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Allergiker aufgepasst

Wie kalt muss es sein, um Milben abzutöten?

Milbe
Wer auf Nummer sicher gehen will, lagert Kuscheltier und Kissen einfach 48 Stunden bei -15 °C
Foto: Getty Images

Jeder 10. Deutsche hat eine Hausstauballergie, ausgelöst durch ein Allergen aus Milbenkot. Um die Symptome zu mildern, ist eine milbenarme Wohnung wichtig. Wichtiges Hilfsmittel dabei: der Gefrierschrank.

Selbst überzeugte Singles schlafen niemals allein. Denn jeder von uns hat sie in seinem Bett: Milben. Doch die Dinger sind – unter einem Mikroskop vergrößert – nicht nur ziemlich furchteinflößend, sondern außerdem für eine der häufigsten Allergien in Deutschland verantwortlich, die Hausstaubmilbenallergie (oft nur Hausstauballergie genannt). So sollen dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. zufolge rund zehn Prozent der Deutschen darunter leiden.

Auch interessant: Erhöhen Impfungen das Risiko für Allergien?

Doch auch wenn man Milben nie ganz aus der eigenen Wohnung rausschmeißen kann, gibt es Mittel und Wege, die kleinen Ekelpakete einzudämmen und dadurch Beschwerden deutlich zu mildern. Doch was bedeutet Hausstauballergie eigentlich genau?

Was ist eine Hausstauballergie?

Immer wieder liest man von Hausstauballergie. Dabei sind die Betroffenen nicht gegen Staub an sich allergisch, sondern gegen ein Allergen aus dem Kot von Milben. Dieser zerfällt in kleine Partikel und vermengt sich mit normalem Hausstaub, der durch Zugluft oder das Ausschütteln von Bettdecken, Kissen etc. in unsere Atemwege gelangen kann.

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Symptome vorwiegend im Herbst und Winter

Wenn wir im Winter heizen, sterben die meisten Milben ab, da die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnungen zurückgeht. Da sich bis dahin aber auch die Milbenausscheidungen maximal angesammelt haben, klagen Allergiker gerade in den Wintermonaten über Beschwerden, die denen bei einer Erkältung ähneln.

Junge Frau mit Erkältungssymptomen

Gerade in den Wintermonaten klagen Betroffene über Beschwerden
Foto: Getty Images

Worauf müssen Hausstauballergiker achten?

Akute Symptome können kurzfristig medikamentös behandelt werden (mit Antihistaminika und Glukokortikoid-Lösungen), ansonsten ist es essenziell, seine Umgebung so milbenarm wie möglich zu halten.

Wer sich an bestimmte Regeln hält, kann seine Beschwerden oft auf ein Minimum reduzieren. Dazu zählen laut den Experten von allergiecheck.de unter anderem:

  • regelmäßig staubsaugen, am besten mit einem speziellen Allergenfilter
  • Bettwäsche regelmäßig und häufig wechseln und bei mind. 60 Grad waschen
  • einmal im Jahr die Matratze reinigen
  • milbenundurchlässige Bezüge für Bettwäsche und Matratzen verwenden (sogenannte Encasings)
  • regelmäßig lüften und für ein kühles Schlafzimmer sorgen
  • lieber kurz- als langflorige Teppiche verwenden
  • Staubfänger vermeiden (Vorhänge, Sofalandschaften, Sofakissen)

Das hört sich in der Theorie alles gut umsetzbar an, doch wer will schon auf sein plüschiges Lieblingskissen verzichten? Außerdem: Wie will man Kindern erklären, dass sie nicht mehr ihr geliebtes Kuscheltier knuddeln sollten, weil Staubfänger?

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Die gute Nachricht: Man kann Milben abtöten, indem man Kissen und Kuscheltier einfach in die Gefriertruhe legt. Doch wie kalt muss es dafür sein und wie lange sollte man „milbenverseuchte“ Gegenstände eiskalten Temperaturen aussetzen?

Wie kalt muss es sein, um Milben abzutöten?

Genau dieser Frage hat sich eine aktuelle Studie aus den USA angenommen, wie unter anderem die ÄrzteZeitung berichtet. So hat Prof. Larry Arlian von der Wright State University aus Dayton (Ohio) zusammen mit anderen Wissenschaftlern die Kältetoleranz von Milben (und ihren Eiern) untersucht.

Hierfür haben sie Milben-Weibchen unter verschiedenen Bedingungen (bei -4 °C, -12 °C und -15 °C) bis zu 48 Stunden lang gelagert. Im Anschluss haben sie die Milben bei Raumtemperatur kultiviert und 15 Tage lang nachbeobachtet.

Als sie die Milben 24 Stunden lang bei -15° C lagerten, war die Hälfte der Milben bis zu sechs Tage danach noch am Leben. Klingt enttäuschend? Vielleicht, doch das war es noch nicht. Denn bis zu Tag 15 waren schließlich alle Milben abgestorben, ohne – und jetzt wird es entscheidend – dass sie Eier produzieren konnten.

Zum Vergleich: Als man die Milben 24 Stunden lang bei nur -4° C lagerte, konnten aus ihnen noch Larven schlüpfen.

Fazit

Darum empfehlen die Forscher: Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, lagert Kuscheltier und Kissen einfach 48 Stunden bei -15 °C, aber mindestens zwölf Stunden bei -12 °C.

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