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Es ist nicht das Zittern

Woran man Parkinson früh erkennen kann

Nervenzellen bei Parkinson
Auffälligste Folge einer Parkinsonerkrankung ist oft der Tremor - also ein Zittern eines oder mehrerer Körperteile. Doch anfangs können auch Schlaf- oder Riechstörungen ein Indiz sein.
Foto: Getty Images

In Deutschland sind aktuell etwa 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Vor allem ältere Menschen sind von der Krankheit betroffen, die meist erst im fortgeschrittenen Stadium Bewegungsstörungen hervorruft. Doch es gibt auch frühe Anzeichen.

Parkinson verbinden viele mit langsamen Bewegungen und zitternden Händen. Das sind aber mitnichten die ersten Symptome der Krankheit. In seiner frühen Form kann sich die neurologische Erkrankung auch so äußern:

Mitten in der Nacht schlägt er plötzlich um sich. Sie wacht davon auf, doch ihr Mann schläft. Es ist, als träume er und versuche, sich gegen irgendetwas zu wehren. Wer jenseits der 50 eine sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung zeigt, sollte einen Neurologen aufsuchen.

Sie kann nämlich ein sehr frühes Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung sein, erklärt Prof. Daniela Berg, Direktorin der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Schleswig-Holstein.

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Wichtig: Warnsignale beachten!

70 bis 80 Prozent der älteren Patienten mit einer solchen Schlafstörung entwickeln Beobachtungsstudien zufolge im Laufe der folgenden 10 bis 15 Jahre eine Parkinson-Erkrankung, erklärt die Expertin. Andere frühe Warnzeichen können Verstopfung, ein schlecht kontrollierbarer Harndrang oder eine verminderte Geruchswahrnehmung sein. Erste motorische Auffälligkeiten sind ein schlurfender Gang oder die Beobachtung, dass ein Arm beim Gehen weniger mitschwingt als der andere. Bei manchen verändert sich auch das Schriftbild: Die Buchstaben werden immer kleiner.

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Diagnose oft erst nach 10 bis 15 Jahren

„Jedes Symptom für sich genommen bedeutet natürlich nicht, dass jemand später Parkinson bekommt“, sagt die Expertin. Wenn aber mehrere Symptome zusammenkommen, sollte man wachsam sein.

Stellt sich jemand mit ersten Anzeichen, aber noch ohne motorische Auffälligkeiten beim Neurologen vor, kann er den Patienten zunächst in ein spezialisiertes Zentrum überweisen. Dort lässt sich feststellen, ob ein für Parkinson typisches falsch gefaltetes Eiweiß bereits nachweisbar ist. Dann ist davon auszugehen, dass der Betroffene früher oder später erkranken wird.

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Das ist die Ursache für Parkinson

Parkinson ist eine nervenbedingte Bewegungsstörung, die vor allem ältere Menschen trifft. Ursache für die auch Schüttellähmung genannte Krankheit ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Sie produzieren dann kein Dopamin mehr, mit dessen Hilfe der Körper normalerweise Bewegungen steuert. Zahlreiche Störungen sind die Folge: Zittern, verspannte Muskeln sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Hinzu kommen eine leise und monotone Sprache sowie eine starre Mimik. Zusätzliche Symptome können aber auch Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein.

Wann Menschen durchschnittlich erkranken

Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In der Bundesrepublik sind laut Krankenkassendaten aktuell etwa 400.000 Menschen an dem unheilbaren Leiden erkrankt, schreibt die Deutsche Parkinson Gesellschaft. Die Patienten sind bei der Diagnose im Durchschnitt 60 Jahre alt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

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Sport als Präventionsmaßnahme

„Medikamentös behandeln kann man dann in der Regel zwar noch nicht“, sagt Berg. Hat der Patient bereits Einschränkungen – zum Beispiel Probleme beim Sprechen –, helfen spezielle Trainings. „Damit lässt sich zum Beispiel eine immer leiser und undeutlicher werdende Sprache gut korrigieren.“

Ursächlich können Ärzte Parkinson bisher nicht behandeln. Wer schon motorische Einschränkungen hat, kann aber an Studien teilnehmen: „Für bestimmte genetische Formen der Parkinson-Erkrankungen zum Beispiel gibt es vielversprechende Studien, die den Verlauf positiv beeinflussten könnten.“