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Anzeichen einer nicht-alkoholischen Fettleber und was dagegen hilft

CT einer Fettleber
CT einer Fettleber: Die nicht-alkoholische Fettleber bleibt oft lange unbemerkt, ist aber ein ernstes Warnsignal des Körpers. In vielen Fällen ist sie wieder rückgängig zu machen. Foto: Getty Images/Science Photo Libra
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

30. März 2026, 17:00 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Die nicht-alkoholische Fettleber ist die lautlose Gefahr in Ihrem Bauch! Sie trifft keineswegs nur übergewichtige Menschen – sogar Kinder sind immer häufiger betroffen. Die gute Nachricht: Eine Fettleber ist behandelbar und in vielen Fällen sogar heilbar. Entscheidend ist, neben regelmäßiger Bewegung, eine konsequente Ernährungsumstellung. Forscher haben untersucht, ob Intervallfasten einen Zusatznutzen im Vergleich zur herkömmlichen Kalorienreduktion bietet – das Ergebnis ist eindeutig.

Symptome einer nicht-alkoholischen Fettleber

Von einer nicht-alkoholische Fettleber MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease, früher als Non-Alkoholic Fatty Liver Disease, kurz: NAFLD bezeichnet) spricht man, wenn in mehr als fünf Prozent der Leberzellen Fett eingelagert wurde – oder eine Leber zu mehr als zehn Prozent aus Fett besteht. Ursächlich ist meist eine Kombination aus hoher Kalorienaufnahme, Übergewicht und mangelnder Bewegung.

Eine Fettleber lässt sich oft schwer identifizieren, da sie meist keine Schmerzen verursacht. Wenn Symptome auftreten, handelt es sich häufig um unspezifische Beschwerden. Die Symptome umfassen laut der Deutschen Leberstiftung:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Druckgefühl im rechten Oberbauch

Entdeckt wird die Erkrankung häufig zufällig – etwa durch erhöhte Leberwerte bei einer Blutuntersuchung oder durch eine Ultraschalluntersuchung.1

Schätzungen zufolge leiden etwa 25 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland an einer nicht-alkoholischen Fettleber. Bei Menschen mit starkem Übergewicht oder Diabetes Typ 2 liegt der Anteil bei bis zu 85 Prozent.2

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Hauptursachen, Risikofaktoren und mögliche Spätfolgen

Zu den Hauptursachen der MASLD gehören vor allem eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel sowie daraus resultierendes Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2.

Die Fettleber ist keine reine „Erwachsenenkrankheit“: Heutzutage sind, aufgrund des veränderten Lebensstils, bereits viele Kinder von einer Fettleber betroffen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie sich entzünden (Steatohepatitis). Dies kann langfristig zu einer Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) und sogar zu Leberzellkrebs führen. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Therapie – Fettleberwerte lassen sich verbessern!

Das Stichwort bei MASLD-Patienten lautet „multimodale Lifestyle-Intervention“. Laut der „S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungsund Stoffwechselkrankheiten (DGVS) sollten übergewichtige bzw. adipöse NAFLD-Patienten ihr Gewicht um mindestens fünf Prozent reduzieren, um eine Verbesserung bei übermäßig viel Fett in den Leberzellen, Inflammation bzw. Leberwerten im Blut zu erreichen.

„Patienten sollten überdies wöchentlich drei Stunden aerobes Training von moderater bis mittlerer Intensität praktizieren“, heißt es dort. Bei normalgewichtigen Fettleber-Patienten wird Muskelaufbau empfohlen. Forscher der Penn State College of Medicine in Pennsylvania stellten 2023 fest: 150 Minuten moderater Ausdauersport genügen, um Leberfett bei einer nicht-alkoholischen Fettleber „maßgeblich“ zu reduzieren (FITBOOK berichtete).3

Generell gilt: Fettleberwerte lassen sich durch eine gesunde Lebensweise verbessern. Als günstig bei einer nicht-alkohlischen Fettleber wird eine mediterrane Ernährungsweise hervorgehoben – neben verbesserten Fettleberwerten soll diese die Insulinsensitivität verbessern.

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Studie: Weniger Kalorien oder Intervallfasten – was regeneriert die Fettleber besser?

Forscher der Southern Medical University in Guangzhou und der amerikanischen Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine in New Orleans haben 2023 untersucht, was bei der Regeneration einer MASLD besser wirkt: Intervallfasten oder insgesamt täglich einfach weniger Kalorien zu essen? Die Antwort: Entscheidend ist primär die Einschränkung der Kalorienzufuhr – unabhängig davon, ob diese innerhalb eines bestimmten Zeitfensters oder über den Tag verteilt erfolgt. Der Leberfettgehalt sank in beiden Gruppen signifikant.4

Diese Vorgaben mussten über 12 Monate eingehalten werden

Für die klinische Studie wurden 88 übergewichtige Chinesen (49 Männer, 39 Frauen) rekrutiert und über einen Zeitraum von zwölf Monaten beobachtet. Das Durchschnittsalter lag bei 32 Jahren und der Body-Mass-Index im Durchschnitt bei hohen 32,2 (lesen Sie: Warum der BMI allein für die Diagnose Adipositas nicht ausreicht).

