Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Mögliche Ursachen und Behandlung

Aphthen im Mund können ein Warnsignal sein

Aphthen im Mund
Aphthen können Betroffenen richtig zu schaffen machen. Zum Glück verschwinden die schmerzhaften Bläschen in der Regel von selbst.Foto: iStock/4kodiak

Aphthen sind Schädigungen der Mundschleimhaut und haben meist harmlose Ursachen. Manchmal stecken aber auch Krankheiten dahinter, die der Laie nicht damit in Verbindung bringen würde. FITBOOK erklärt, was bei Aphthen im Mund hilft und was zu tun ist, wenn das schmerzhafte Problem immer wieder auftritt.

Aphthen können an verschiedenen Stellen des Zahnfleischs und der Mundhöhle entstehen, am häufigsten rundum die Zungenspitze und auf der Lippeninnenseite. Sie sind meist ziemlich unangenehm bis schmerzhaft, was daran liegt, dass unter den weißlichen Belägen die Schleimhaut aufgeplatzt ist und hier die Nervenenden frei liegen. Jene Löcher in der Mundschleimhaut, die Bläschen aufwerfen und in der Regel von einem Entzündungshof umrandet sind, können einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern erreichen (je größer, desto unangenehmer). Manchmal sind sie aber auch ganz klein.

Mögliche Ursachen von Aphthen

Aphthen können verschiedenste, meist harmlose Ursachen haben. In der Regel sind sie stressgetriggert, wobei auch Hormonschwankungen und verschiedene Krankheiten für den Körper Stress bedeuten. Menschen mit einer Immunschwäche oder einem Nährstoffmangel sind besonders häufig betroffen. Manchmal handelt es sich aber auch um Unverträglichkeitsreaktionen auf Lebensmittel oder Pflegezusätze. Ebenso können Verletzungen im Mundraum die Bildung von Aphthen bewirken. Ähnlich wie bei Herpes können die unliebsamen Schleimhautreaktionen eine bakterielle oder virale Infektion begleiten, und tatsächlich auch eine Herpeserkrankung.

Auch interessant: Forscher entdecken Zusammenhang zwischen Herpes und Demenz-Erkrankungen

In seltenen Fällen können Aphthen auch auf ernstere Erkrankungen hindeuten. Treten sie extrem häufig oder in großer Anzahl auf, können sie auf einen schwerwiegenderen Befund hindeuten. Beispielsweise auf verschiedene chronische Darmerkrankungen oder eine akute HIV-Infektion. Zudem können dauerhafte Schleimhautdefekte auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung im Mund oder ein vergleichbares bösartiges Geschehen sein. Wenn Sie immer wieder mit Aphthen oder aphthenähnlichen Beschwerden zu kämpfen haben, empfiehlt sich – je nach Verdacht – eine Blut- bzw. Darmuntersuchung oder die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

Sind Aphthen ansteckend?

Sie können zwar aus einer bakteriellen oder viralen Infektion resultieren, Aphthen selbst sind aber nach heutigem Wissensstand nicht ansteckend. Für Betroffene ist die Mundhygiene dennoch besonders wichtig, damit sich nicht noch weitere Keime ausbreiten und den Heilungsprozess behindern und/oder neue Infektionen im angegriffenen Mundraum verursachen können.

Was kann man bei Aphthen tun?

Aphthen verschwinden meist innerhalb weniger Tage von selbst. In dieser Zeit gilt es, nicht unnötig Schmerzen zu provozieren und bestmöglich, sehr scharfe oder saure Nahrungsmittel zu meiden.

Wenn Aphthen länger bleiben und sehr wehtun, sollte ein Zahn- oder Hautarzt die Stelle untersuchen und gegebenenfalls eine Kortisoncreme zur lokalen Anwendung verschreiben oder den Wirkstoff, im besonders schweren Fall, spritzen.

Hausmittel bei Aphthen

Generell sind antibakterielle Maßnahmen ratsam. Dazu zählen:

  • Mundspülungen mit Teebaumöl: Bis zu 10 Tropfen in ein Glas Wasser und damit spülen
  • Gekühlte Teebeutel aus Schwarzem oder Grünem Tee: Tee wie gewohnt zubereiten, Beutel abkühlen lassen und auf die Aphthe legen
  • Entzündungshemmend sind Salbei- oder Kamillentee: einfach mit abgekühltem Tee den Mund spülen
  • Mundspülung mit 1 TL Backpulver in einem halben Glas warmem Wasser
  • Tinkturen, etwa aus Nelke
  • Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin
  • bei starken Beschwerden: schmerzlinderndes Gel, beispielsweise ein lydocainhaltiges, oberflächlich betäubendes Präparat aus der Apotheke

FITBOOK wurde fachlich beraten vom Münchener Dermatologen Dr. med. Timm Golüke und dem Berliner Oralmediziner Dr. med. Andreas Schwitalla.