen, sah man mir an, dass ich nicht mehr gesund bin.“ Also suchte er einen Arzt auf, der nach eingehender Untersuchung selbst über seine Diagnose staunte: „Ich glaube, Sie haben die Symptome von Skorbut!“ Doch anstatt mit Blunt über das Thema ausgewogene Ernährung zu sprechen, empfahl der Mediziner die Einnahme von Vitamin C. „Also habe ich jeden Abend einfach ein Glas Orangensaft getrunken“, so Blunt. Die Folge: schlimmes Sodbrennen. Zum Glück sei sein „rebellisches Experiment“ am Ende relativ glimpflich ausgegangen. Heute hat der Künstler, der 2016 einen Ehrendoktor-Titel in Musik bekam, seine Lektion gelernt.

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Skorbut: Symptome und mögliche Folgen

Skorbut (auch als Mundfäule bekannt) gilt in der westlichen Welt eigentlich als „ausgerottet“. Doch zu Zeiten, als man noch nichts über Nährstoffe und Vitamine wusste und Seefahrer wochenlang bei Wasser, Trockenfleisch und Zwieback auf den Schiffen ausharren mussten, ließen Millionen Menschen aufgrund der Krankheit ihr Leben. Die Symptome beginnen mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und schlechter Wundheilung. Es folgen Muskelschwund, Hautentzündungen, Fieber, Durchfall und heftiges Zahnfleischbluten. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kommt es zu Zahnausfall. Im Extremfall führt Herzschwäche schließlich zum Tode.

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Ausgelöst wird Skorbut allein durch Vitamin-C-Mangel (weniger als 10 Milligramm pro Tag). Dementsprechend ist die Heilung auch sehr einfach, indem der Patient Vitamin C verabreicht bekommt und seine Ernährung umstellt.

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