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Klein und schmerzhaft

Aphthen im Mund können ein Warnsignal sein

Aphthen können richtig zu schaffen machen
Aphthen können richtig zu schaffen machen. Foto: Getty Images/500px Plus
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23. März 2026, 4:02 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Aphthen sind kleine, mitunter sehr schmerzhafte Geschwüre in der Mundschleimhaut, die das Essen und Trinken erheblich beeinträchtigen können. Obwohl die Ursachen meist harmlos sind, können sie in seltenen Fällen auf ernste Krankheiten hindeuten. Welche das sind – und was gegen Aphthen hilft, lesen Sie bei FITBOOK.

Dr. Timm Golüke
Mit fachlicher Beratung von Facharzt für Dermatologie

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Aussehen und Größe von Aphthen

Aphthen können an verschiedenen Stellen des Zahnfleischs und der Mundhöhle entstehen. Am häufigsten bilden sie sich an der Lippeninnenseite und rund um die Zungenspitze. Die kleinen, schmerzhaften Geschwüre sind ziemlich unangenehm bis schmerzhaft – je größer, desto unangenehmer.

Aphthen haben größtenteils einen weißlichen Mittelpunkt, der von einem rötlichen Entzündungshof umgeben ist. Meist haben Aphthen einen Durchmesser zwischen einem und fünf Millimetern; sie können aber auch größer sein: Solche großen, schwerwiegenden und besonders schmerzhaften Formen werden „Major-Aphthen“ genannt. Sie können einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern erreichen und benötigen viel länger, um zu heilen.

Warum tun Aphthen so weh?

Pauschal kann man sagen: Je größer eine Aphte, desto unangenehmer. Der Schmerz entsteht, weil die empfindliche Mundschleimhaut eine Wunde hat. Ihre Nerven sind dann äußeren Reizen ausgesetzt, etwa sauren oder scharfen Lebensmitteln. Auch die Reibung, welche beim Sprechen, Kauen und Schlucken entsteht, reizt die Aphthen und macht das Ganze schmerzhaft.

Mögliche Ursachen

Aphthen können verschiedenste, meist harmlose Ursachen haben. In der Regel sind sie stressgetriggert, wobei auch Hormonschwankungen und verschiedene Krankheiten für den Körper Stress bedeuten. Menschen mit einer Immunschwäche oder einem Nährstoffmangel sind besonders häufig betroffen. Manchmal handelt es sich aber auch um Unverträglichkeitsreaktionen auf Lebensmittel oder Pflegezusätze. Ebenso können Verletzungen im Mundraum die Bildung von Aphthen begünstigen. Ähnlich wie bei Herpes können die unliebsamen Schleimhautreaktionen eine bakterielle oder virale Infektion begleiten, und tatsächlich auch eine Herpeserkrankung.

In seltenen Fällen können Aphthen auf ernste Erkrankungen hindeuten

In seltenen Fällen können Aphthen auch auf ernstere Erkrankungen hindeuten. Treten sie regelmäßig oder in großer Anzahl auf, können sie auf einen schwerwiegenderen Befund hindeuten. Beispielsweise auf chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie: Bei chronischen Darmerkrankungen sind oft entzündliche Prozesse im Körper aktiv, die auch die Schleimhäute im Mund betreffen können. Diese Entzündungen können zur Bildung von Aphthen führen.

Aphthen können in einigen Fällen auch ein Indikator für eine HIV-Infektion sein: Das humane Immunschwächevirus beeinträchtigt das Immunsystem, das zu einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Infektionen und Entzündungen führt. Überdies können dauerhafte Schleimhautdefekte auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung im Mund oder ein vergleichbares bösartiges Geschehen sein.

Auch interessant: Was ist Follikulitis und was kann sie auslösen?

Sind Aphthen ansteckend?

Aphthen können zwar aus einer bakteriellen oder viralen Infektion resultieren – die kleinen Geschwüre selbst sind aber nach heutigem Wissensstand nicht ansteckend. Das heißt, sie können nicht durch Küssen, das Teilen von Besteck oder anderen engen Kontakt übertragen werden.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr! Aphthen können leicht mit Fieberbläschen verwechselt werden, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht werden und tatsächlich ansteckend sind.

