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Pankreasinsuffizienz

Diese Anzeichen können auf eine Bauchspeicheldrüsenschwäche hindeuten

Bauchspeicheldrüsenschwäche zeigt sich durch harmloswirkende Symptome
Probleme mit der Bauchspeicheldrüse zeigen sich nicht immer eindeutig. Einige Symptome treten beim Essen oder im Alltag besonders auf Foto: SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

28. August 2026, 18:03 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Die Bauchspeicheldrüse macht häufig erst auf sich aufmerksam, wenn etwas nicht mehr stimmt. Die Anzeichen können dabei überraschend unterschiedlich sein: Veränderungen nach dem Essen, Gewichtsverlust oder auffälliger Stuhl gehören ebenso dazu wie ungewöhnlich starker Durst. Hinter solchen Beschwerden kann eine Bauchspeicheldrüsenschwäche, medizinisch Pankreasinsuffizienz genannt, stecken. Woran sie sich erkennen lässt und warum die Symptome so verschieden sein können, zeigt ein genauerer Blick.

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Kleines Organ, große Aufgabe: Das leistet die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, ist etwa 12 bis 18 Zentimeter lang und liegt im Oberbauch hinter dem Magen. Sie übernimmt zwei wichtige Aufgaben: Sie unterstützt die Verdauung und produziert Hormone, die den Blutzucker regulieren.

Für die Verdauung stellt das Organ täglich etwa 1,5 bis zwei Liter Verdauungssaft her. Darin befinden sich Enzyme, die Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus der Nahrung zerlegen. So können die Nährstoffe anschließend über den Darm aufgenommen werden. Mediziner nennen diesen Bereich der Arbeit die exokrine Funktion.1

Daneben produziert das Pankreas unter anderem die Hormone Insulin und Glukagon. Insulin hilft dabei, Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren und dadurch den Blutzuckerspiegel zu senken. Glukagon sorgt bei Bedarf dafür, dass wieder mehr Zucker zur Verfügung steht. Die Produktion dieser Hormone wird als endokrine Funktion bezeichnet.

Wenn die Bauchspeicheldrüse schwächelt: Was dahintersteckt

Bei einer Pankreasinsuffizienz kann die Bauchspeicheldrüse eine oder beide dieser Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen.

Fehlen vor allem Verdauungsenzyme, handelt es sich um eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Ist dagegen die Produktion der Hormone beeinträchtigt, die den Blutzucker regulieren, liegt eine endokrine Pankreasinsuffizienz vor. Beide Formen können auch gleichzeitig auftreten.

Diese Beschwerden können nach dem Essen auffallen

Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz wird die Nahrung nicht mehr ausreichend verdaut. Besonders die Verarbeitung von Fett kann darunter leiden. Gleichzeitig nimmt der Körper Nährstoffe schlechter auf.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Gewichtsverlust
  • Völlegefühl, häufig etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Essen
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • auffällige Fettstühle

Gerade Veränderungen des Stuhls können auffallen. Wird Fett nicht ausreichend verdaut, verbleibt ein Teil davon im Darm und wird ausgeschieden. Der sogenannte Fettstuhl kann dadurch voluminös, klebrig und besonders unangenehm riechend sein.

Tückisch ist, dass die Beschwerden nicht unbedingt früh auftreten. Typische Symptome einer exokrinen Pankreasinsuffizienz können sich erst zeigen, wenn bereits etwa 90 Prozent der entsprechenden Organfunktion ausgefallen sind.2

Warum die Bauchspeicheldrüse ihre Leistung verlieren kann

Eine Pankreasinsuffizienz kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören insbesondere chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Bauchspeicheldrüsenkrebs, operative Eingriffe am Organ und die Erbkrankheit Mukoviszidose.

Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung treten wiederholt Entzündungsschübe auf. Dabei können zunehmend Zellen des Pankreas geschädigt werden, sodass dessen Leistungsfähigkeit nach und nach abnimmt.

Auch ein Tumor kann die Funktion beeinträchtigen. Blockiert er beispielsweise den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse, kann sich Verdauungssaft zurückstauen. Dadurch können Entzündungen entstehen und Gewebe geschädigt werden.3

Bei Mukoviszidose ist das Sekret bestimmter Drüsen besonders zähflüssig. Verstopft es den Ausführungsgang des Pankreas, kann zunächst die Verdauungsfunktion beeinträchtigt werden. Im weiteren Krankheitsverlauf kann zusätzlich die Hormonproduktion nachlassen.

