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Die wichtigsten Fragen

Corona-Selbsttests – Anwendung und mögliche Fehler

Corona-Selbsttest
Die Anwendung von Corona-Selbsttests ist keine Wissenschaft. Und doch gibt es einiges zu beachten.Foto: Getty Images

Seit Anfang März gibt es Corona-Selbsttests zu kaufen. Eine große Verantwortung für den Anwender. Daher ist es umso wichtiger, sorgsam die Anleitung von Corona-Selbttests zu lesen und beim Testen akkurat vorzugehen. FITBOOK erklärt, worauf zu achten ist.

Die Corona-Selbsttests für zu Hause sind seit einigen Wochen im Handel. Die bislang zugelassenen Tests erfordern alle einen Nasenabstrich. Damit der gelingt, enthalten die Packungen eine genaue Anleitung. Weitere Tipps, was Sie zum Beispiel bei der Lagerung der Tests oder dem Testen von Kindern beachten sollten, erhalten Sie bei uns.

Wo bekomme ich die Tests für zu Hause?

25 Euro für eine Packung mit fünf Selbsttests: Zu diesem Preis bot Aldi ab dem 6. März als erster Einzelhändler in Deutschland Schnelltests für Laien an. Mittlerweile haben zahlreiche Discounter, Supermärkte und Drogeriemärkte – darunter neben Aldi auch Lidl, dm, Rossmann, Müller, Rewe, Real, Netto, Douglas und Edeka – Selbsttests im Angebot. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es nicht in allen Filialen Tests vorrätig gibt und manche Anbieter sie auch nur über den Onlineshop vertreiben. Auch in vielen Apotheken sind mittlerweile Selbsttests erhältlich.

Was muss ich beachten, bevor ich den Test mache?

Saubere Hände und eine saubere Oberfläche für das Testmaterial sind wichtig, um die Proben nicht zu kontaminieren.

Zudem ist es keine gute Idee, sich vorher gründlich die Nase zu putzen. Das könnte dazu führen, dass zu wenig Sekret an den Tupfer kommt.

Auch interessant: Wie zuverlässig sind die Ergebnisse von Corona-Schnelltests?

Wie funktionieren Corona-Selbsttests?

Eigentlich gibt es bei den Selbsttests keine großen Stolperfallen. Folgt man der Anleitung Schritt für Schritt, sollte es keine Probleme geben.

  1. Für gewöhnlich muss man vor der Anwendung des Tupfers eine Lösung in ein Plastikröhrchen träufeln, das sich später mit dem Nasensekret mischen soll.
  2. Nun den Tupfer vorsichtig in zuerst ein Nasenloch schieben – bis zum Anschlag. Fünf Mal soll laut der Anleitung für den Corona-Selbsttest der Tupfer in jedem Nasenloch gedreht werden. Ein Nasenloch reicht nicht aus, da so gegebenenfalls nicht genug Sekret an den Tupfer kommt.
  3. Danach steckt man ihn in das vorbereitete Plastikröhrchen. Ein paar Mal den Tupfer darin kreisen, eine Minute einwirken lassen
  4. Die Stoffspitze ausdrücken und schließlich vier Tröpfchen aus dem Röhrchen auf die Testkassette träufeln.

Diese ganze Prozedur – vom Auspacken des Materials bis zum Aufträufeln – dauert keine fünf Minuten. Nun heißt es warten, und zwar genau eine Viertelstunde lang. Am besten, Sie stellen sich einen Timer.

Die Teströhrchen richtig halten

Wer mehrere Personen, zum Beispiel sich und seine Kinder, testet, kann die Teströhrchen nicht alle in der Hand halten. HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg empfiehlt: Wäscheklammern verhindern das Umfallen. Die klemmt man unten an die Röhrchen. Dort sind sie quasi eine Stütze und sorgen dafür, dass die Röhrchen aufrechtstehen und man problemlos arbeiten kann.

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Bedeutet das „C“ auf dem Test, dass ich Corona habe?

Hier lauert nach Einschätzung des HNO-Mediziners die wohl größte Fehlerquelle. Viele halten nämlich einen Strich bei „C“ für ein positives Ergebnis. Dabei steht „C“ nicht für „Corona“, sondern für „Control“, also Kontrolle. „Wenn bei ‚C‘ kein Strich ist, ist der Test nicht verwertbar.“ Das „T“ steht für „Test“ – das ist die relevante Stelle für die Frage, ob man positiv oder negativ ist.

Konkret bedeutet das: Sind bei „C“ und „T“ Striche zu sehen, ist der Test positiv ausgefallen. Ist nur bei „C“ ein Strich zu sehen, ist der Test negativ. Ist nur bei „T“ ein Strich zu sehen, ist er ungültig – das gilt auch, wenn gar kein Strich erscheint.

