6. Oktober 2026, 19:57 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Halsschmerzen, Husten, Müdigkeit – mit der beginnenden Erkältungszeit dürften diese Beschwerden wieder häufiger zum Alltag gehören. Doch nicht immer steckt dahinter nur ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt. Auch Corona macht wieder auf sich aufmerksam. Besonders im Fokus steht derzeit die Variante XFG, auch „Stratus“ oder „American Covid“ genannt. Welche Symptome auftreten können, was hinter der Variante steckt und wie gefährlich sie ist.
Auf welche Symptome sollte man achten?
Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schnupfen oder eine verstopfte Nase können neben den bereits genannten Beschwerden bei einer Covid-19-Infektion auftreten. Auch Heiserkeit wird im Zusammenhang mit XFG genannt.
Grundsätzlich ähneln die Symptome denen anderer Omikron-Varianten. Eine Veränderung gibt es jedoch im Vergleich zu früheren Phasen der Pandemie: Der einst für Corona typische Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns kommt bei den heute zirkulierenden Varianten seltener vor.
Ob Corona, Grippe oder eine Erkältung hinter den Beschwerden steckt, lässt sich allein anhand der Symptome kaum feststellen. Ein Corona-Schnelltest kann einen Hinweis geben, eine Infektion bei negativem Ergebnis aber nicht sicher ausschließen. Bei anhaltenden Beschwerden kann es deshalb sinnvoll sein, den Test zu wiederholen.1
Was ist XFG („Stratus“)?
XFG ist eine Subvariante aus der Omikron-Familie. Sie entstand durch eine Rekombination der beiden früheren Viruslinien LF.7 und LP.8.1.2. Vereinfacht gesagt hat sich dabei genetisches Material zweier bereits existierender Linien miteinander kombiniert.
Ganz neu ist XFG nicht. Die Variante wurde erstmals im Januar 2025 identifiziert und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Neben „Stratus“ macht inzwischen noch ein weiterer Name die Runde: „American Covid“. Dabei handelt es sich nicht um eine offizielle Bezeichnung, sondern um einen medial verwendeten Spitznamen im Zusammenhang mit der Verbreitung der Variante in den USA. Dass XFG dort entstanden ist, lässt sich daraus nicht ableiten.2
Auch in Europa spielt XFG inzwischen eine große Rolle. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) führt die Linie als „Variante unter Beobachtung“. Nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ist XFG in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum mittlerweile dominant.3
Warum XFG gerade wieder im Fokus steht
Für neue Aufmerksamkeit sorgt derzeit vor allem die Entwicklung in England. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) stieg die Positivrate bei Covid-19-Tests in Krankenhäusern nach den jüngsten September-Daten von 5,9 auf 7,0 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Rate der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Covid-19 um fast 50 Prozent.4
Besonders deutlich fiel der Anstieg in London aus. Dort nahm die Rate der Covid-bedingten Krankenhauseinweisungen um 79 Prozent zu. Bei mehr als der Hälfte der positiven Tests wurde eine Variante von XFG nachgewiesen.
Dass die Corona-Zahlen zu Beginn der kälteren Jahreszeit wieder steigen, ist nicht ungewöhnlich. Der Immunschutz nach früheren Infektionen und Impfungen kann mit der Zeit nachlassen. Hinzu kommt, dass Menschen im Herbst wieder mehr Zeit gemeinsam in Innenräumen verbringen, wo sich Atemwegsviren leichter verbreiten können.
Trotz des aktuellen Anstiegs befindet sich die Corona-Aktivität in Großbritannien weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Auch die gemeldeten Infektionen und Krankenhauseinweisungen liegen dort noch deutlich niedriger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Wie gefährlich ist „American Covid“?
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass XFG schwerere Erkrankungen verursacht als andere derzeit zirkulierende Corona-Varianten. Auch das ECDC weist für die Linie aktuell keine Evidenz für eine erhöhte Krankheitsschwere aus.
Schwere Covid-19-Verläufe sind heute insgesamt seltener als in den ersten Jahren der Pandemie. Dazu tragen sowohl die Eigenschaften der seit 2022 vorherrschenden Omikron-Varianten als auch die durch Impfungen und frühere Infektionen aufgebaute Immunität in der Bevölkerung bei.
Für Risikogruppen kann Covid-19 dennoch gefährlich werden. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Das zeigen auch die aktuellen Daten aus England: Die höchste Rate an Krankenhauseinweisungen wurde dort zuletzt bei Menschen über 85 Jahren verzeichnet. Sie stieg innerhalb einer Woche von 7,08 auf 12,43 je 100.000 Menschen.
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Wer sollte sich gegen Corona impfen lassen?
Für die Saison 2026/27 werden an die aktuelle Virusentwicklung angepasste Impfstoffe eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt für die Saison Impfstoffe, die an XFG angepasst sind. Ziel der Impfung ist vor allem der Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen.
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Auffrischimpfung im Spätsommer oder Frühherbst für Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören alle Menschen ab 75 Jahren sowie Personen ab sechs Monaten mit bestimmten Grunderkrankungen.5
Die Empfehlung gilt unter anderem auch für Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie für bestimmte Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege. Für gesunde Kinder und Jugendliche besteht weiterhin keine allgemeine Corona-Impfempfehlung.
Wann sollte man mit Corona zum Arzt?
Die meisten Covid-19-Erkrankungen verlaufen mittlerweile mild und können zu Hause auskuriert werden. Bei Fieber, starker Müdigkeit und ausgeprägtem Krankheitsgefühl sind hauptsächlich körperliche Schonung und ausreichend Flüssigkeit wichtig.
Anders sieht es bei Atemnot oder zunehmender Kurzatmigkeit aus. Auch ein anhaltend sehr schneller Puls, über mehrere Tage bestehendes hohes Fieber, bläuliche Lippen oder Verwirrtheit sollten ärztlich abgeklärt werden. Besonders aufmerksam sollten ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sein.