Was tun, wenn man immer wieder damit zu tun hat?

Wenn man immer wieder mit Aphthen oder aphthenähnlichen Beschwerden zu kämpfen hat, empfiehlt sich – je nach Verdacht – eine Blut- bzw. Darmuntersuchung oder die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

Typischer Verlauf von Aphthen

Zu Beginn macht sich eine Aphthe häufig durch ein Kribbeln oder Brennen bemerkbar. Kurz darauf rötet sich die betroffene Stelle, schwillt leicht an und verursacht Schmerzen. Innerhalb von ein bis drei Tagen bildet sich daraus die charakteristische, weißlich belegte Vertiefung. Nach einigen weiteren Tagen lassen die Beschwerden nach, und etwa eine Woche nach dem Auftreten ist die Aphthe in der Regel vollständig abgeheilt.1

Größere und hartnäckigere Formen

Anders verhält es sich bei sogenannten Major-Aphthen. Diese sind meist schmerzhafter und benötigen deutlich mehr Zeit zur Heilung – bis zu vier Wochen sind möglich. Häufig bleibt danach eine Narbe in der Mundschleimhaut zurück.

Wenn sich kleine Aphthen verbinden

Herpetiforme Aphthen treten in großer Zahl und sehr klein auf, können jedoch zusammenfließen. Dabei entstehen größere betroffene Flächen, die ebenfalls Narben hinterlassen können.

Häufigkeit und Verlauf im Laufe des Lebens

Viele Menschen leiden mehrmals im Jahr unter Aphthen, überwiegend etwa drei- bis sechsmal. Bei anderen treten sie deutlich seltener auf, mitunter nur alle paar Jahre. Mit zunehmendem Alter verlängern sich in vielen Fällen die beschwerdefreien Intervalle.

Seltene schwere Verläufe

Schwere Formen sind insgesamt selten. In solchen Fällen können Major-Aphthen dauerhaft im Mund auftreten oder so starke Schmerzen verursachen, dass Essen und Trinken kaum noch möglich sind. Mitunter treten zusätzlich Aphthen an den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane auf.

Verschwinden Aphthen von selbst?

Aphthen verschwinden meist innerhalb weniger Tage von selbst. In dieser Zeit gilt es, nicht unnötig Schmerzen zu provozieren und sehr scharfe oder saure Nahrungsmittel zu meiden.

Hausmittel, die gegen Aphthen helfen können

Generell sind antibakterielle Maßnahmen ratsam. Dazu zählen:

  • Mundspülungen mit Teebaumöl: Bis zu zehn Tropfen in ein Glas Wasser und damit spülen
  • Gekühlte Teebeutel aus schwarzem oder grünem Tee: Tee wie gewohnt zubereiten, Beutel abkühlen lassen und auf die Aphthe legen
  • Entzündungshemmend sind Salbei- oder Kamillentee: einfach mit abgekühltem Tee den Mund spülen
  • Mundspülung mit einem Teelöffel Backpulver in einem halben Glas warmem Wasser
  • Tinkturen, etwa aus Nelke
  • Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin
  • bei starken Beschwerden: schmerzlinderndes Gel, beispielsweise ein lidocainhaltiges, oberflächlich betäubendes Präparat aus der Apotheke
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Was, wenn Aphthen nicht weggehen?

Wenn Aphthen länger bleiben und sehr wehtun, sollte ein Zahn- oder Hautarzt die Stelle untersuchen und gegebenenfalls eine Kortisoncreme zur lokalen Anwendung verschreiben. Im besonders schweren Fall kann der Facharzt den Wirkstoff spritzen.

Was Betroffene noch beachten sollten

Für Betroffene ist die Mundhygiene dennoch besonders wichtig, damit sich nicht noch weitere Keime ausbreiten und den Heilungsprozess behindern und/oder neue Infektionen im angegriffenen Mundraum verursachen können.

Quellen

  1. Gesundheitsinformationen.de. Aphthen. (aufgerufen am 18.03.2026) ↩︎

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