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Laut dänischer Studie

Wer draußen arbeitet, hat ein geringeres Brustkrebsrisiko

Brustkrebsrisiko Sonne
Laut einer dänischen Studie sinkt das Brustkrebsrisiko, wenn man draußen – also in der Sonne – arbeitetFoto: Getty Images

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – doch auch Männer erkranken daran. Früherkennung durch regelmäßige Screenings, die sogenannte Mammographie, ist eine der wenigen Präventionsmaßnahmen. Ein dänisches Forscherteam hat nun herausgefunden, dass auch die Arbeit unter freiem Himmel vorbeugen kann.

In Deutschland erkranken laut der Deutschen Krebsgesellschaft rund 69.000 Frauen und auch 650 Männer jährlich an Brustkrebs. Die Erkenntnisse der dänischen Studie können daher von großem Wert für die Forschung sein. Denn wer sich über längere Zeit hinweg in der Sonne aufhält, soll so sein Brustkrebsrisiko aktiv senken können.

Studie untersuchte 38.375 Patientinnen mit Brustkrebs

Die Wissenschaftler identifizierten für ihre Studie anhand des dänischen Krebsregisters Frauen mit primärem Brustkrebs. Diejenigen, die 70 Jahre oder älter waren, nicht in Dänemark geboren wurden oder für die es keinen Erwerbsverlauf gab, wurden ausgeschlossen. Übrig blieben 38.375 Frauen. Zudem gab es eine Kontrollgruppe aus fünf Frauen, die die Forscher willkürlich aus dem dänischen Melderegister ausgewählt hatten. Sie waren gesund und hatten alle fünf dasselbe Geburtsjahr. Auch sie stammten aus Dänemark und hatten eine kompletten Erwerbsverlauf.

Die Forscher nutzten den Zusatzrenten-Fond, um den jeweiligen beruflichen Werdegang aller Frauen nachvollziehen zu können. Dort werden in Dänemark alle Anstellungen, die mindestens neun Wochenstunden umfassen, seit Jahrzehnten dokumentiert. Dass immer weniger Menschen im Freien arbeiten und die Zahl der Brustkrebserkrankungen zugenommen hat, veranlasste die Forscher zu ihrer Untersuchung.

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Geringeres Brustkrebsrisiko langfristiger Effekt

Forscher bringen Vitamin D schon länger mit einem geringeren Krebsrisiko in Verbindung. Das Ergebnis der vorliegenden Studie untermauert diese Ansätze, allerdings nur teilweise. Es zeigte sich keine direkte Verbindung zwischen der beruflich bedingten Aussetzung mit Licht und dem allgemeinen Brustkrebsrisiko. Bei langfristiger Arbeit im Sonnenlicht gab es hingegen einen Effekt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Frauen, die mehr als 20 Jahre lang draußen gearbeitet hatten, ein 17 Prozent geringeres Risiko hatten, nach ihrem 50. Geburtstag an Brustkrebs zu erkranken.

Wie bereits erwähnt, erklären sich die Forscher diesen Effekt mit einem höheren Vitamin-D-Level. Der Körper bildet diese lebensnotwendige organische Verbindung bei Kontakt mit den UV-B-Strahlen der Sonne. Vitamin D ist unter anderem für die Bildung von Knochenstammzellen verantwortlich und regelt die Aufnahme von Calcium und Phosphat. Außerdem werden ihm zahlreiche andere Eigenschaften, wie eine Stärkung des Immunsystems und der Muskulatur, sowie eine positive Wirkung auf die Psyche, das Herz-Kreislauf-System und im Kampf gegen zahlreiche chronische Erkrankungen zugeschrieben. Der Mensch nimmt nur einen kleinen Prozentsatz seines Vitamin-D-Bedarfs über die Nahrung auf. 80 bis 90 Prozent werden durch den Kontakt der Haut mit Sonnenlicht produziert. Ein heller Raum reicht dafür übrigens nicht aus, man muss tatsächlich unter freiem Himmel sein.

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Kritische Einordnung der Studie

Für ihre Forschungsreihe haben die dänischen Wissenschaftler überprüft, welche Frauen wie lange wo gearbeitet haben. Dabei wurden jedoch weitere gesundheitliche Faktoren, wie beispielsweise der Body-Mass-Index, die Familiengeschichte oder die Einnahme der Pille nicht in die Analyse miteinbezogen. Sie könnten aber durchaus einen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko gehabt haben. So zählen beispielsweise Übergewicht, Hormontherapien und gehäuftes Auftreten von Brust- und Eierstockkrebs in der Familie zu Risikofaktoren für Brustkrebs.

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Zudem gab es keine Daten, ob die beobachteten Patientinnen Vitamin-D-Präparate zu sich nahmen oder besonders viele Vitamin-D-haltige Lebensmittel (z. B. fettreicher Fische, Leber oder Eigelb) konsumierten. Zusätzlich habe es keine Aufzeichnungen gegeben, wie häufig die Frauen außerhalb der Arbeitszeiten dem Sonnenlicht ausgesetzt waren.

Das Forscherteam schlussfolgert dennoch: „Die Studie deutet daraufhin, dass es einen umgekehrten Zusammenhang zwischen langfristiger, beruflicher Aussetzung mit Sonnenlicht und Brustkrebs im Alter gibt. Dieses Erkenntnisse sollten zukünftig in weiteren berufsbezogenen Studien überprüft werden.“