Muss ich bei einem positiven Ergebnis in Quarantäne?

Wenngleich nur ein PCR-Test – der „Goldstandard“ in der Diagnostik – absolut zuverlässige Ergebnisse liefert: Zeigt Ihr Corona-Selbsttest „positiv“ an, gilt es, sich sofort zu isolieren. „In dem Moment, wo der Test positiv ist, ist Sense“, so formuliert es Junge-Hülsing. Was er damit meint: Ab dann sollte man Kontakte meiden und sich umgehend bei einem Arzt oder einer Ärztin oder in einem Testzentrum um einen genaueren PCR-Test bemühen, um das Ergebnis des Selbsttests zu bestätigen.

Negativ-Ergebnis ist kein Freibrief für abstandsloses Zusammensein

Ein negatives Ergebnis ist kein Freibrief für lange Umarmungen und abstandsloses Zusammensein. Es gilt weiterhin, auf Hygieneregeln zu achten. Zumal die Schnelltests nicht zu 100 Prozent verlässlich sind. Sie schlagen am besten bei einer hohen Virenlast an. Das heißt: Menschen, die stark ansteckend sind, erkennen sie recht zuverlässig. Doch auf Infizierte mit geringer Virenlast – etwa zu Beginn oder beim Abklingen der Erkrankung – schlagen die Selbsttests womöglich nicht aus.

Deshalb warnte auch das Robert-Koch-Institut (RKI) kürzlich vor einer Überschätzung von Corona-Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung. Sie seien „keine Wunderwaffe“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Erwartung, dass man sich für bestimmte Situationen „freitesten“ könne, sei nicht hundertprozentig zu erfüllen. Ein negatives Ergebnis sei eine Momentaufnahme und schließe eine Infektion nicht aus.

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Was ist beim Testen von Kindern zu beachten?

Gerade für die Kleinen kann der Nasenabstrich unangenehm sein. „Selbst wir in der Praxis haben dabei manchmal Probleme und für Eltern wird das in vielen Fällen sehr schwierig und manchmal gar nicht möglich sein, weil die Gegenwehr zu groß ist“, erklärt der Berliner Kinderarzt Jakob Maske. Das erhöhe auch die mögliche Fehlerquote beim Abstrich und damit auch beim Testergebnis. Wichtig ist aus seiner Sicht: Wenn das Kind sich sehr wehrt, sollte man von dem Abstrich absehen. „Wir machen den Abstrich manchmal im Liegen, weil es für die Kinder so angenehmer ist“, sagt Maske.

Neben der richtigen Technik ist bei Kindernasen besondere Vorsicht beim Einführen des Tupfers geboten. „Man kann, gerade bei Infekten, wo die Schleimhaut sowieso so empfindlich ist, schnell Nasenbluten auslösen. Das ist nicht schlimm in der Regel, versetzt Eltern aber oft in Panik“, sagt der Kinderarzt, der das Testen von Kindern zu Hause generell kritisch sieht.

Was sagen Experten zur Anwendung durch Laien?

Experten wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sehen bei der Handhabung durch Laien wenig Probleme. Einen Abstrich aus der vorderen Nase bekomme jeder hin, sagte sie im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.

Aber es gibt auch mahnende Stimmen. So warnt der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes: Nicht nur die Tests seien verschieden, sondern auch die Selbsttester agierten sehr unterschiedlich. Der entscheidende Faktor ist am Ende wie so oft der Mensch. Er muss den Antigen-Schnelltest nicht nur korrekt verwenden, sondern mit dem Ergebnis auch verantwortungsvoll umgehen.

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Wie lagert man die Selbsttests sicher?

Viele Discounter bieten die Schnelltests im Fünferpack an. Daher bleiben einige Tests oft nach dem Kauf erst einmal ungenutzt – hierbei sollte man auf eine sichere Lagerung achten. Das heißt: Nicht zu kalt und nicht zu warm sollte der Karton in der Wohnung liegen. Studien deuten darauf hin, dass solch eine Lagerung, beispielsweise in der prallen Sonne, die Ergebnisse des Tests verfälschen könnte. „Sie können ganz normal bei Raumtemperatur aufbewahrt werden“, empfiehlt HNO-Arzt Junge-Hülsing . Bei welchen Temperaturen der Karton mit dem Test gelagert werden darf, steht in der Regel auf der Verpackung oder zumindest im Beipackzettel.

Wichtig ist: Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen Lagertemperatur und Anwendungstemperatur. Zum Zeitpunkt der Anwendung sollten die Tests stets Raumtemperatur haben – wer sie also an einem kühleren Ort gelagert hat, sollte sie für ein gewisse Zeit auf der Arbeitsfläche liegen lassen und nicht sofort benutzen.

mit Material von dpa

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