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Bei nicht-alkoholischer Fettleber

Exotische Frucht soll Leberfett in nur 3 Monaten deutlich senken

Camu-Camu
Forscher glauben an einen lindernden Effekt einer Fettleber durch die Inhaltsstoffe der Camu-Camu-Frucht Foto: Getty Images
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7. April 2026, 18:21 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Jeder Vierte ist statistisch von der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), seit kurzem als MASL bezeichnet, betroffen. Die Erkrankung verläuft ohne erkennbare Symptome. Zugelassene Medikamente gibt es derzeit kaum – deshalb stehen Lebensstil- und Ernährungsumstellungen im Vordergrund. Eine klinische Studie zeigte 2024, dass die Camu-Camu-Frucht den Leberfettgehalt sowie wichtigen Leberenzyme signifikant senken kann – und das bereits innerhalb von nur 12 Wochen.

Nicht-alkoholische Fettleber (MASLD) ist Zivilisationskrankheit

Die nicht-alkoholische Fettleber MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) ist eine Zivilisationskrankheit. Sie trifft keineswegs nur übergewichtige Menschen, immer häufiger sind Kinder betroffen. Zu den Ursachen gehören eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel sowie daraus resultierendes Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2.

Generell gilt: Die Behandlung einer Fettleber basiert primär auf einer Umstellung des Lebensstils, da es lange Zeit kein spezifisches Medikament gab, das die Verfettung direkt rückgängig machen konnte. Hilfreich ist die mediterrane Ernährungsweise, die – neben verbesserten Fettleberwerten – auch die Insulinsensitivität der Patienten verbessert.1

Auch interessant: Anzeichen einer nicht-alkoholischen Fettleber und was dagegen hilft

Studie: Camu-Camu-Frucht hilft speziell bei MASLD

Eine klinische Studie der Universität Laval zeigte 2024, dass die Einnahme des in Peru, Kolumbien und einigen weiteren Ländern im Amazonasgebiet heimischen Amazonas-Superfoods Camu-Camu den Fettgehalt in der Leber signifikant senken kann. Die Forscher führen diesen Effekt auf die hohe Konzentration an Antioxidantien und Polyphenolen zurück, welche die Fettbildung hemmen und den Abbau fördern. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht.2

Übergewichtige Probanden nahmen täglich 1,5 Gramm Camu-Camu-Pulver

Die 12-wöchige klinische Crossover-Studie wurde in Québec, Kanada, am Institut für Ernährung und funktionelle Lebensmittel der Universität Laval durchgeführt. Die insgesamt 30 übergewichtigen oder adipösen Probanden (zwischen 18 bis 75 Jahren) nahmen täglich 1,5 Gramm Camu-Camu-Pulver aus der ganzen Beere, aufgeteilt auf drei Kapseln zu je 500 Milligramm, ein – oder ein Placebo. Angaben zum genauen Anteil der der Ellagitannine innerhalb dieser 1,5-Gramm-Tagesdosis macht die Studie nicht.

Alle hatten erhöhte Blutfettwerte. Diabetiker, Raucher, Personen mit hohem Alkoholkonsum oder schweren Vorerkrankungen wurden ausgeschlossen. Die Teilnehmer mussten bereit sein, ihr Gewicht, ihre körperliche Aktivität und ihre Ernährungsgewohnheiten während der Studie stabil zu halten.

Kernergebnis: Leberfettgehalt sank in 12 Wochen um 7 Prozent

  • Durch die tägliche Einnahme von 1,5 Gramm Camu-Camu-Extrakt reduzierte sich der Leberfettgehalt im Durchschnitt um 7,43 Prozent.
  • In der Placebo-Gruppe stieg dieser im selben Zeitraum um 8,42 Prozent an!

