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Was das Hormon INSL3 über Gesundheit von Männern aussagt

Gesundheit

Testosteron? Warum ein ganz anderes Hormon für Männer enorm wichtig ist

hormon gesundheit männer: Eine Gruppe junger Männer
Männer, die Krankheiten vermeiden und lange gesund bleiben wollen, sollten das Hormon INSL3 im Blick haben. Dieses spielt laut Forschungen eine bedeutende Rolle im Männerkörper.Foto: Getty Images

Viele Männer denken beim Stichwort Hormon wohl als Erstes an Testosteron. Und natürlich erfüllt das Sexualhormon auch wichtige Funktionen im Körper. Doch Forscher haben nun einen anderen Botenstoff entdeckt, der offenbar von enormer Bedeutung für die langfristige Gesundheit von Männern ist.

Schon einmal von INSL3 gehört? Wahrscheinlich nicht, doch besonders Männer sollten dieses Hormon kennen – denn es ist stark mit ihrer Gesundheit verknüpft. Zu dieser Erkenntnis kam jetzt eine Studie der University of Nottingham. Demnach ist dieses Hormon ein bedeutender Biomarker dafür, ob Männer im späteren Verlauf ihres Lebens bestimmte Erkrankungen entwickeln.

Warum die Forscher INSL3 in den Blick nahmen

Lange stand vor allem Testosteron im Fokus der Hormon-Forschung, wenn es um die Männergesundheit ging. Doch zuletzt hat das insulinähnliche Peptidhormon INSL3 in diesem Kontext an Bedeutung gewonnen. Wie Testosteron wird auch dieses Hormon von Zellen der Hoden gebildet.1 Doch anders als Testosteron gelangt INSL3 gleichmäßig in den Blutkreislauf, sein Spiegel bleibt deshalb konstant, anstatt wie der Testosteronspiegel zu schwanken.2 Daher hofften Wissenschaftler, dass das Hormon hilft, verlässliche Aussagen über die Gesundheit von Männern zu treffen. Diese Annahme zu bestätigen, war Ziel der aktuellen, in „Frontiers in Endocrinology“ veröffentlichten, Studie.

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Ablauf der Studie

Im Rahmen der Untersuchung analysierte das Forschungsteam rund um Studienleiter Richard Ivell, der auch schon an früheren Studien zu INSL3 beteiligt war, Blutproben von 3000 Männern. Die Probanden stammten aus acht unterschiedlichen Regionen in Nord-, Süd-, Ost- und Westeuropa. Den Männern war zu dem Zweck der Analyse im Abstand von vier Jahren zwei Blutproben entnommen worden. Diese untersuchten die Wissenschaftler mit Blick auf Unterschiede im Hormonspiegel zwischen verschiedenen Personen und auf eine mögliche Korrelation mit der Entstehung von Krankheiten.3

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Hormon INSL3 ist Biomarker für Entstehung von Krankheiten

Dabei bestätigte sich, dass der Spiegel des Hormons INSL3 bei einer Person im Verlauf des Lebens – genauer: ab der Pubertät – ziemlich stabil bleibt. Der Vergleich der Männer untereinander zeigte aber, dass der generelle Hormonspiegel von Mann zu Mann variiert – möglich sind Unterschiede von fast dem Zehnfachen. Diese Variation unter Männern bei zeitgleicher Stabilität im Körper des einzelnen Mannes zusammengenommen bedeutet: Ein Mann, der schon in jungen Jahren wenig INSL3 im Körper hat, weist auch im hohen Alter einen niedrigen Spiegel auf. Und umgekehrt bleibt ein hoher Hormonspiegel, wenn er schon in jungen Jahren vorhanden ist, bis ins hohe Alter erhalten.

Doch wie sieht nun der Zusammenhang zwischen INSL3 und der langfristigen Männergesundheit aus? Tatsächlich ergab die Analyse, dass ein niedriger INSL3-Spiegel mit der Entstehung einer Reihe altersbedingter Krankheiten korreliert – darunter Knochenschwäche, sexuelle Funktionsstörung, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daraus schließen die Forscher, dass ein junger Mann oder Mann mittleren Alters, dessen Körper wenig INSL3 produziert, ein größeres Risiko hat, später eine der genannten Krankheiten zu entwickeln.

Bedeutung der Studie und weitere Forschung

Laut den Forschern eröffneten die neuen Erkenntnisse rund um INSL3 spannende Möglichkeiten für die Vorhersage altersbedingter Erkrankungen bei Männern und für die weiterhin stattfindende Suche nach Wegen, den Ausbruch der Krankheiten durch frühzeitiges Eingreifen verhindern zu können. „Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, warum manche Menschen mit zunehmendem Alter eher zu Behinderungen und Krankheiten neigen, damit Maßnahmen gefunden werden können, die nicht nur ein langes, sondern auch ein gesundes Leben im Alter ermöglichen“, erklärt Ivell in einer Universitätsmitteilung zur Studie.4 „Unsere Hormonentdeckung ist ein wichtiger Schritt, um dies zu verstehen, und wird den Weg dafür ebnen, nicht nur den Menschen individuell zu helfen, sondern auch dazu beizutragen, den Pflegenotstand, dem wir als Gesellschaft gegenüberstehen, zu lindern.“

Aufbauend auf die aktuellen Studienergebnisse wollen Ivell und sein Team nun weiter forschen: „Jetzt, da wir wissen, welche wichtige Rolle dieses Hormon bei der Vorhersage von Krankheiten spielt und wie es bei Männern variiert, richten wir unsere Aufmerksamkeit darauf, herauszufinden, welche Faktoren den größten Einfluss auf den INSL3-Spiegel im Blut haben.“ Mögliche Faktoren könnten die Ernährung in der Kindheit, aber auch die Genetik oder die Exposition gegenüber bestimmten Substanzen aus der Umwelt sein.

Quellen

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