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Laut Studie

Aderlass soll den Blutdruck senken

Mann beim Blutspenden
Wer Blut spendet, kann Leben retten – und angeblich auch das eigene. Wissenschaftlern zufolge lässt sich so der Blutdruck senken und ein Herzinfarkt vermeiden.
Foto: Getty Images

Durch regelmäßiges Blutspenden sollen Hypertoniker ihren Bluthochdruck therapieren können. Das wurde in einer aktuellen Studie aus Deutschland belegt. Wenn das stimmt, müsste es sich hier um eine gesundheitliche Win-win-Situation handeln.

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Im Rahmen einer Studie hat das Forscherteam insgesamt 292 Erwachsene – alle von ihnen Erstspender – jeweils ein Jahr lang begleitet. Bei 146 davon war zu Beginn der Untersuchung erhöhter Blutdruck gemessen worden, bei der anderen Hälfte lagen die Werte im Normalbereich. Die Probanden sollten bis zu vier Mal jährlich Blut spenden. Wie auf der Website der Carstens-Stiftung nachzulesen ist, haben die Hypertoniker bereits nach der ersten Spende eine Verbesserung ihres Wohlbefindens geäußert und dieser Effekt soll sich mit jedem Mal verstärkt haben. Auch die Messungen durch die Forscher haben ergeben: Je häufiger die Probanden Blut abgaben, desto auffälliger zeigte sich die Senkung ihres Blutdrucks. Vor allem bei denjenigen Patienten, die einen stark erhöhten Blutdruck hatten, sollen beeindruckende Ergebnisse erzielt worden seien.

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Erkenntnisse angeblich gesichert

Die Wissenschaftler haben die gleichen Erkenntnisse in einer vorangegangenen Studie gewonnen. Diese lief für im Jahr 2012 über einen Zeitraum von sechs Wochen. Diesmal wollen sie Korrelationen – also, dass es sich um Wechselbeziehungen mit anderen Verhaltensweisen handelt – sicher ausschließen können. Die Probanden seien dazu angehalten gewesen, ihre Gewohnheiten hinsichtlich Ernährung und Bewegung beizubehalten und dennoch Parameter wie der Body-Mass-Index in die Auswertung miteinbezogen worden.

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Blutkonserven

Bundesweit herrscht Knappheit an Blutkonserven. Das Deutsche Rote Kreuz ruft daher immer wieder zum Blutspenden auf.
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Noch mehr Gründe, zum Blutspenden zu gehen

Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz vermelden immer wieder Engpässe an Blutkonserven, die dringend benötigt werden, und rufen daher (gesunde Erwachsenen zwischen 18 und 73) regelmäßig dazu auf, sich auf Eignung als Spender zu testen. Der Gang, der auch vergütet wird, könnte sich auf vielerlei Weisen lohnen. So behalten regelmäßige Blutspender einen Überblick über ihren Blutdruck und ihre generelle körperliche Verfassung. Außerdem sollen sie „auch seltener an Herzinfarkten erkranken als Menschen, die kein Blut spenden“, wie Frau Professor Birgit Gathof von der Uniklinik Köln in einer Meldung der Nachrichtenagentur „dpa“ erklärt.

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Blutspenden statt Medikamente nehmen?

Die Studienergebnisse sind aber nicht so zu deuten, dass schwere Hypertoniker ab sofort ihre Medikamente absetzen und unkontrolliert zum Blutspenden gehen sollten. „Eine Anämie kann drohen“, also eine Blutarmut, warnt etwa Prof. Dr. med. Thomas Dörner (Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Charité) im Gespräch mit FITBOOK. Je nach Krankheitsbild sei eine Reduktion des Körpergewichts, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung wichtiger – und tatsächlich in vielen Fällen auch eine „sachgerechte Einnahme der Medikamente.“ Laut der Erfahrung des Facharztes nähmen rund 70 Prozent der Bluthochdruck-Patienten eine ungeeignete Dosis ein. Regelmäßiges Blutspenden reiche in Einzelfällen nicht aus, um gesundheitliche Folgen zu verhindern.

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