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Haut, Virenanfälligkeit, Stinknase

Trockene Heizungsluft belastet den Körper – was hilft?

Alte Heizung
Typisches Phänomen im Herbst und Winter: Trockene Heizungsluft lässt die Raumfeuchtigkeit sinkenFoto: Getty Images

Trockene Heizungsluft kann die Nase strapazieren und auf die Lunge gehen. Eine Studie zeigt, dass auch die Immunabwehr geschwächt wird, wenn die Schleimhäute angegriffen sind. FITBOOK stellt die genaueren Ergebnisse vor und gibt Tipps, wie man die Luftfeuchtigkeit erhöhen kann.

Ein weit verbreiteter Irrtum: Im Winter erkranken viele Menschen an Grippe, weil es zu kalt ist. Tatsächlich ist es die trockene Luft im Warmen, also meistens Heizungsluft, in der Krankheitserreger leichtes Spiel haben. Ein Forscherteam um Eriko Kudo von der Yale University School of Medicine hat anhand von Mäusen untersucht, woran das genau liegt.1

Ablauf und Ergebnisse der Studie

Nachdem die Mäuse trockener Luft ausgesetzt waren, erkrankten die Tiere an deutlich schwereren Formen von Grippe. Bei einer Luftfeuchtigkeit von nur 10 Prozent zeigten die Mäuse einen starken Gewichtsverlust und starben weit häufiger als die Tiere aus der Vergleichsgruppe mit einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent.

Grund: Trockene Luft belastet die Schleimhäute. Und die sind wichtig für das Immunsystem, weil sie eine natürliche Barriere für Krankheitserreger wie Viren und Bakterien bilden. In ihrer Studie erklärten Kudo und seine Mitarbeiter, dass durch die trockene Luft die Selbstreinigungskräfte der Schleimhäute gestört waren. Entzündetes Gewebe konnte dadurch nicht mehr mit dem Schleim abtransportiert und erneuert werden. Die Wissenschaftler beobachteten zudem, dass durch die geringe Luftfeuchtigkeit verschiedene Gene in den Immunzellen nicht aktiviert waren, die normalerweise bei Entzündungssymptomen anspringen. Das Immunsystem kann dann nicht mehr ausreichend auf die Krankheitserreger reagieren. Inwieweit sich diese neusten Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen, müssen jetzt weitere Studien untersuchen.

„Stinknase“ durch trockene Heizungsluft

Aber es muss nicht immer gleich eine heftige Grippe sein, die man sich durch zu trockene Luft einfängt. Häufiger sind Atemwegserkrankungen, zum Beispiel ein lästiger Husten oder Halsschmerzen. Zudem können Haut und Augen leiden, sind dann schnell gerötet und entzündet.

Es geht aber noch unangenehmer: Ist die Nase permanent zu trocken, entstehen im Riechorgan schnell Schorf und gelbgrüne bis schwarze Verkrustungen, sogenannte Borken. Siedeln sich dann auf der geschädigten Nasenschleimhaut spezielle Bakterien an, entweicht den Nasenlöchern ein aasiger Geruch. Perfide: Ihre Stinknase – medizinisch Ozäna – riechen Betroffene selbst oftmals nicht. Spätestens, wenn gnädige Mitmenschen einen Hinweis geben, heißt es: Ab zum HNO-Arzt!

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Auch die Haut leidet unter der Heizungsluft

Viele werden schon bei sich beobachtet haben, dass die Haut, sobald die ersten kalten Tage kommen, plötzlich trocken wird und spannt. Das liegt nicht etwa daran, dass plötzlich die eigenen Pflegeprodukte versagen, sondern an der niedrigen Luftfeuchtigkeit um einen herum. Die Haut wird dadurch gezwungen ihr eigene Flüssigkeit durch transepidermalen Wasserverlust an die Atmosphäre abzugeben. Dadurch trocknet die oberste Hautschicht aus und die Haut fängt an zu spannen. Insbesondere wenn man sowieso schon unter trockenen Haut leidet, kann die trockene Kälte und Heizungsluft zu Trockenheit und Schuppenbildungen führen.

Dementsprechend wichtig ist es, bei trockener Heizungsluft die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Mindestens einmal am Tag sollte man seine Haut durch das Auftragen vom Cremes mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen. Am besten ist es, sich morgens und zur Nacht mit Feuchtigkeitsspendend Lotionen das Gesicht und gebebenenfalls auch den Rest des Körpers einzuschmieren.2

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Luftbefeuchter und Pflanzen für besseres Raumklima

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte man gerade in der kalten Jahreszeit auf ein gutes Raumklima achten. Um die Feuchtigkeit der Raumluft zu erhöhen, greifen viele Menschen auf Luftbefeuchter oder elektrische Zerstäuber zurück. Ganz pittoresk kann ein kleiner Zimmer-Springbrunnen sein, der mit einem Ultraschall-Vernebler betrieben wird. Dieser produziert eine Art Wasserdampf, der sich im Raum verteilt. Doch Vorsicht: Ist der Brunnen nicht richtig gereinigt, tragen die flüssigen Schwebstoffe, sogenannte Aerosole, mitunter Krankheitserreger durch die Luft.

Wer keine Lust auf ständiges Wasserwechseln und erhöhte Stromkosten hat, sollte sich Zimmerpflanzen anschaffen. Denn diese binden nicht nur Schadstoffe in der Luft, bis zu 90 Prozent des Gießwasser werden wieder in die Raumluft abgegeben. Insgesamt kann man so rund fünf Prozent mehr Luftfeuchtigkeit rausholen. Dabei gilt: Je breiter die Blätter der Grünpflanzen, desto mehr Luftbefeuchtung. Gute Arten sind beispielsweise Farne, Zimmerlinde, Zyperngras oder Ficus.

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Wie viel Luftfeuchtigkeit sollten Innenräume haben?

40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit gelten in Innenräumen bei einer Raumtemperatur zwischen 18 und 21 Grad als ideal. 60 Prozent sollte die Luftfeuchtigkeit allerdings nicht überschreiten. Denn: Je feuchter die Luft, desto leichter haben es Schimmelpilzsporen und Hausstaubmilben, im Zimmer Fuß zu fassen. Messen kann man die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Das Messinstrument gibt es schon für wenige Euro im Handel.

Lüften, wenn es draußen regnet

Ab und zu mal die Wohnung zu lüften, ist immer eine gute Idee. Dadurch werden Schadstoffe und Kohlendioxid, das jeder ausatmet, nach draußen befördert. Allerdings: Die Luftfeuchtigkeit der Raumluft wird durch mehrmaliges, tägliches Stoßlüften nur dann erhöht, wenn es draußen regnet. An einem kalten, aber trockenen Wintertag erreicht man durch Lüften eher das Gegenteil. Die trockene kalte Luft von draußen erwärmt sich durch die Heizung. Warme Luft kann eigentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Da diese in der Wohnung aber nicht ausreichend vorhanden ist, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit.

Quellen