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In Extremfällen

Kann zu viel Wasser trinken gefährlich werden?

Sportler trinkt Wasser
Selbst das Lebenselixier Wasser kann tödlich sein
Foto: Getty Images

Sei es durch die Medien, Ärzte oder durch besorgte Eltern – von vielen Seiten werden wir ermahnt, mehr Wasser zu trinken. Eine kontinuierliche Wasserversorgung gilt als Gesundheitsbooster und Schönheitselixier. Aber kann man eigentlich auch zu viel Wasser trinken?

Heute schon genug getrunken? Viele Menschen müssen sich täglich immer wieder daran erinnern, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Denn Wasser ist essentiell für unseren Körper und Trinken kann man eigentlich nie genug – oder etwa doch? FITBOOK erklärt, ob zu viel Wasser trinken gefährlich werden kann und was hinter einer „Wasservergiftung“ steckt.

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Warum Wasser trinken so gesund und wichtig ist

Laut der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.“  (DGE) sollte ein erwachsener Mensch über den Tag verteilt rund 1,5 Liter trinken. Am besten erfolgt die Aufnahme zu den Mahlzeiten und auch zwischendurch. Weniger als 1,0 Liter sollten im Laufe des Tages nicht unterschritten werden, sonst droht ein Wassermangel. Denn Wasser erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen. So trägt es zum Beispiel zur Temperaturregulierung bei, hilft, Nährstoffe aus der Nahrung zu transportieren und Abbauprodukte zu den Ausscheidungsorganen zu befördern. Außerdem ist es ein wichtiger Bestandteil von Zellen, hilft dem Stoffwechsel und sorgt dafür, dass das Blut fließen kann. Wasser kann außerdem auch positive Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme haben. Regelmäßig ein Glas Wasser vor dem Essen zu trinken, kann auf Dauer sogar beim Abnehmen helfen. Denn die Flüssigkeit füllt den Magen wodurch schneller ein Sättigungsgefühl eintritt.

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Kann man eigentlich zu viel Wasser trinken?

„Werden größere Mengen Wasser über den Tag verteilt getrunken, kann der Organismus das noch gut verwerten, denn der Körper eines Erwachsenen ist in der Lage, bei kurzfristiger Belastung fast 1/l pro Stunde auszuscheiden. Die maximal zu tolerierende Zufuhrmenge beträgt 10 Liter pro Tag“ erklärt Diplom Oecotrophologin Antje Gahl von der DGE.  Zu weiteren Symptomen einer enormen Wasseraufnahme gehören: verstärktes Schwitzen, Luftnot, Müdigkeit, Atembeschwerden sowie Konzentrationsschwäche.

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Zu hoher Wasserkonsum kann zu Nährstoff- und Mineralmangel führen

Hinzu kommt, dass das unnötig viele Wasser wichtige Nährstoffe und Mineralien ausspült. „Fatal ist, dass viele Betroffene die Symptome so deuten, als sie hätten zu wenig getrunken. Wenn dann weiter Flüssigkeit aufgenommen wird, verstärkt sich das Problem. Durch das Aufschwemmen der Zelle wird die Bildung von Ödemen, besonders im Gehirn, gefördert. Das Gehirn kann sich nicht über die harte Schädeldecke hinweg ausdehnen und lagert Wasser ein. Eine sofortige und richtige Behandlung der betroffenen Person ist notwendig, um den Salzmangel wieder auszugleichen“, erklärt Gahl. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Hyponatriämie, der so genannten Wasservergiftung. Diese kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Deshalb besonders Menschen mit Nieren- oder Lebererkrankungen die Menge der Wasseraufnahme unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen. Auch Sportler sollten nicht übertrieben viel Wasser trinken, sondern nur so viel, dass die ausgeschwitzte Menge wieder ausgeglichen wird. Das Gleiche gilt für Menschen auf Diät, die extrem viel Wasser trinken, um abzunehmen.

Eine junge Frau trinkt aus einem Glas

Der Körper braucht Wasser wie die Luft zum Atmen, aber in Extremfällen kann zu viel Wasser trinken lebensgefährlich sein
Foto: Getty Images

Hyponatriämie – was passiert bei einer Wasservergiftung?

Was bei der sogenannten Wasservergiftung passiert, erklärt Diplom-Oecotrophologin Antje Gahl so: „Eine Hyponatriämie, eine Elektrolytstörung, ist fast immer die Folge, wenn bei körperlicher Anstrengung zu viel Flüssigkeit in kurzer Zeit zugeführt wird. Das Gleichgewicht von Körperwasser und Salzgehalt kommt durcheinander. Die Konzentration von Salzionen im Blut ist niedriger. Durch die Verdünnung der Salzkonzentration im Blut (dem extrazellulären Raum) wird Wasser in die Zellen (den intrazellulären Raum) geschleust und schwemmt diese auf“. Das wird besonders häufig bei Extremsportlern wie z.B. Marathonläufern beobachtet. „In bestimmten Belastungssituationen wie eben beim Marathon kann zu viel Trinken problematisch sein. Werden hier mehrere Liter Wasser innerhalb weniger Stunden getrunken, kann es in Einzelfällen zu einer Verdünnung des Bluts und so gegebenenfalls zu einer Hyponatriämie führen“.

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So äußert sich ein Flüssigkeitsmangel

Da unser Körper täglich Flüssigkeit über Nieren, Darm, Haut und Lunge ausscheidet, ist es wichtig, diese Verluste wieder aufzufüllen, um den natürlichen Wasserhaushalt im Körper zu regulieren. Natürlich kann dieser Wasserverlust auch höher ausfallen, je nachdem, ob man durch körperliche Aktivitäten oder heiße Temperaturen intensiv schwitzt. Aber auch bei Krankheitssymptomen wie Fieber, Durchfall und Erbrechen verliert der Körper mehr Wasser als üblich. Dann warnt die DGE, dass 0,5-1,0 Liter Wasser zusätzlich nötig sein können, um das Wasserdepot wieder aufzufüllen.

Kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, können die folgenden Symptome auftreten: trockene Haut, dunkler Urin, Verstopfung, Kopfschmerzen und Konzentration- und Kreislaufprobleme. Außerdem wird man laut der DGE „schnell müde und kann sich schlecht konzentrieren. Der Körper kann harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausreichend ausscheiden und die Versorgung von Muskel- und Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt.“ Doch nicht nur über Flüssigkeiten können wir Wasser aufnehmen, sondern auch über feste Nahrung. So besteht etwa eine Gurke aus fast 100% Wasser. Lange Zeit galt Kaffee als Flüssigkeitsräuber. Doch es gibt Entwarnung für alle Kaffee-Liebhaber. Bis zu vier Tassen am Tag sind vollkommen in Ordnung und entziehen dem Körper kein Wasser. Im Gegenteil: Die Menge wird ganz normal zur täglich benötigten Flüssigkeitszufuhr addiert.