Wenn sich die Bauchspeicheldrüse plötzlich entzündet

Neben einer chronischen gibt es auch eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, medizinisch Pankreatitis genannt. Dabei kommt es plötzlich zu einem Entzündungsschub, der starke Beschwerden verursachen und die Funktion des Organs vorübergehend beeinträchtigen kann. Die Bauchspeicheldrüse kann sich danach wieder vollständig erholen.

Etwa 55.000 Menschen erkranken jährlich an einer akuten Pankreatitis. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, das Erkrankungsalter liegt meist über 45 Jahren.4

Gallensteine können eine Entzündung auslösen

Die häufigste Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Gallensteine. Bei vielen Menschen münden der Gallengang und der Ausführungsgang des Pankreas an derselben Stelle in den Darm. Verschließt ein Gallenstein diesen Bereich, können die Sekrete nicht mehr richtig abfließen.

Durch den Rückstau können Verdauungsenzyme vorzeitig aktiviert werden und das Gewebe der Bauchspeicheldrüse schädigen. Dadurch kann eine Entzündung entstehen.

Starker Alkoholkonsum ist die zweithäufigste Ursache einer akuten Pankreatitis. Weitere mögliche Risikofaktoren sind erhöhte Werte bestimmter Blutfette, sogenannter Triglyzeride, sowie erhöhte Kalziumwerte im Blut. Seltener kommen Virusinfektionen oder bestimmte Medikamente als Auslöser infrage. Bei etwa zehn Prozent der Betroffenen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.

Diese Schmerzen sind ein ernstes Warnsignal

Eine akute Pankreatitis macht sich häufig durch starke Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Diese können sich gürtelförmig ausbreiten und bis in den Rücken ziehen.

Weitere mögliche Beschwerden sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber
  • Kreislaufprobleme
  • ein aufgeblähter, gummiartiger Bauch

Bei vier von fünf Erkrankten klingt die Entzündung mit Behandlung nach etwa ein bis zwei Wochen ab. Rund 20 Prozent der Fälle verlaufen jedoch mit schweren Komplikationen und können einen monatelangen Heilungsprozess nach sich ziehen. Möglich sind unter anderem schwere Organschäden oder eine bakterielle Infektion der Bauchspeicheldrüse. Etwa drei Prozent der Betroffenen sterben an den Komplikationen einer akuten Pankreatitis.

Starke Oberbauchschmerzen mit entsprechenden Begleiterscheinungen sollten deshalb umgehend medizinisch abgeklärt werden.

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Ein Stuhltest kann einen wichtigen Hinweis liefern

Besteht der Verdacht, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Verdauungsenzyme produziert, werden zunächst die Beschwerden und die bisherige Krankengeschichte berücksichtigt. Fettstuhl, Durchfall oder Probleme mit fettreichen Speisen können wichtige Hinweise geben.

Eine zentrale Untersuchung ist eine Stuhlprobe. Dabei lässt sich die sogenannte Pankreaselastase bestimmen. Dabei handelt es sich um ein Verdauungsenzym, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Ein niedriger Wert kann darauf hindeuten, dass das Organ nicht mehr ausreichend arbeitet.

Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen folgen. Bluttests und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie helfen beispielsweise dabei, Entzündungen, Tumoren, Verkalkungen oder Veränderungen der Ausführungsgänge zu erkennen. Auch eine Endosonografie kann eingesetzt werden. Dabei wird die Bauchspeicheldrüse mithilfe eines kleinen Ultraschallkopfes untersucht, der über den Verdauungstrakt in die Nähe des Organs gebracht wird.

Wenn plötzlich auch der Blutzucker Probleme macht

Eine Pankreasinsuffizienz muss sich nicht durch Verdauungsbeschwerden bemerkbar machen. Ist die Hormonproduktion des Organs beeinträchtigt, kann stattdessen der Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht geraten.

Von besonderer Bedeutung ist dabei Insulin. Produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend davon, bleibt zu viel Zucker im Blut und es kann zu Diabetes mellitus kommen.

