Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Symptome, Risikofaktoren

Brustkrebs betrifft auch Männer – was man über die Erkrankung wissen sollte 

brustkrebs männer: Mann mit nacktem Oberkörper
Es ist selten, aber auch Männer können an Brustkrebs erkrankenFoto: Getty Images

Bei Brustkrebs denkt man zunächst an Frauen, aber auch Männer können daran erkranken. FITBOOK erklärt die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem gibt eine neue Studie Hinweise auf einen möglichen, bisher unbekannten, Risikofaktor.

Von 100.000 Frauen erkranken laut der „Deutschen Krebshilfe“ 158 an Brustkrebs, bei den Männern sind es von 100.000 „nur“ 1,9. Pro Jahr sind es laut der „Deutschen Krebsgesellschaft“ aber immerhin 600 bis 700 Fälle von Neuerkrankungen.

Wieso können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

80 Prozent der Brustkrebserkrankungen (Mammakarzinom) haben ihren Ursprung in den Milchgängen – und die sind sowohl bei der Frau als auch beim Mann angelegt. Bis zur Pubertät ist die Brust bei beiden Geschlechtern nahezu gleich aufgebaut. Erst durch die weiblichen Sexualhormone beginnen die Milchgänge, das Drüsengewebe und das Binde- und Fettgewebe bei den Mädchen zu wachsen.

Auch interessant: Die Ernährungsform, die das Krebsrisiko nachweislich senken kann

Was sind die Symptome von Brustkrebs bei Männern?

Männer sollten aufmerksam werden, wenn sie im Brustbereich Knoten und Entzündungen bemerken, die nicht weggehen. Auch vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen können auf Brustkrebs hindeuten.

Weitere Symptome sind:

  • die Brustwarzen sondern Flüssigkeit ab
  • die Brusthaut verändert sich
  • die Brustwarze zieht sich nach innen
  • Entzündung der Brustdrüsen

Im weiter fortgeschrittenen Stadium, wenn sich bereits Skelettmetastasen gebildet haben, kann sich die Krankheit noch durch andere Beschwerden bemerkbar machen:

  • Knochenschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Husten
  • Atemnot
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Gelbsucht
  • Leberschwäche
  • aufgrund von Lymphknotenmetastasen in den Achselhöhlen kann der Arm anschwellen

Auch interessant: Kann dieser Bluttest die Brustkrebs-Therapie revolutionieren?

Was sind Ursachen und Risikofaktoren des männlichen Brustkrebses?

Für die meisten Brustkrebsfälle ist ein erhöhter Spiegel des Sexualhormons Östrogen verantwortlich, das sowohl Frauen als auch Männer im Körper haben. Starkes Übergewicht, Lebererkrankungen oder die Einnahme von Hormonen, z. B. zur Leistungssteigerung oder auch bei einer Geschlechtsumwandlung, können für einen hohen Östrogenspiegel bei Männern sorgen und das Risiko für Brustkrebs steigern.

Weitere Risikofaktoren (ähnlich wie bei Frauen):

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Ernährung
  • erhöhte lokale Strahlungsexposition

Außerdem können Mutationen an den Genen BRCA1 und BRCA2 das Brustkrebsrisiko erhöhen. Zudem können genetische Anomalien wie das Klinefelder-Syndrom (eine angeborene Chromosomenstörung) die Erkrankung begünstigen. Wobei zu betonen ist, dass nur drei bis sieben Prozent der Männer, die ein Mammakarzinom bekommen, auch dieses Syndrom haben.

Auch interessant: Wer draußen arbeitet, hat ein geringeres Brustkrebsrisiko

Wie wird die Krankheit behandelt?

Anders als für Frauen gibt es für Männer keine Früherkennungsprogramme. Deswegen wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt. Hinzu kommt, dass Männer bei Beschwerden in der Brust häufig nicht an die Möglichkeit Brustkrebs denken. Dabei gilt auch bei der männlichen Form der Krankheit: Je früher sie erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

Auch interessant: Schützt der Verzehr von Nüssen vor einem Brustkrebs-Rückfall?

Wird ein Mammakarzinom diagnostiziert, müssen möglichst das gesamte befallene Gewebe und die Lymphknoten, die es umgeben, mithilfe eines operativen Eingriffs entfernt werden. Denn mit hoher Wahrscheinlich sind auch dort schon Krebszellen vorhanden. Das hat zur Folge, dass bei betroffenen Patienten häufige die gesamte Brust entfernt werden muss, weil bei Männern wesentlich weniger Brustgewebe vorhanden ist als bei Frauen.

Nach der Operation kann zur weiteren Behandlung eine Strahlen-, Chemo- oder Antikörpertherapie hilfreich sein. So können eventuell zurückgebliebene Krebszellen zerstört werden. Da der männliche Brustkrebs zumeist hormonell bedingt ist, kommt auch eine antihormonelle Therapie infrage.

Falls Sie befürchten, betroffen zu sein oder jemanden kennen, der erkrankt sein könnte, finden sie beim Netzwerk „Männer mit Brustkrebs“ wertvolle Informationen: www.brustkrebs-beim-mann.de

Beach Camp Frame 1

Neue Studie gibt Hinweise zu einem Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit

Die Forschung zum männlichen Brustkrebs steckt noch in den Kinderschuhen. Weil die Erkrankung so selten ist, wurde sie von der Wissenschaft bisher vernachlässigt. Doch nun bringt eine Studie neue Erkenntnisse – zu einem möglichen Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung und Unfruchtbarkeit.

Auch interessant: Bei diesen Symptomen lohnt sich ein Hormon-Check für Männer

Dafür verglichen Forschende des Institute of Cancer Research (London, UK) 1998 Fälle von Brustkrebs bei Männern mit abgefragten Angaben zu Fruchtbarkeit und Vaterschaft. Der Studiengruppe stellten sie eine Kontrollgruppe mit weiteren 1567 Männern gegenüber. Tatsächlich ergab die Analyse aller Daten, dass Männer, die von Fruchtbarkeitsproblemen berichteten, mit höherer Wahrscheinlichkeit Brustkrebs bekommen hatten. Das galt allerdings nur für invasiven Brustkrebs, also die Krankheitsform, bei dem die Krebszellen gestreut hatten.1

Mit der Studie konnten die Wissenschaftler nur eine Korrelation, keine Kausalität belegen. Sie sehen ihre neuen Erkenntnisse aber als wichtigen Schritt an, männlichen Brustkrebs besser zu verstehen. „Die Ursachen für Brustkrebs bei Männern sind weitgehend unbekannt, zum einen, weil er selten auftritt, und zum anderen, weil die bisherigen Studien klein waren. Die in unserer Studie präsentierten Beweise deuten darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und Brustkrebs durch weitere Forschung bestätigt werden sollte und dass künftige Untersuchungen zu den potenziell zugrunde liegenden Faktoren, wie z. B. Hormonstörungen, erforderlich sind“, erklärt Studienautor Michael Jones.2

Quellen

Themen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für