Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Körperbildstörung

Megan Fox leidet an Dysmorphophobie – was steckt dahinter?

Dysmorphophobie: Megan Fox im durchsichtigen Kleid und mit offenen Haaren
Wer an Dysmorphophobie leidet, nimmt bestimmte Körperstellen oder sogar seinen gesamten Körper als hässlich wahrFoto: Getty Images

Keine Frage, Megan Fox ist erfolgreich und attraktiv. In Filmen oder auf Instagram spielt die 35-Jährige gerne mit ihrem sinnlichen Image. Doch jetzt verriet die Schauspielerin, dass sie sich selbst gar nicht als schön wahrnimmt. Fox leidet an der Körperbildstörung Dysmorphophobie.

Von außen betrachtet scheint Megan Fox alles zu haben – eine gut laufende Filmkarriere, drei Kinder und eine glückliche Partnerschaft mit Musiker Machine Gun Kelly. Und sie sieht fantastisch aus. Kein Wunder also, dass sie voller Selbstbewusstsein durchs Leben geht. Doch der Schein trügt. In einem Interview verriet die Schauspielerin, dass sie sich selbst überhaupt nicht schön findet und deshalb viel Unsicherheit verspürt. Megan Fox leidet an Dysmorphophobie.

»Ich habe Dysmorphophobie

Fox weiß, wie sie aufgrund ihres Aussehens und ihres starken Auftretens auf andere wirkt: einschüchternd. Doch vieles davon ist offenbar nur Fassade. Denn im Interview mit der britischen „GQ“ betonte sie nun, dass ein Image wie ihres irreführend sein könne: „Man sieht eine Person an und denkt, ‚Sie ist so schön. Ihr Leben muss so einfach sein.‘ Aber wahrscheinlich sieht der Mensch sich selbst gar nicht so“. Das sei auch bei ihr der Fall: „Ich habe Dysmorphophobie und viele tief sitzende Unsicherheiten.“ Mit anderen Worten: Megan Fox findet sich selbst eher hässlich und fokussiert sich stark auf angebliche Makel ihres Körpers. Denn genau dieser negative Blick auf den eigenen Körper macht die Körperbildstörung aus.

Instagram Placeholder
An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Was steckt hinter der Körperbildstörung?

Die körperdysmorphe Störung („body dysmorphic disorder“; BDD) oder Dysmorphophobie, wie Megan Fox sie offenbar hat, ist eine relativ häufige Störung, klinisch gekennzeichnet durch eine übermäßige Beschäftigung mit einem eingebildeten Mangel oder einer befürchteten Entstellung der äußeren Erscheinung. Die übermäßige Beschäftigung verursacht einen oft hohen Leidensdruck und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen.1 

Auch interessant: 45 Kilo leichter – das Fitness-Geheimnis von Adele

Menschen, die an dieser mentalen Störung leiden, können nicht aufhören, an die Fehlbildung ihres Körpers zu denken. Dabei handelt sich es zumeist um Makel, die andere Leute beim Anblick der betroffenen Person gar nicht sehen oder zumindest als überhaupt nicht so gravierend empfinden. Die meisten an Dysmorphophobie leidenden Menschen konzentrieren sich auf folgende Körperstellen:2

  • Gesicht (zum Beispiel Nase, Teint, Falten oder Akne)
  • Haare (zum Beispiel Struktur, Ausdünnung oder Kahlheit)
  • Haut (zum Beispiel Flecken, sichtbare Venen)
  • Größe der Brüste
  • Größe und Spannkraft der Muskeln
  • Genitalien

Auch interessant: Skin Picking – das zwanghafte Zupfen an der Haut

Symptome

  • Extreme Beschäftigung mit einem vermeintlichen Schönheitsfehler, der für andere nicht sichtbar ist oder unbedeutend erscheint
  • Starke Überzeugung, dass das Aussehen einen Fehler hat, der hässlich macht oder entstellt
  • Überzeugung, dass andere das Aussehen in negativer Weise bemerken oder sich darüber lustig machen
  • Verhaltensweisen, die darauf abzielen, den wahrgenommenen Makel zu korrigieren oder zu verbergen, und die schwer zu kontrollieren sind, wie z. B. häufiger Blick in den Spiegel, Zupfen an der Haut
  • Versuche, vermeintliche Makel durch Styling, Make-up oder Kleidung zu verbergen
  • Ständiger Vergleich des eigenen Aussehens mit anderen
  • Häufige Suche nach Bestätigung für das eigene Aussehen
  • Perfektionistische Tendenzen
  • Kosmetische Eingriffe, die nur geringe Befriedigung bringen
  • Vermeiden sozialer Situationen

Auch interessant: Sophia Thiel über ihre Essstörung: „Wie ein Monster, das ausbrach

Wann man zum Arzt sollte

Vielleicht kann Megan Fox mit ihrem öffentlichen Bekenntnis zur Dismorphophobie andere Betroffene motivieren, sich Hilfe zu holen. Denn wenn jemand an der Störung leidet und sich aus Scham zudem eventuell sozial isoliert, ist der Gang zum Arzt nicht leicht. Aber er lohnt sich und ist unbedingt zu empfehlen. Denn die Störung geht nicht von alleine weg und kann unbehandelt im Laufe der Zeit zu weiteren psychischen Erkrankungen wie Angstzuständen, Essstörungen und Depressionen führen.

Quellen

Themen