Anschließend wurden die Probanden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe musste Intervallfasten praktizieren, also in bestimmten Zeitfenstern essen. Konkret durften sie nur zwischen 8 und 16 Uhr essen. In den restlichen 16 Stunden des Tages wurde gefastet. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe durften zu gewohnten Zeiten essen.

Alle Teilnehmer mussten ihre Kalorienaufnahme reduzieren. Männer durften nur zwischen 1500 und 1800 Kalorien pro Tag verzehren, die Frauen nur 1200 bis 1500 Kalorien. Und das über einen Zeitraum von einem Jahr. Währenddessen wurden nicht nur die Leberwerte untersucht, sondern auch der Körper vermessen.

Ergebnis: Intervallfasten bringt keinen Zusatznutzen bei Fettleber

Die Auswertung der Daten ergab, dass sich die Fettleberwerte (insbesondere die Triglyceride) sowohl beim Intervallfasten als auch bei der Kalorienreduktion deutlich verbesserten. Die Auswertung zeigte, dass der intrahepatische Triglyzeridgehalt (Leberfettgehalt) in beiden Gruppen signifikant sank.

In der Intervallfasten-Gruppe ging der Leberfettgehalt nach zwölf Monaten um 6,9 Prozent zurück. In der Gruppe, die einfach nur auf Kalorienreduktion setzte, waren es minus 7,9 Prozent. Der Unterschied wird von den Forschern als „statistisch nicht signifikant“ eingeordnet. Der Leberfettgehalt wurde mittels präziser MRT-Messungen bestimmt; das spricht für eine besondere Genauigkeit der Daten.

Bei allen Probanden kam es überdies zu weiteren Verbesserungen:

  • erhöhte Elastizität der Leber
  • geringeres Körpergewicht
  • kleinerer Taillenumfang
  • geringerer Körperfettanteil
  • gesunkene metabolische Risikofaktoren

Daraus resultieren die Forscher, dass Intervallfasten gegenüber einer Kalorienreduktion keinen Vorteil bei der Behandlung einer Fettleber bringt.

Limitationen der Studie

Die mit lediglich 88 Teilnehmern durchgeführte Studie untersuchte das Zeitfenster-Essen (Time-restricted eating) ausschließlich in Verbindung mit einer gleichzeitigen Reduktion der Kalorienzufuhr. Die Forscher haben nicht untersucht, ob Intervallfasten in einem bestimmten Zeitfenster ohne Kalorienreduktion ebenfalls die Fettleberwerte verbessern kann.

Außerdem liegen keine Informationen über die genaue Art der aufgenommenen Kalorien vor. Daher bleibt unklar, ob eine spezifische Reduktion von beispielsweise fettreichen oder kohlenhydratreichen Lebensmitteln innerhalb des Fastenmodells zusätzliche Vorteile geboten hätte. Während die Studie die Kalorienaufnahme streng kontrollierte, wurden andere Faktoren wie zusätzliche Bewegung zwar als wirksam gegen Fettleber erwähnt, waren aber nicht der primäre Fokus der Forscher.

Da die Studie mit einer spezifischen Probandengruppe in China durchgeführt wurde, ist eine Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen zwar wahrscheinlich, aber formal noch zu bestätigen. Mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren waren die Teilnehmer vergleichsweise jung und wiesen alle bereits eine Adipositas (durchschnittlicher BMI von 32,2) sowie eine diagnostizierte nicht-alkoholische Fettleber auf. Das schränkt die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf ältere Altersgruppen oder Menschen mit geringerem Übergewicht ein.

Fazit

Die nicht-alkoholische Fettleber ist eine weit verbreitete und oft lange unbemerkte Erkrankung, die keineswegs nur stark übergewichtige Menschen betrifft. Sie steht hauptsächlich mit ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und Stoffwechselstörungen in Verbindung. Die gute Nachricht: Eine Fettleber kann durch konsequente Lebensstiländerungen in vielen Fällen deutlich verbessert oder sogar rückgängig gemacht werden. Entscheidend sind vor allem eine nachhaltige Kalorienreduktion, regelmäßige Bewegung und eine insgesamt gesündere Ernährungsweise.

Die vorgestellte Studie zeigt dabei klar: Intervallfasten kann helfen, bietet gegenüber einer klassischen Kalorienreduktion jedoch keinen zusätzlichen Vorteil für die Reduktion des Leberfetts. Ausschlaggebend ist also nicht in erster Linie das Essenszeitfenster, sondern dass insgesamt weniger Kalorien aufgenommen werden.

Quellen

  1. Deutsche Leberstiftung: nicht-alkoholische Fettleber bei Kindern und Erwachsenen ein großes Risiko (2021, aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  2. Klinikum Sigmaringen: Fettleber – die "stille" Gefahr für unsere Gesundheit (2026, aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  3. Stine, J., DiJoseph, K., Pattison, Z. et al. (2023). Exercise Training Is Associated With Treatment Response in Liver Fat Content by Magnetic Resonance Imaging Independent of Clinically Significant Body Weight Loss in Patients With Nonalcoholic Fatty Liver Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. American Journal of Gastroenterology. ↩︎
  4. Wei, X., Lin, B., Huang, Y., et al. (2023). Effects of Time-Restricted Eating on Nonalcoholic Fatty Liver Disease: The TREATY-FLD Randomized Clinical Trial. JAMA Network Open. ↩︎

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