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Husten, Schnupfen und Co.

Verschleppte Erkältung erkennen – diese Anzeichen sind kritisch

Erkältung verschleppt? Wann Symptome gefährlich werden
Erkältung verschleppt? Wann Symptome gefährlich werden Foto: Getty Images/Westend61
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3. November 2025, 4:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Viele Menschen ignorieren die ersten Anzeichen einer Erkältung – schließlich verschwinden Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen meist von allein wieder. Doch wer trotz Krankheit keine Pause einlegt, riskiert ernsthafte Folgeerkrankungen. Was im Körper bei einem grippalen Infekt genau passiert, warum Schonung so wichtig ist – und wann man besser ärztlichen Rat sucht.

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Alarmzeichen: Wann eine Erkältung nicht mehr harmlos ist

Bei unkompliziertem Verlauf bessert sich der Gesundheitszustand meist innerhalb einer Woche. Dauert die Erkrankung jedoch länger oder verschlimmern sich einzelne Beschwerden, kann das auf eine Verschleppung hindeuten.

„Typische Warnzeichen sind, dass man anhaltend körperlich schwach ist oder das Fieber nicht nach spätestens vier Tagen weggegangen ist“, sagt Jakob Maske. Ein erneutes Aufflammen der Symptome sollte ebenfalls aufmerksam machen.

Ein drückendes Gefühl in Stirn, Wangen oder Oberkiefer kann ein Hinweis auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen sein. „Dieses wird dann beim Bücken in der Regel deutlich stärker“, erklärt Torben Ostendorf. Wird der Husten stärker, tritt Auswurf auf und steigt das Fieber, kann eine Bronchitis vorliegen. „Viele Betroffenen leiden dann auch unter Fieber“, so Ostendorf.

Treten zusätzlich Symptome wie Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder anhaltende Erschöpfung auf, besteht der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung. Auch Herzstolpern oder Schwindel können in diesem Zusammenhang auftreten – eine seltene, aber ernste Folge eines verschleppten Infekts.

Wann zum Arzt?

„Immer, wenn die genannten Warnzeichen auftreten oder wenn man selbst für sich ungewohnte Krankheitszeichen wahrnimmt, sollte man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen“, empfiehlt Jakob Maske.

Auch bei Fieber über 39 Grad sollte ärztlich abgeklärt werden, ob es sich um einen komplikationslosen Verlauf handelt. „Dies gelte besonders für Risikopatientinnen und -patienten mit chronischen Krankheiten“, betont Ostendorf. Dazu zählen etwa Menschen mit Lungenerkrankungen wie COPD oder Herz-Kreislauf-Problemen.

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Wie eine Erkältung entsteht – und was im Körper passiert

Ausgelöst wird ein grippaler Infekt fast immer durch Viren, die sich in den oberen Atemwegen ansiedeln. Die häufigsten Erreger stammen aus Familien wie Rhino-, Adeno- oder Coronaviren. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion – beim Husten, Niesen oder Sprechen – oder über kontaminierte Hände und Oberflächen.1

„Es handelt sich dabei in aller Regel um eine Entzündung der oberen Atemwege, also zum Beispiel der Schleimhäute in Nase, Hals und der Bronchien“, erläutert Torben Ostendorf.

Die körpereigene Abwehr reagiert, indem sie verschiedene Schutzmechanismen aktiviert. „Hier reagiert der Körper mit diversen Abwehrmechanismen, die sich dann in verschiedenen Symptomen äußern können“, sagt Jakob Maske. Dabei spielt die Bildung von Antikörpern sowie Gedächtniszellen eine zentrale Rolle, die bei späterem Kontakt mit denselben Viren schneller reagieren können.

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Warum Belastung das Risiko erhöht

Wer mit Infekt nicht pausiert, bringt den Körper zusätzlich unter Stress – was den Heilungsverlauf deutlich erschwert. „Während einer Erkältung ist es wichtig, den Körper nicht zusätzlich zu belasten“, warnt Ostendorf. Sport und andere körperliche Anstrengungen sollten deshalb konsequent vermieden werden. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Immunsystem sich nicht auf die Bekämpfung der Entzündung konzentrieren kann“, erklärt der Hausarzt.

Wird diese Phase nicht ernst genommen, kann sich die Infektion auf weitere Organe ausbreiten. „Die Folgen können sein, dass aus einem Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung wird oder aus einem Husten eine Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung entsteht“, so Ostendorf. Besonders kritisch: eine mögliche Myokarditis. „Spätestens damit ist überhaupt nicht mehr zu scherzen“, sagt er.

Erlaubt oder tabu? Das sollten Sie bei einer Erkältung beachten

Wer sich während der Genesung gut fühlt, kann sich vorsichtig an der frischen Luft bewegen – ohne sich zu überanstrengen. „Leichte körperliche Anstrengungen sind erlaubt, jedoch natürlich im Infekt kein Sport“, sagt Jakob Maske. „Leistungssport sollte auch bis zu zwei Wochen nach einem Infekt nicht in voller Intensität erfolgen.“ Diese Zeitspanne dient der vollständigen Regeneration.

Auch im Alltag gilt: lieber Pausen einlegen als auf Durchzug schalten. „Man sollte sich so viel Ruhe wie möglich gönnen“, rät Torben Ostendorf. Körperliche Erholung hat oberste Priorität – ebenso wie das Vermeiden von beruflichem oder privatem Stress.

Verlauf und Dauer – was normal ist

Ein grippaler Infekt beginnt häufig mit leichten Halsschmerzen oder einem Kratzen im Rachen. Binnen weniger Tage folgen Schnupfen und Husten. Oft fühlt man sich abgeschlagen, manchmal kommen Kopf- oder Gliederschmerzen hinzu. In der Regel lassen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen nach. Halsschmerzen und verstopfte Nasen sind meist rasch vorbei, ein trockener Husten kann sich jedoch länger halten – durchschnittlich bis zu 18 Tage, gelegentlich auch drei Wochen.2

Antibiotika sind bei einfachen Virusinfektionen nicht angebracht, da sie nur gegen Bakterien wirken. Schmerz- oder fiebersenkende Mittel können die Symptome lindern, verändern aber nicht den Krankheitsverlauf.

Erkältungen sind häufig – aber selten gefährlich, wenn man sie ernst nimmt

Im Durchschnitt erkranken Erwachsene zwei- bis viermal pro Jahr an einer Erkältung. Kinder bringen aus Schule oder Kita deutlich häufiger Infekte mit nach Hause – bis zu zwölf Mal jährlich sind keine Seltenheit. Besonders in Herbst und Winter steigt die Ansteckungsgefahr.

Auch wenn der Verlauf in den meisten Fällen mild ist, sollte man Infekte nicht verharmlosen. Mit ausreichend Ruhe, gesunder Vorsicht und etwas Geduld lässt sich das Risiko für Komplikationen deutlich senken – und der Weg zur vollständigen Genesung gelingt sicherer.

*mit Material von dpa

Quellen

  1. Stiftung Gesundheitswesen. Was ist eine Erkältung? (aufgerufen am 31.10.2025) ↩︎
  2. Gesundheitsinformation.de. Erkältung. (aufgerufen am 31.10.2025) ↩︎

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