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Symptome, Risikofaktoren

Brustkrebs betrifft auch Männer – was man über die Erkrankung wissen sollte 

Es ist selten, aber auch Männer können an Brustkrebs erkranken
Es ist selten, aber auch Männer können an Brustkrebs erkranken Foto: Getty Images
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Melanie Hoffmann
Fitness- und Schlafexpertin

11. Juni 2026, 16:24 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Bei Brustkrebs denkt man zunächst an Frauen, aber auch Männer können daran erkranken. FITBOOK erklärt die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem: Welche interessanten Hinweise neueste Studien zu den Risikofaktoren liefern.

Von 100.000 Frauen erkranken laut der „Deutschen Krebshilfe“ 177 an Brustkrebs, bei den Männern sind es von 100.000 „nur“ 1,9. Pro Jahr sind es laut der „Deutschen Krebsgesellschaft“ aber immerhin rund 700 Fälle von Neuerkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 65 Jahren, für Männer bei 71 Jahren.1,2

Wieso können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

80 Prozent der Brustkrebserkrankungen (Mammakarzinom) haben ihren Ursprung in den Milchgängen – und die sind sowohl bei der Frau als auch beim Mann angelegt. Bis zur Pubertät ist die Brust bei beiden Geschlechtern nahezu gleich aufgebaut. Erst durch die weiblichen Sexualhormone beginnen die Milchgänge, das Drüsengewebe und das Binde- und Fettgewebe bei den Mädchen zu wachsen.

Auch interessant: Die Ernährungsform, die das Krebsrisiko nachweislich senken kann

Was sind die Symptome von Brustkrebs bei Männern?

Männer sollten aufmerksam werden, wenn sie im Brustbereich Knoten und Entzündungen bemerken, die nicht weggehen. Auch vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen können auf Brustkrebs hindeuten. Im Grunde gibt es keine geschlechtsspezifischen symptomatischen Unterschiede. Was bei Frauen auf Brustkrebs hindeuten kann, sollte auch bei Männern als Warnzeichen gewertet werden.3

Warnzeichen

  • schmerzfreie, einseitig tastbare Knoten beziehungsweise Verhärtungen in der Brust
  • Veränderungen der Brusthaut
  • Die Brustwarze zieht sich nach innen
  • Entzündung der Brustdrüsen
  • Brustwarzen sondern Flüssigkeit ab
  • nicht abheilende Entzündungen im Brustbereich
  • vergrößerte oder verhärtete Lymphknoten in der Achselhöhle

Im weiter fortgeschrittenen Stadium, wenn sich bereits Skelettmetastasen gebildet haben, kann sich die Krankheit noch durch andere Beschwerden bemerkbar machen:

  • Knochenschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Husten
  • Atemnot
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Gelbsucht
  • Leberschwäche
  • Aufgrund von Lymphknotenmetastasen in den Achselhöhlen kann der Arm anschwellen
https://www.google.com/preferences/source?q=fitbook.de

Ursachen und Risikofaktoren des männlichen Brustkrebses

Für die meisten Brustkrebsfälle ist ein erhöhter Spiegel des Sexualhormons Östrogen verantwortlich, das sowohl Frauen als auch Männer im Körper haben. Starkes Übergewicht, Lebererkrankungen oder die Einnahme von Hormonen, z. B. zur Leistungssteigerung oder auch bei einer Geschlechtsumwandlung, können für einen hohen Östrogenspiegel bei Männern sorgen und das Risiko für Brustkrebs steigern.4

Weitere Risikofaktoren (ähnlich wie bei Frauen):

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Ernährung
  • erhöhte lokale Strahlungsexposition

Außerdem können Mutationen an den Genen BRCA1 und BRCA2 das Brustkrebsrisiko erhöhen. Zudem können genetische Anomalien wie das Klinefelter-Syndrom (eine angeborene Chromosomenstörung) die Erkrankung begünstigen. So erhöht das Syndrom das Brustkrebsrisiko um das 15- bis 50-Fache. Wobei zu betonen ist, dass nur drei bis sieben Prozent der Männer, die ein Mammakarzinom bekommen, auch dieses Syndrom haben.

