23. Juli 2026, 16:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Steak, Schnitzel oder Burger: Rotes Fleisch steht bei vielen Menschen regelmäßig auf dem Speiseplan. Doch wie wirkt sich ein hoher Konsum langfristig auf die Gesundheit aus? Eine neue Studie hat untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem oder verarbeitetem Fleisch und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht.
Je größer der Verzehr, desto höher das Krebsrisiko
Die Analyse deutet darauf hin, dass Menschen mit einem hohen Konsum von rotem Fleisch häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken als Menschen, die wenig davon essen. Mit steigender Verzehrmenge nahm das Risiko in den ausgewerteten Studien zu.
Wie und warum die Studie durchgeführt wurde
Für die Übersichtsstudie, die im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“ veröffentlicht wurde, werteten Forscher insgesamt 16 Studien mit knapp zwei Millionen Teilnehmern aus. Ziel war es, den möglichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs genauer zu untersuchen.1
Der Fokus auf diese Krebsart kommt nicht von ungefähr: Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders schwer behandelbar und verursacht weltweit viele Krebstodesfälle. Daher suchen Wissenschaftler nach beeinflussbaren Risikofaktoren. Neben Rauchen und Übergewicht spielt dabei auch die Ernährung eine wichtige Rolle.
Berücksichtigt wurden Studien, in denen die Teilnehmer zu Beginn gesund waren und ihre Ernährungsgewohnheiten mithilfe von Fragebögen erfasst wurden. Anschließend analysierten die Forscher, ob Menschen mit höherem Fleischkonsum später häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten.
Bei verarbeitetem Fleisch kein Zusammenhang
Verglichen mit Menschen, die am wenigsten rotes Fleisch aßen, hatten Teilnehmer mit dem höchsten Konsum ein um 16 Prozent erhöhtes relatives Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Darüber hinaus zeigte die Untersuchung einen linearen Zusammenhang: Je mehr rotes Fleisch verzehrt wurde, desto höher fiel das Risiko aus. Pro zusätzliche 100 Gramm rotes Fleisch täglich stieg das relative Risiko um zehn Prozent. Allerdings: Hinweise darauf, dass das Risiko erst ab einer bestimmten Verzehrmenge deutlich ansteigt, fanden die Forscher nicht.
Anders sah es bei verarbeitetem Fleisch aus. Hier werteten die Forscher elf Studien aus. Weder der Vergleich von hohem und niedrigem Konsum noch die Dosis-Wirkungs-Analyse ergaben einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.
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Was frühere Studien zeigen
Die Ergebnisse ergänzen frühere Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Bauchspeicheldrüsenkrebs. So deutet auch eine Metaanalyse von Anfang 2026 mit Daten von mehr als 1,8 Millionen Menschen darauf hin, dass Vegetarier seltener an der Erkrankung leiden als Fleischesser – ihr Risiko lag in der Auswertung um 21 Prozent niedriger.2
Zudem zeigte eine US-Kohortenstudie mit knapp über 100.000 Erwachsenen, dass nicht nur der Verzicht auf Fleisch, sondern auch die Qualität pflanzlicher Lebensmittel eine Rolle spielen könnte. Teilnehmer, die besonders häufig zu gesunden pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten griffen, hatten ein deutlich geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dagegen war eine pflanzenbasierte Ernährung, die vor allem aus weniger gesunden Produkten bestand, mit einem höheren Erkrankungsrisiko verbunden.3
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Einordnung der aktuellen Studie und mögliche Einschränkungen
Zu den Stärken der Analyse zählen die Auswertung von fast zwei Millionen Teilnehmern, die Einbeziehung sowohl von Kohorten- als auch von Fall-Kontroll-Studien sowie die Untersuchung von Dosis-Wirkungs-Beziehungen. Zudem bewerteten die Forscher die Studienqualität mit einem speziell für Ernährungsforschung entwickelten Verfahren.
Allerdings gibt es auch Einschränkungen: Die meisten Daten stammen aus Europa und den USA, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind. Zudem basiert die Analyse überwiegend auf Beobachtungsstudien und Ernährungsfragebögen, die keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen belegen können und anfällig für Ungenauigkeiten sind. Darüber hinaus unterschieden sich die eingeschlossenen Studien teilweise deutlich voneinander, was die Interpretation der Ergebnisse erschwert.