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Laut Studie

Wer täglich E-Zigarette raucht, verdoppelt Risiko für Erektionsstörungen

E-Zigaretten Erektionsstörung: Ein Mann dampft eine E-Zigarette
Nicht harmlos: E-Zigaretten sind offenbar gefährlicher als normale ZigarettenFoto: Getty Images

Zigaretten rauchen schadet der Potenz. Forscher aus den USA sagen nun: Bei E-Zigaretten besteht sogar ein noch höheres Risiko.

Vapen, so heißt das, wenn man den Dampf einer E-Zigarette inhaliert. Viele Raucher greifen auf den elektronischen Glimmstängel zurück, weil sie denken, das sei gesünder, als eine normale Zigarette zu rauchen. Andere meinen, sie könnten sich damit vom Rauchen entwöhnen. Ein Forscherteam um Omar El-Shahawy von der University School of Medicine in New York (USA) hat nun herausgefunden, dass E-Zigaretten nicht so harmlos sind wie allgemein angenommen. Die Forscher haben die Gesundheitsdaten von über 13.000 Männern im Alter ab 20 Jahren aus den USA ausgewertet, die angegeben haben, E-Zigaretten zu vapen. Das erschreckende Ergebnis der Studie: Das Risiko für Erektionsstörungen war bei Befragten, die täglich E-Zigaretten rauchen, doppelt so hoch wie das von Männern, die nie vapen.1

Erektionsstörungen – ein weit verbreitet Problem

Eine Erektionsstörung – oder medizinisch: „erektile Dysfunktion“ – ist ein belastender Zustand, der die Lebensqualität von Männern weltweit erheblich beeinträchtigt. Was man unter Impotenz versteht? Die Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen und, wenn es denn klappt, auch noch aufrechtzuerhalten.

Das Männer-Malheur ist anscheinend stark verbreitet. Hauptautor der Studie, El-Shahawy, schreibt: „Es wird geschätzt, dass jährlich weltweit etwa 26 neue Fälle von Erektionsstörungen pro 1000 Männer auftreten.“ In den USA berichtet einer von fünf Männern im Alter über 20 Jahren (rund 18 Prozent) über Erektionsstörungen.2

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Erektionsstörung durch E-Zigaretten

Von Erektionsstörungen sind nach gängiger Meinung eher ältere Männer über 65 Jahren geplagt. Unterschiedliche Untersuchen haben ergeben, dass eine Vielzahl von Gründen zu einem nicht voll funktionierendem Penis führen können, auch bei jüngeren Männern. Neben psychischen Problemen können auch Herz-Kreislauf-Erkrankung, Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes eine Rolle spielen. Und auch ein Mangel an körperlicher Aktivität scheint die Potenz beim Mann zu beeinträchtigen.3,4 Laut den Erkenntnissen von El-Shahaway und seinem Team ist zudem das Rauchen von E-Zigaretten ein Risikofaktor. Sie fanden heraus, dass Männer, die E-Zigarette rauchen, im Vergleich zu Männern, die nicht vapen, ein doppelt so hohes Risiko für Erektionsstörungen hatten.1

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Hoher Nikotingehalt in E-Zigaretten

Rauchen verändere die Blutgefäße, auch im männlichen Geschlechtsorgan. Eigentlich gelten E-Zigaretten als weniger schädlich als normale Zigaretten. Sie würden laut der Forscher weithin als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung beworben. Mehrere Länder wie Großbritannien und auch Belgien setzten E-Zigaretten diesbezüglich sogar zur Behandlung ein. El-Shahawy und sein Team warnen aber, dass die E-Liquid-Konzentration von E-Zigaretten mitunter einen hohen Nikotingehalt habe. Der Nikotinspiegel sei bei entsprechenden Liquids sogar höher als bei herkömmlichen Zigaretten.

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Was empfehlen die Forscher?

Egal, wie alt man ist, vapen von E-Zigaretten kann gesundheitliche Folgen haben. Die aktuelle Studie zeigt auf, dass E-Zigaretten unabhängig von Alter, Risikofaktoren und dem Vorliegen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen Erektionsstörungen bei Männern verursachen könnten. Die Forscher betonen, dass das Thema bislang kaum wissenschaftlich untersucht wurde und es weiterer Forschung bedürfe. Männer sollten jedoch darüber aufgeklärt werden, dass E-Zigaretten zu einer erektilen Dysfunktion – also Impotenz – führen könne.

Quellen

  1. El-Shahaway O, Shah T, Obisesan OH et al. (2021). Association of E-Cigarettes With Erectile Dysfunction: The Population Assessment of Tobacco and Health Study. American Journal of Preventive Medicine
  2. Selvin E, Burnett A, Platz EA (2007). Prevalence and Risk Factors for Erectile Dysfunction in the US. The American Journal of Medicine
  3. Seidman SN, Roose SP. (2000). The relationship between depression and erectile dysfunction. Current Psychiatry Reports
  4. Solomon H, Wan JW, Jackson G. (2003). Erectile dysfunction and the cardiovascular patient: endothelial dysfunction is the common denominator. Heart