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Coronavariante BQ.1.1 geht offenbar mit neuen Symptomen einher

Spitzname „Höllenhund“

Corona-Variante BQ.1.1 macht aktuelle Antikörpertherapien wirkungslos

Coronavariante BQ.1.1
Müssen wir uns angesichts der neuen Coronavariante Sorgen vor erneut hohen Infektionszahlen und schweren Verläufen machen? Foto: Getty Images

Mehr und mehr breitet sich die Omikron-Sublinie BQ.1.1 in Deutschland und anderen Ländern aus. Welche neuen Symptome mit ihr in Verbindung gebracht werden, warum man die Behandlung Erkrankter überdenken muss und was sonst über die neueste Coronavariante bekannnt ist.

BQ.1.1 scheint auf dem Weg zu sein, die nächste dominante Coronavariante werden. So geht die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC davon aus, dass im Januar 2023 voraussichtlich mehr als 80 Prozent der SARS-CoV-2-Fälle auf BQ.1/BQ.1.1 zurückzuführen sein werden.1 Besteht Grund zu Sorge und wird die neue Variante ähnlich glimpflich verlaufen wie frühere Omikron-Varianten?

Vervierfachung der BQ 1.1-Fälle in Deutschland

In Frankreich soll der Anteil bereits bei 20 Prozent liegen und sich alle ein bis zwei Wochen in der Häufigkeit verdoppelt haben. Auch in Deutschland stellt das Robert Koch-Institut eine Vervierfachung der der neuen Virusvariante fest. Laut dem aktuellsten Wochenbericht des RKI lag der Anteil des neuen Erregers BQ 1.1 vergangenen Donnerstag bei acht Prozent.2 Ähnlich sieht es in Belgien, England, Italien und den Niederlanden aus, wo die Labore zunehmend mehr Fälle verzeichnen.

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Was über die Coronavariante BQ.1.1 bekannt ist

BQ.1.1 tut, was alle früheren Coronavarianten schon taten: sich noch etwas schneller als der Vorgänger ausbreiten und noch ein wenig ansteckender sein. Und wie immer mit dabei: eine ausgeprägte Immunflucht. Das bedeutet, Impfungen und zuvor durchgemachte Infektionen bieten auch hier keinen hundertprozentigen Schutz. „Das Virus mutiert gerade an den Stellen, an denen Antikörper an das Spike-Protein binden. Und wenn das Virus sich an diesen Stellen verändert, dann binden diese Antikörper, die wir zum Beispiel durch Impfungen oder überstandene Infektionen gebildet haben, nicht mehr so gut“, erklärte der Bioinformatiker Richard Neher von der Uni Basel im Gespräch mit der „Tagesschau“.

Berichte über neue Symptome bei BQ.1.1

Aus Frankreich kommen erste Berichte (u. a. von der Zeitung „L’Indépendant”) darüber, dass eine Infektion mit BQ.1. offenbar mit neuartigen Symptomen einhergeht:

  • allgemeines Unwohlsein
  • grippeähnliche Symptome
  • starke Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Muskelschmerzen
  • Schnupfen und Niesen
  • Durchfälle
  • Atembeschwerden und veränderter Herzrhythmus

Wissenschaftliche Auswertungen liegen jedoch bislang nicht vor, dafür ist die Variante noch zu neu.

Wirken die aktuellen Antikörpertherapien bei BQ 1.1 noch?

Bei ihren Laboruntersuchungen an Zellkulturen stellten die Forschenden des RKI fest, dass BQ.1.1 weder durch einzelne Antikörper noch durch Antikörpercocktails neutralisiert werden konnte. Gegen einige Präparate waren auch andere Subtypen schon immun. Ursache der Resistenzen seien Mutationen des sogenannten Spikeproteins des Coronavirus, hieß es.

Neue Therapien entwickeln

„Die immer weiter fortschreitende Resistenzentwicklung von Sars-CoV-2-Varianten macht es erforderlich, dass neue Antikörpertherapien entwickelt werden, welche insbesondere auf die derzeit zirkulierenden und zukünftige Virusvarianten abgestimmt sind“, erläuterte Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Primatenzentrum. „Idealerweise sollten sie auf Regionen im Spike-Protein abzielen, die nur wenig Potenzial für Fluchtmutationen aufweisen.“

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Keine Hinweise auf schwerere Verläufe

Es gibt auch gute Nachrichten: BQ.1.1 scheint keine schwereren Verläufe zu verursachen als seine Omikron-Vorgänger. Die RKI-Daten zu schweren Krankheitsverläufen deuten allerdings ebenfalls auf eine derzeit rückläufige Entwicklung hin: Die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Covid-19 sei leicht zurückgegangen, hieß es. Auch auf den Intensivstationen im Land wurden weniger
Schwerkranke als zuvor mit dem Virus behandelt, wie es hieß. Insgesamt hält das Institut akute Atemwegsinfektionen im Herbst für
schwerer zu verhindern, da sich Menschen häufiger und länger in Räumen aufhielten. Es sei daher in den nächsten Wochen mit einer
hohen Zahl an solchen Ansteckungen zu rechnen.

Experten sind sich einig: Wer ausreichend geimpft ist und möglicherweise erst kürzlich eine Infektion überstanden hat, kann mit einem milden Verlauf rechnen. Auch Neher gibt sich optimistisch: „Wir erwarten nicht wieder diese schweren Verläufe, die es zum Beginn gab, als noch überhaupt keine Immunität in der Bevölkerung vorhanden war.“ Der für BQ.1.1 auf Twitter kursierende Spitzname „Höllenhund“ in Anlehnung an Cerberus, dem Höllenhund in der griechischen Mythologie, ist dementsprechend irreführend.

Quellen

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