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Die wichtigsten Begriffe zur Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie fallen sehr viele Begriffe, die teils eine Erklärung benötigen
Im Zuge der Corona-Pandemie fallen viele Begriffe, die teils eine Erklärung benötigen
Foto: Getty Images

Allerorts äußern sich unterschiedliche Experten zur Corona-Pandemie. Dabei nutzen sie zum Teil Fachjargon. FITBOOK erklärt die wichtigsten Begriffe!

Täglich werden neue Zahlen über die Corona-Pandemie veröffentlicht. Doch nicht immer ist klar, was die Werte bedeuten. Darum listen wir hier die wichtigen Corona-Begriffe auf – und erklären ihre Bedeutung.

Aerosol

So bezeichnet man feinste Schwebstoffe in der Luft. In fester Form erzeugen Aerosole Rauch, zum Beispiel Zigarettenrauch. Flüssige Aerosole zeigen sich als Nebel, wie bei einem Spray. Was sie so tückisch und gefährlich macht: Aerosole können bis tief in die Lunge vordringen und sich in den Bronchien anlagern. Mögliche Folge: schwere Lungenschäden. Inwieweit ausgeatmete Aerosole von Corona-Patienten das Virus übertragen, ist nach Aussage des Robert-Koch-Instituts (RKI) nach bisherigen Untersuchungen nicht ausreichend geklärt. Die Experten halten „eine Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole im normalen gesellschaftlichen Umgang“ für unwahrscheinlich.

Inkubationszeit

So wird der Zeitraum benannt vom Tag der Ansteckung bis zu dem Tag, an dem sich die ersten Krankheitssymptome zeigen.

Latenzzeit

Latenz kann man mit „Verzögerung“ übersetzen. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus meint die Latenzzeit den Zeitraum zwischen dem Moment, in dem sich eine Person infiziert hat, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie infektiös wird und andere Menschen anstecken kann.

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Letalitätsrate

Die Letalitätsrate gibt die Todesfälle in Bezug zu allen infizierten Menschen an. Problem bei Corona: Die Letalitätsrate wird meistens über alle Altersgruppen hinweg angegeben. Das Infektionsrisiko kann dadurch für jüngere Menschen dramatischer ausfallen, während es für die Gruppe der Älteren unterschätzt wird. Bei genaueren Patientendaten könnte auch eine genauere, altersspezifische Todesrate berechnet werden.

Mortalitätsrate

Damit ist die Sterberate gemeint. Die ergibt sich aus der Anzahl der Todesfälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums und für eine definierte Personengruppe. Am genauesten ist die altersspezifische Mortalitätsrate. Dabei wird die Sterblichkeit für jede einzelne Altersgruppe verdeutlicht.

Neuinfektion

So nennt man den Fall, wenn sich eine Person nachgewiesenermaßen mit einem Virus infiziert hat.

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Reproduktionszahl

Darunter versteht man die Anzahl der Menschen, die im Durchschnitt durch einen Fall angesteckt werden. Laut dem RKI lässt sich die Zahl nur schätzen. Einen interessanten Wert zeigt die sogenannte Basisreproduktionszahl an, die auch als „RO“ bezeichnet wird. Diese Zahl verdeutlicht, wie ansteckend eine Infektionskrankheit ist, solange noch niemand immun gegen den Krankheitserreger ist. Liegt der Wert über 1, breitet sich das Virus immer mehr aus. Bei einem RO-Wert von exakt 1 bleibt die Anzahl der infizierten Personen konstant. Unter 1 bedeutet, dass die Ausbreitung zurückgeht.

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Systemrelevanz

Hierbei handelt es sich um einen Begriff, der nur schwer einzuordnen ist. Verkürzt könnte man sagen, dass jemand systemrelevant ist, wenn er den Laden in Corona-Zeiten am Laufen hält. Beispielsweise die Kassiererin im Supermarkt oder der Pfleger im Krankenhaus. Neben den Jobs im Gesundheitswesen und den Medien gelten generell Ordnungshüter als systemrelevant, also die Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr. Der britische Ethnologe David Graeber hat das Problem mit systemrelevanten Berufen in einem Zeit-Interview auf den Punkt gebracht: „Je nützlicher ein Job, desto schlechter ist er bezahlt.“

Tracing

Wer stand in Kontakt zu einem Corona-Infizierten? Bislang sollten alle auf das Virus positiv getesteten Menschen angeben, mit welchen Mitmenschen sie in der letzten Zeit Kontakt hatten. Dann kann das Gesundheitsamt diese Personen informieren. Problem: Was ist mit den Menschen in der U-Bahn, dem Bus oder allgemein im öffentlichen Raum? Die kennt man in der Regel nicht und kann sie folglich nicht angeben. Tracing-Apps für das Smartphone könnten hier helfen. Hat sich jemand mit dem Coronavirus infiziert, kann eine solche App Dauer und Nähe zu anderen Personen messen und diese informieren. Das funktioniert über Bluetooth.

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Triage

Hier ist damit gemeint, dass Mediziner bei Versorgungsengpässen entscheiden müssen, welche Patienten sie vorrangig behandeln. Es handelt sich mit Sicherheit um eine der schwierigsten Entscheidungen eines jeden Arztes. Die Frage wird beispielsweise wichtig, wenn nicht genügend Beatmungsgeräte auf der Station sind, während sich die Notaufnahme mit schwer Erkrankten füllt. Wer kommt dann zuerst an das lebensrettende Gerät?

Verdopplungszahl

Der Wert sagt aus, wie schnell sich die Anzahl der Infektionen während der Epidemie verdoppelt. Die Verdopplungszahl ist ein wichtiger Wert, um die Lage der Corona-Pandemie einzuordnen.

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