Mögliche Anzeichen eines erhöhten Blutzuckers sind:

  • ungewöhnlich starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Erschöpfung
  • Energiemangel

Auch die Produktion von Glukagon kann beeinträchtigt sein. Fehlt dieses Hormon, steigt das Risiko einer Unterzuckerung. Der medizinische Begriff dafür lautet Hypoglykämie.

Mögliche Ursachen dieser Form der Pankreasinsuffizienz sind chronische Entzündungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs und operative Eingriffe am Organ. Bei Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem außerdem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an.

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Diese Blutwerte geben Aufschluss

Ob die Blutzuckerregulation beeinträchtigt ist, lässt sich mithilfe von Blutuntersuchungen feststellen. Ein wichtiger Wert ist der Nüchternblutzucker. Dabei wird gemessen, wie viel Zucker sich nach einer längeren Zeit ohne Nahrungsaufnahme im Blut befindet. Ab 7,0 Millimol pro Liter beziehungsweise 126 Milligramm pro Deziliter ist ein Diagnosekriterium für Diabetes erfüllt.

Zusätzlich kann der sogenannte HbA1c-Wert untersucht werden. Er gibt vereinfacht gesagt Aufschluss darüber, wie hoch der Blutzucker über einen längeren Zeitraum war. Ab einem Wert von 6,5 Prozent ist ebenfalls ein Diagnosekriterium für Diabetes erfüllt.

Ein ausgeprägter Insulinmangel kann unbehandelt gefährlich werden. Stark erhöhte Blutzuckerwerte können erhebliche Flüssigkeitsverluste und lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen verursachen.

Was sich gegen eine Pankreasinsuffizienz tun lässt

Die Behandlung hängt davon ab, welche Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt ist und was dahintersteckt. Lässt sich die Ursache behandeln, steht sie zunächst im Mittelpunkt. Steine oder Engstellen im Ausführungsgang können beispielsweise in bestimmten Fällen bei einem endoskopischen Eingriff entfernt beziehungsweise erweitert werden.5

Wenn Verdauungsenzyme fehlen

Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme, können diese durch Medikamente ersetzt werden. Die Präparate werden zu den Mahlzeiten eingenommen und helfen dabei, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate zu verdauen.

Eine gestörte Fettverdauung kann außerdem die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K beeinträchtigen. Besteht dadurch ein Mangel, kann zusätzlich ein Vitaminersatz notwendig sein.

Eine exokrine Pankreasinsuffizienz ist nicht heilbar. Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol kann jedoch dazu beitragen, wichtige Risikofaktoren zu reduzieren.

Wenn der Bauchspeicheldrüse Insulin fehlt

Ist die Hormonproduktion beeinträchtigt und steht dem Körper nicht genügend Insulin zur Verfügung, kann eine Insulintherapie erforderlich sein. Dabei muss der Blutzucker regelmäßig kontrolliert und die Behandlung entsprechend angepasst werden. In sehr seltenen Fällen kommt eine Transplantation der Bauchspeicheldrüse infrage.

Auch interessant: Erste Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung

Beschwerden allein reichen für die Diagnose nicht aus

Auffälliger Stuhl, Gewichtsverlust, wiederkehrende Verdauungsprobleme oder ungewöhnlich starker Durst können auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hindeuten, haben aber auch andere mögliche Ursachen. Ob tatsächlich eine Pankreasinsuffizienz vorliegt, lässt sich deshalb erst durch medizinische Untersuchungen feststellen.

Quellen

  1. AOK. Akute Pankreatitis: Wenn sich die Bauchspeicheldrüse entzündet. (aufgerufen am 20.08.2026) ↩︎
  2. Helios. Pankreasinsuffizienz: Wenn die Bauchspeicheldrüse schlappmacht. (aufgerufen am 20.08.2026) ↩︎
  3. Zentrum der Gesundheit. Die Bauchspeicheldrüsenschwäche - Immer wieder Blähungen. (aufgerufen am 20.08.2026) ↩︎
  4. Nortase. Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). (aufgerufen am 20.08.2026) ↩︎
  5. netDoktor. Pankreasinsuffizienz. (aufgerufen am 20.08.2026) ↩︎

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