17. Dezember 2025, 21:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Comedy-Touren, Podcast-Aufnahmen, Interviewtermine – Felix Lobrecht ist erfolgreich und, wenn er nicht auf sich aufpasst, rund um die Uhr beschäftigt. Das ist für den Berliner Fluch und Segen zugleich. Denn was ihm einerseits viel Freude macht, kann ihn andererseits auch an körperliche Grenzen bringen. Ein Alltagsfaktor, der leidet: sein Schlaf. Das hat er jetzt in einem Interview verraten.
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Stress auf der Arbeit, nahende Deadlines, Überstunden – dass dies das Leben durcheinanderwirbeln kann, haben sicher die meisten schon einmal erlebt. In solchen Phasen fällt es dann verständlicherweise auch oft schwer, auf sich zu achten. Man bewegt sich weniger, nimmt keine Auszeiten, ernährt sich ungesund und schläft zu wenig. Ein Teufelskreis, den auch Komiker Felix Lobrecht zu kennen scheint. Er war im Podcast „Hotel Matze“ zu Gast und sprach dort über die tollen Freiheiten, die seine Karriere ihm verschafft, aber auch über Schattenseiten: wenig Zeit für sich selbst oder die herausfordernde Balance zwischen akuten und in seinem Fall oft lang anhaltenden Stressphasen und Freizeit. Ein großes Thema in seinem Leben: der Schlaf.
„Früh aufstehen ist für mich wirklich ganz schlimm“
„Früh aufstehen finden ja alle scheiße, aber das ist für mich wirklich ganz schlimm. Das war schon in der Schule für mich wirklich die Hölle und jeden Morgen ein ganz schlimmer Kampf“, erzählte der 36-Jährige. Er schlafe schlecht und oft spät ein. „Dann ist morgens nicht meine Zeit, außer ich wache von selbst um acht Uhr auf, dann ist es okay. Aber um acht Uhr morgens aufstehen zu müssen oder noch früher, ist für mich ganz schlimm.“
Deshalb empfindet er es als Freiheit, bei allen Verpflichtungen und Termindruck, die sein Beruf mit sich bringe, eine Sache durchsetzen zu können: „Ich achte darauf, dass ich mir selten bis nie Termine früh lege.“
Ist die Uhr der Feind unseres Schlafs?
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»Perfekter Tag beginnt mit Ausschlafen und endet um 2 Uhr nachts
Und wenn er einmal keine Termine hat, scheint er in Sachen Schlaf etwas nachholen zu wollen. Darauf lässt zumindest seine Beschreibung seines „bestmöglichen Tages“ schließen.
„Der sieht so aus, dass ich ausschlafe“, erklärte Lobrecht. „Ich würde sagen, so bis 10 Uhr morgens. Da wache ich dann von allein auf. Dann freue ich mich, dass ich acht Stunden geschlafen habe, weil ich tendenziell immer zu wenig Schlaf kriege.“
Danach beginnt der Tag – sagen wir mal suboptimal, wenn wir den Maßstab gesunden Lebensstils ansetzen – mit Kaffee und direkt einer Zigarette. Danach tobt sich der Künstler zwei Stunden im Technozimmer kreativ aus. Um zwölf Uhr ist dann Zeit für einen zweiten Kaffee, gefolgt von einer Stunde Krafttraining in seinem Home Gym im Keller.
„Danach würde ich mich ehrlich gesagt wieder hinlegen“, beschrieb der Komiker seinen perfekten Tag weiter. „Eine Stunde chillen, idealerweise auch eindösen, vielleicht auch zwei Stunden.“ Wobei länger schlafen besser sei, bei einer Stunde Schlaf am Tag habe er häufiger mit Schlafparalysen und luzidem Träumen zu kämpfen. „Das mache ich im Schlafzimmer, dann aber nicht bei maximaler Dunkelheit, sondern Tür ran für etwas Tageslicht, Vorhang auf, aber Plissee unten.“
Nach einer weiteren kreativen Musikphase sowie einem gechillten Abend auf dem Sofa mit Laptop und Videos, mit denen er sich ablenkt, ist dann der Tag beendet. Diesen Moment beschrieb Lobrecht wie folgt: „Dann irgendwann, vielleicht so um ein Uhr nachts, ab in die Falle. Dort mache ich mir dann einen Talk an, der genau das richtige Maß an Langeweile bietet. Und darüber dann einschlafen.“
Völlige Dunkelheit im Schlafzimmer
Vielleicht, weil es Felix Lobrecht schwerfällt, über bestimmte Schlafenszeiten eine feste Schlafroutine aufzubauen, achtet er im Schlafzimmer auf eine förderliche Schlafumgebung: „Ich habe mir vor ein paar Jahren mein Schlafzimmer so gebaut, dass es wirklich dunkel ist. Also dunkel-dunkel. Da ist auch nichts drin als mein Bett und ein Schreibtisch. Ich habe ein blickdichtes Plissee-Rollo und darüber einen Vorhang, der u-förmig angeordnet ist, und die Seiten, an denen normalerweise noch Licht durchkäme, komplett abdichtet. Mit diesem Doppelsystem ‚fahre ich sehr dunkel‘ und schlafe dadurch deutlich besser.“
Typische Nachteule?
„Künstler wie Felix Lobrecht haben keinen Alltag, wie ihn z. B. wir Büromenschen haben. Selbst uns fällt eine gesunde Schlafroutine häufig schwer. Für tourende Menschen mit platzendem Terminkalender, die viel reisen, kann dies dann erst recht eine Herausforderung werden. Das, was Felix Lobrecht beschreibt, klingt stark danach, als sei er eine typische Nachteule. Damit ist der späte Chronotyp gemeint, dessen natürlicher Biorhythmus – vereinfacht gesagt – am besten mit einem späten Tagesstart und einem späten Tagesende übereinstimmt. (Mehr über die Chronotypen erkläre ich in diesem FITBOOK-Artikel.) Das beißt sich natürlich mit frühem Weckerklingeln und frühen Terminen. Diese kann Lobrecht offenbar ja meistens vermeiden und sich die Freiheit nehmen, spät aufzustehen und spät ins Bett zu gehen. Kritisch ist, dass er wohl dennoch oft nicht auf acht Stunden Schlaf kommt und das auch selbst als problematisch empfindet. Hier wäre für seinen perfekten Tag vielleicht zu empfehlen, auf den Tagesschlaf zu verzichten. So würde sich schneller Schlafdruck aufbauen und ihm früheres Zubettgehen ermöglichen.“