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Führende Forscher melden sich zu Wort

»Was zur Eindämmung der Corona-Pandemie passieren muss – und musste!

Menschen mit Mundschutz und auf Abstand zur Vermeidung einer Ausbreitung des Coronavirus
Abstand halten, Mundschutz tragen – die Präsidenten führender Forschungsinstitutionen rechtfertigen die verschiedenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie
Foto: Getty Images

Der Peak in puncto Corona-Infektionen, den Virologen für Ostern vorhergesagt hatten, blieb aus. Für einige Deutsche (darunter Politiker) Grund genug, die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, also u.a. die Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen, in Frage zu stellen. Ganz anders sehen es die Präsidenten führender Forschungsinstitutionen. Unter Berufung auf eine „objektive Faktenlage zum Infektionsgeschehen“ nehmen sie aktuell Stellung.

In Zeiten von Corona fühlen sich offenbar viele als Experten für Epidemiologie. Zumindest scheinen auch Laien es besser zu wissen, wie man mit der Bedrohung durch die Coronavirus-Pandemie hätte umgehen sollen. Die Kontaktbeschränkungen sollen nichts gebracht haben, stattdessen hätte man Herdenimmunität* anstreben sollen – nicht nur NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat an den erfolgten Maßnahmen der vergangenen Wochen ( – öffentliche Kritik, für die er zuletzt selbst Kritik erntete) etwas auszusetzen.

*Zur Erklärung

Es haben zuletzt einige Mediziner dafür plädiert, durch „kontrollierte Durchseuchung“ eine Herdenimmunität zu bewirken. Diese würde bedeuten, dass ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 immun ist, so dass der Erreger sich nicht mehr ausbreiten kann. Dahinter steckt die Überlegung, dass sich im Blut von COVID-19-Patienten auch nach der Genesung Antikörper befinden und sie sich (wie auch andere) somit nicht mehr anstecken können. Eine gezielte Ansteckung birgt aber auch Risiken. Zumal noch niemand sicher wissen kann, wie lang eine vermeintliche Immunität gegen das neuartige Coronavirus besteht.

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Führende Forscher äußern sich zur Faktenlage

Das alles unterstreicht die Wichtigkeit einer „objektiven Faktenlage“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme durch die Präsidenten Deutschlands führender außeruniversitären Organisationen, darunter die Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft. Sie haben auf Basis einer mathematischen Analyse der COVID-19-Ausbreitung eine Bestandsaufnahme erstellt und äußern sich nun gemeinsam in einer Pressemitteilung zu denkbaren Bewältigungsstrategien der Corona-Krise.

Die ausführliche Erklärung „Strategien zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie“ finden Sie hier. FITBOOK hat die wichtigsten Punkte daraus zusammengefasst.

  • Die Forscher führen den Rückgang der Neuinfektionen, der in den vergangenen Wochen dokumentiert wurde, ganz klar auf einen gemeinsamen „Effekt aller im März eingeführten Maßnahmen und der Verhaltensanpassungen der Bevölkerung“ zurück.
  • „Das Erreichen einer ‚Herdenimmunität‘ würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll“, heißt es in der Erklärung weiter.

Konzept-Entwurf für weiteres Vorgehen

Anhand dessen, was man über die bisherige Entwicklung weiß, erachten die Forscher für die nächste Zeit folgende zweiphasige Strategie als am sinnvollsten: „In der ersten Phase werden die Neuinfektionen weiter reduziert, bis eine effektive Kontaktverfolgung möglich ist. In der zweiten Phase schließt sich eine adaptive Strategie auf der Basis niedriger Zahlen von Neuinfektionen an.“

Ein wesentliches Stichwort: adaptiv. Das künftige Vorgehen sollte davon abhängig sein, wie sich die Situation in den kommenden Wochen darstellen wird, befinden die Experten. „Neue Gegebenheiten, wie die Verfügbarkeit eines Medikaments oder einer Vakzine, effizienteres Contact Tracing durch eine App, flächendeckendes Testen, spezifische Antikörper-Tests oder anderes würden in einem adaptiven Szenario die Nachsteuerung kontakteinschränkender Maßnahmen erlauben.“

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