„Das ist ein signifikanter Unterschied von 15,85 Prozent“, erklärt dazu Studienleiter André Marette von der Uni Laval in einer Pressemitteilung.3

Besonders bemerkenswert ist, dass diese Verbesserung sowie die gleichzeitige Senkung der entzündungsrelevanten Leberenzyme AST und ALT eintraten, ohne dass die Probanden ihr Körpergewicht reduzierten oder ihre Kalorienaufnahme veränderten. Einfach gesagt: Das Leberfett sank, obwohl die Probanden ihr Gewicht nicht reduzierten.

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Wie Camu-Camu die Fettbildung in der Leber stoppt

Die Forscher führen die Wirkung auf die reichhaltigen Polyphenole zurück, welche als Präbiotika das Darmmikrobiom positiv beeinflussen, die Fettneubildung (Lipogenese) hemmen und den Fettabbau in der Leber ankurbeln. Als zentrale Polyphenole werden Ellagitannine und Proanthocyanidine genannt.

Da die ursprünglichen Polyphenolmoleküle zu groß sind, um direkt vom Darm aufgenommen zu werden, verarbeitet das Darmmikrobiom sie zu kleineren Molekülen. Diese kleineren Stoffwechselprodukte können die sogenannte Lipogenese (also die Neubildung von Fetten aus überschüssigem Zucker) in der Leber hemmen. Weiterhin wird vermutet, dass der hohe Gehalt an Ellagitanninen in Camu-Camu gleichzeitig den Fettabbau durch Oxidation ankurbelt. Das fördert den Fettabbau.

Die generelle Wirkweise von Polyphenolen auf das Darmmikrobiom ist nicht neu. Es gibt bereits Studien zu anderen polyphenolreichen Lebensmitteln wie bestimmten Teesorten. Aber: Es handelt sich um die erste klinische Studie, die die Wirkung von Camu-Camu auf das Leberfett beim Menschen gründlich untersucht hat.

Von einer nicht-alkoholische Fettleber (kurz MASLD) spricht man, wenn in mehr als fünf Prozent der Leberzellen Fett eingelagert wurde – oder eine Leber zu mehr als zehn Prozent aus Fett besteht.

Bedeutung der Studie

Die Studienautoren heben hervor, dass Camu-Camu das bisher einzige bekannte Präbiotikum ist, für das ein solcher signifikanter Effekt auf das Leberfett und die Leberenzyme (AST und ALT) beim Menschen in einer kontrollierten Studie nachgewiesen werden konnte. Und das bereits innerhalb von 12 Wochen. Besonders bedeutsam ist, dass diese Effekte unabhängig von einer Gewichtsabnahme oder einer Reduktion der Kalorienzufuhr eintraten.

Zu den wesentlichen Einschränkungen gehört jedoch die geringe Teilnehmerzahl von 30 Probanden. Zudem wurden keine invasiven Leberbiopsien durchgeführt, was die Beurteilung fortgeschrittener Stadien wie einer Fibrose einschränkt. Auch nicht dokumentierte Lebensstiländerungen der Teilnehmer könnten die Ergebnisse beeinflusst haben, weshalb längerfristige Studien mit größeren Probandengruppen notwendig sind. Damit liefert die Studie insgesamt einen guten Hinweis, ist aber noch keine belastbare Grundlage, um Camu-Camu als wirksame Therapie für Fettleber zu betrachten.

Die Camu-Camu-Frucht ist auch besonders reich an Vitamin C. Extrakte gibt es schon seit längerem als Kapseln oder Pulver zu kaufen.

Quellen

  1. Aktualisierte S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
    der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungsund Stoffwechselkrankheiten
    (DGVS) (2022, aufgerufen am 07.04.2026)
    ↩︎
  2. A. Agrinier, A. Morissette, L. Daoust (et.al.) 2024, Camu-camu decreases hepatic steatosis and liver injury markers in overweight, hypertriglyceridemic individuals: A randomized crossover trial. Cell Reports Medicine. ↩︎
  3. Université Laval. „Hepatic disease: a camu-camu fruit extract to reduce liver fat“ (aufgerufen am 07.04.2026) ↩︎

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