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Im Notfall richtig handeln

Benedict Cumberbatch erlitt Nikotinvergiftung – warum das lebensgefährlich sein kann

Nikotinvergiftung: Benedict Cumberbatch auf einem Event
Benedict Cumberbatch erlitt beim Dreh von „The Power of the Dog“ mehrere NikotinvergiftungenFoto: Getty Images

Benedict Cumberbatch (45) nahm eine Filmrolle als kettenrauchender Cowboy zu ernst und erlitt bei den Dreharbeiten mehrere Nikotinvergiftungen. Doch wie macht sich eine solche Vergiftung eigentlich bemerkbar? Ist sie gefährlich – und was sollte man im Notfall tun?

Manche Stars trainieren viele Monate hart für einen muskulösen Körper, während andere Schauspieler für Dreharbeiten extrem abnehmen. Auch Benedict Cumberbatch zeigte für seinen Film „The Power of the Dog“ ganzen Einsatz – schoss dabei aber vielleicht etwas übers Ziel hinaus. Für seine Rolle als Cowboy genehmigte er sich eine filterlose Selbstgedrehte nach der anderen. Auf diese Weise konnte er sich zwar perfekt in die Figur eines Kettenrauchers hineinversetzen, bekam dafür aber auch gesundheitlich die Quittung: Cumberbatch erlitt nämlich eine Nikotinvergiftung – und das im Verlauf des Filmdrehs nicht nur einmal, sondern dreimal.

FITBOOK erklärt, wie es zu einer Nikotinvergiftung kommen kann, mit welchen Symptomen sie einhergeht, wie gefährlich sie ist und was man im Notfall tun sollte.

Wie viel muss man rauchen für eine Nikotinvergiftung?

Wie Cumberbatch im Interview mit „Esquire UK“ verriet, habe er selbst gedrehte, filterlose Zigaretten geraucht, in einer Szene nach der anderen. „Ich habe mir dreimal eine Nikotinvergiftung eingefangen. Wenn man viel rauchen muss, ist das wirklich schrecklich.“

Eine akute Nikotinvergiftung allein durchs Rauchen ist allerdings selten. Je nach Typ enthält eine Zigarette zwei Milligramm Nikotin, für einen Erwachsenen Menschen sind 500 Milligramm tödlich. Dafür müsste man dann also rund 250 Zigaretten rauchen. Was durch das Zigarettenrauchen aber durchaus entstehen kann, ist eine chronische Nikotinvergiftung, die sich über eine lange Zeit schleichend entwickelt.

Auch interessant: Wie lange braucht der Körper, um sich von der letzten Zigarette zu erholen?

Mögliche Folgen einer chronischen Nikotinvergiftung

Da eine chronische Vergiftung langsam auftritt und häufig erst spät entdeckt wird, kann sie weitreichende Konsequenzen für den Körper haben. Dazu gehören:

  • Ablagerungen von Teer in den Lungenbläschen
  • chronische Verengung der Pupillen
  • Minderdurchblutung des Gehirns
  • Durchblutungsstörungen, Verengung der Herzkranzgefäße
  • Leberschäden
  • Nierenschäden
  • Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  • Schäden im Bereich der Geschlechtsorgane

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Ursachen einer akuten Nikotinvergiftung

Eine akute Vergiftung tritt eher durch die orale Einnahme von Tabakprodukten wie Kautabak oder dem versehentlichen Verzehr von Zigaretten oder Zigarettenstummeln auf.

Besonders gefährdet von einem Nikotinschock sind Kinder im Kleinkindalter, wenn Zigaretten, gefüllte Aschenbecher oder Tabaksud (zum Beispiel in Form von Zigarettenstummeln in Cola- oder Bierflaschen) in ihre Reichweite gelangen. Auch fertige Liquids von E-Zigaretten stellen eine Gefahr dar. Bei Kindern ist zudem bereits eine viel geringere Nikotindosis lebensbedrohlich. So kann eine Zigarette mit einem Gramm Tabak – entspricht 15 bis 25 Milligramm Nikotin – tödlich wirken.

Symptome einer akuten Nikotinvergiftung

Bei einer akuten Nikotinvergiftung kann es eine ganze Reihe von Symptomen geben, die u. a. Nerven-, Herzkreislauf- und Verdauungssystem involvieren.

  • Schocksymptome
  • verstärkter Speichelfluss
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Schweißausbruch
  • Blässe
  • kalte Haut
  • Kopfschmerzen
  • Krämpfe
  • Bewusstsstörungen
  • Sehprobleme
  • Lähmungserscheinungen
  • Bewusstlosigkeit/Ohnmachtsanfälle
  • verlangsamter Herzschlag
  • Herzrhythmusstörungen
  • herabgesetzte Muskelspannung
  • Atembeschwerden
  • Koliken
  • Durchfall
  • Urinvergiftung

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Nikotinschock – was tun?

Im akuten Notfall sollte man sofort handeln und den Notarzt rufen. Bis dieser da ist, ist es ratsam, den Betroffenen möglichst zu beruhigen und ihn sich erbrechen lassen, wenn er muss. Sollte dieser Drang allerdings nicht auftreten, sollte man ihn dann auch nicht dazu zwingen. Darüber hinaus kann es helfen, beengte Kleidung zu öffnen, damit der Vergiftete besser atmen kann. Wird die Person bewusstlos, sollte man die stabile Seitenlage anwenden. In ganz schlimmen Fällen kann eine Reanimation erforderlich werden.

Quellen