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Aktuelle Studie

Dieses Vitamin kann überdosiert Augenschäden verursachen

Vitamin-Pillen
Vitamin B3 ist lebensnotwendig, zu viel davon kann allerdings gefährlich werden
Foto: Getty Images

Viel hilft bekanntlicht nicht immer viel. Im Gegenteil: Wer Vitamin B3, auch bekannt als Niacin oder Nicotinsäure, dauerhaft überdosiert, riskiert im schlimmsten Fall zu erblinden. Das brachte jetzt eine neue Studie zutage, in der ein besonders drastischer Fall dokumentiert wird.

Vitamin B3 (Niacin) spielt eine zentrale Rolle beim Energiestoffwechsel, der Zellteilung, unterstützt die Muskelregeneration und ist unter anderem bei der Erneuerung der Haut beteiligt. Auch wird es medizinisch als rezeptfreies Mittel eingesetzt, um den Cholesterinspiegel und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Da Vitamine als gesund gelten, führt das schnell dazu, dass Patienten in Eigenregie absichtlich (zu) hoch dosieren, in dem Glauben, dass eine Vitamin-Überversorgung keineswegs schaden kann.

Zu dieser Annahme kam offenbar auch ein 61-jähriger Mann, der täglich drei bis sechs Gramm Vitamin B3 aus der Drogerie zu sich nahm (der übliche Tagesbedarf liegt bei 2 bis 17 Milligramm, für einen cholesterinsenkenden Effekt empfehlen Experten die Einnahme von ein bis drei Gramm pro Tag). Mit schwerwiegenden Folgen, wie ein aktueller Fallbericht der „New York Eye and Ear Infirmary of Mount Sinai“ (NYEE) aufzeigt, welcher im „Journal of VitreoRetinal Diseases“ veröffentlicht wurde.

Patient stand kurz vor der Erblindung

Der Betroffene suchte ein Krankenhaus auf, da er nur noch stark verschwommen sehen konnte. Wie sich zeigte, war seine Netzhaut derart angeschwollen, dass der Mann faktisch fast blind war. Außerdem wurden bei ihm zusätzlich ein hoher Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert. Die Ärzte schöpften rasch einen Verdacht, den sie mithilfe spezieller Verfahren bestätigen konnten: Zellschäden aufgrund überhöhter Niacin-Dosen. Ihm wurde daraufhin geraten, das Nahrungsergänzungsmittel abzusetzen. Die positive Überraschung: Zwei Monate später hatte sich das Sehvermögen des Mannes wieder komplett normalisiert. Allerdings wird in dem Fallbericht ebenfalls betont, dass der Betroffene großes Glück gehabt hätte.

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Selbst scheinbar harmlose Drogerie-Produkte können gefährlich sein

Jessica Lee, Mitautorin der Studie, weist im Forschungsbericht darauf hin: „Unabhängig, wie harmlos ein rezeptfreies Mittel erscheinen mag, sollten die richtige Dosierung und mögliche Wechselwirkungen sorgfältig mit dem Arzt abgesprochen werden. Der Fall zeigt, wie gefährlich die Selbstmedikation von scheinbar harmlosen Vitamin-Präparaten sein kann.“ Die Giftigkeit von hohen Dosen Niacin ist bereits seit Längerem bekannt, wie drastisch diese allerdings ausfallen kann, wurde anhand dieser Studie (einmal mehr) deutlich.

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