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Wie wird die Krankheit behandelt?

Anders als für Frauen gibt es für Männer keine Früherkennungsprogramme. Deswegen wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt. Hinzu kommt, dass Männer bei Beschwerden in der Brust häufig nicht an die Möglichkeit Brustkrebs denken. Dabei gilt auch bei der männlichen Form der Krankheit: Je früher sie erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

Wird ein Mammakarzinom diagnostiziert, müssen möglichst das gesamte befallene Gewebe und die Lymphknoten, die es umgeben, mithilfe eines operativen Eingriffs entfernt werden. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit sind auch dort schon Krebszellen vorhanden. Das hat zur Folge, dass bei betroffenen Patienten häufig die gesamte Brust entfernt werden muss, weil bei Männern wesentlich weniger Brustgewebe vorhanden ist als bei Frauen.

Nach der Operation kann zur weiteren Behandlung eine Strahlen-, Chemo- oder Antikörpertherapie hilfreich sein. So können eventuell zurückgebliebene Krebszellen zerstört werden. Da der männliche Brustkrebs zumeist hormonell bedingt ist, kommt auch eine antihormonelle Therapie infrage.

Falls Sie befürchten, betroffen zu sein, oder jemanden kennen, der erkrankt sein könnte, finden Sie beim Netzwerk „Männer mit Brustkrebs“ wertvolle Informationen.

Auch interessant: Bei diesen Symptomen lohnt sich ein Hormon-Check für Männer

Studie gibt Hinweise auf einen Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit

Die Forschung zum männlichen Brustkrebs steckt noch in den Kinderschuhen. Weil die Erkrankung so selten ist, wurde sie von der Wissenschaft lange vernachlässigt. Hier hat sich einiges getan, wie auf der Webseite des Projekts „Breast Cancer Now“ nachzulesen ist. Auf ihr ist der aktuelle Forschungsstand zu Brustkrebs bei Männern abgebildet. Unter anderem konnten Studien aufzeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für Männer, an Brustkrebs zu erkranken, steigt, wenn sie übergewichtig sind, und dass es einen Zusammenhang zu genetischen Veränderungen gibt.5

Auch der Verweis auf eine weitere interessante Studie ist dort zu finden. Sie hat Hinweise dafür geliefert, dass es eine mögliche Korrelation zwischen der Krebserkrankung und Unfruchtbarkeit geben könnte. Im Rahmen der Studie verglichen Forschende des Institute of Cancer Research (London, UK) 1998 Fälle von Brustkrebs bei Männern mit abgefragten Angaben zu Fruchtbarkeit und Vaterschaft. Der Studiengruppe stellten sie eine Kontrollgruppe mit weiteren 1567 Männern gegenüber. Tatsächlich ergab die Analyse aller Daten, dass Männer, die von Fruchtbarkeitsproblemen berichteten, mit höherer Wahrscheinlichkeit Brustkrebs bekommen hatten. Das galt allerdings nur für invasiven Brustkrebs, also die Krankheitsform, bei der die Krebszellen gestreut hatten.6

Quellen

  1. Deutsche Krebsgesellschaft. Brustkrebs bei Männern. (aufgerufen am 11.6.2026) ↩︎
  2. Deutsche Krebshilfe. Brustkrebs. (aufgerufen am 11.6.2026 ↩︎
  3. Helios Magazin. Brustkrebs bei Männern – Späte Erkenntnis. (aufgerufen am 11.6.2026) ↩︎
  4. DAK Gesundheit. Brustkrebs beim Mann (aufgerufen am 11.6.2026) ↩︎
  5. Breast Cancer Now. The Male Breast Cancer Study (aufgerufen am 11.6.2026) ↩︎
  6. 1. Swerdlow A.J., Bruce C., Jones M.E. (2022). Infertility and risk of breast cancer in men: a national case–control study in England and Wales. BMC. ↩︎

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