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Symptome und Ursachen

Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose?

Arthritis und Arthrose unterscheiden sich deutlich. Ursachen, Symptome und typische Beschwerden im Überblick.
Arthritis und Arthrose unterscheiden sich deutlich. Ursachen, Symptome und typische Beschwerden im Überblick. Foto: FITBOOK/Getty Images
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

18. Mai 2026, 4:48 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten

Arthritis und Arthrose – beides fängt mit dem selben Buchstaben an. Und wenn wir mal ehrlich sind, klingt es auf den ersten Blick auch gleich. Doch während das eine für entzündliche Gelenkerkrankungen steht, beschreibt das andere einen schmerzhaften, nicht heilbaren Verschleiß des Gelenkknorpels. Welche Ursachen und Symptome sich hinter beiden verbergen, erfahren Sie hier.

Was ist Arthritis?

Arthritis ist ein Sammelbegriff für entzündliche Gelenkerkrankungen. Das Wort stammt aus dem Griechischen: „arthron“ bedeutet Gelenk, „-itis“ steht für Entzündung. Genau das passiert bei einer Arthritis: Im Gelenk läuft eine Entzündungsreaktion ab.

Dabei greift die Entzündung nicht nur das Gelenk selbst an. Auch die Gelenkinnenhaut, umliegende Sehnen oder Schleimbeutel können betroffen sein. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann die Entzündung langfristig Knorpel, Knochen und damit die Beweglichkeit des Gelenks schädigen. Eine Arthritis kann grundsätzlich überall im Bewegungsapparat auftreten – von den Fingern bis zur Wirbelsäule. Besonders häufig betroffen sind Hände, Finger, Knie oder Füße.1

Ärzte unterscheiden verschiedene Formen der Erkrankung

Von einer Monarthritis sprechen sie, wenn nur ein einzelnes Gelenk betroffen ist. Sind mehrere Gelenke entzündet, handelt es sich je nach Anzahl um eine Oligoarthritis oder Polyarthritis. Außerdem kann eine Arthritis akut oder chronisch verlaufen. Manche Beschwerden treten plötzlich innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. Andere entwickeln sich schleichend über Wochen oder Monate.2

Besonders tückisch: Entzündliche Gelenkerkrankungen betreffen oft nicht nur ältere Menschen. Auch jüngere Erwachsene und in seltenen Fällen sogar Kinder können erkranken. Die juvenile idiopathische Arthritis gilt als häufigste rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter.

Viele Betroffene bemerken zunächst unspezifische Beschwerden. Die Finger fühlen sich morgens steif an, das Öffnen einer Flasche fällt schwer oder Gelenke wirken plötzlich geschwollen. Gerade deshalb wird Arthritis anfangs nicht selten mit Überlastung oder normalen Alterserscheinungen verwechselt.

Welche Ursachen hat Arthritis?

Hinter einer Arthritis können ganz unterschiedliche Auslöser stecken:

Autoimmunerkrankungen

Die bekannteste Form ist die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt. Dabei richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe. Die Entzündung greift Gelenke an und kann langfristig Knorpel und Knochen schädigen.

Typisch ist, dass die Beschwerden häufig in den kleinen Finger- und Zehengelenken beginnen. Oft sind beide Körperseiten gleichzeitig betroffen.

Frauen erkranken häufiger als Männer. Laut Deutscher Rheuma-Liga beginnt die Erkrankung meist nach dem 50. Lebensjahr, kann aber grundsätzlich in jedem Alter auftreten.

Infektionen

Auch Bakterien, Viren oder Pilze können eine Gelenkentzündung auslösen. Besonders gefürchtet ist die bakterielle Arthritis, weil sie sich innerhalb kurzer Zeit verschlimmern kann.

Die Erreger gelangen entweder über das Blut ins Gelenk oder direkt von außen – etwa durch Verletzungen, Operationen oder Gelenkspritzen.

Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselstörungen wie Gicht können ebenfalls eine Arthritis verursachen. Dabei lagern sich Harnsäurekristalle im Gelenk ab und lösen dort Entzündungen aus.3

Auch interessant: Sollte man mit Arthrose Sport machen? Expertin gibt Antwort

Welche Symptome sprechen für Arthritis?

Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt unter anderem von der Ursache und vom Verlauf der Erkrankung ab. Manche Betroffene erleben plötzlich starke Schmerzen innerhalb weniger Tage, andere kämpfen über Monate mit schleichend zunehmenden Beschwerden.

Gerade entzündliche Gelenkerkrankungen verlaufen häufig in Schüben. Das bedeutet: Auf Phasen mit stärkeren Beschwerden folgen Zeiten, in denen sich die Symptome vorübergehend bessern können.4

Klassische Entzündungszeichen

Typisch sind Schwellungen, Rötungen, Überwärmung, Druckschmerz und eingeschränkte Beweglichkeit.

Viele Betroffene berichten außerdem über eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich nach dem Aufstehen lange unbeweglich an. Anders als bei Arthrose bessern sich die Beschwerden oft nicht sofort durch Bewegung.

Hinzu kommen bei manchen Betroffenen allgemeine Beschwerden wie:

  • Müdigkeit,
  • Erschöpfung,
  • Fieber,
  • Nachtschweiß
  • oder Gewichtsverlust.

Gerade die rheumatoide Arthritis betrifft nicht nur einzelne Gelenke, sondern kann den gesamten Körper beeinflussen. In schweren Fällen können auch Organe wie Lunge, Herz oder Augen beteiligt sein.

So wird Arthritis diagnostiziert

Um die Ursache der Beschwerden herauszufinden, kombiniert der Arzt verschiedene Untersuchungen. Zunächst erfolgt die Anamnese: Wann treten die Schmerzen auf? Welche Gelenke sind betroffen? Gibt es Vorerkrankungen oder familiäre Belastungen? Danach folgt die körperliche Untersuchung. Geschwollene oder überwärmte Gelenke liefern wichtige Hinweise.

Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, MRT oder CT infrage. Auch Blutuntersuchungen spielen eine wichtige Rolle. Dabei werden unter anderem Entzündungswerte wie CRP oder spezielle Antikörper bestimmt.

Wie wird Arthritis behandelt?

Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen. Denn unbehandelte Entzündungen können Gelenke dauerhaft schädigen. Gerade bei rheumatoider Arthritis gilt die frühe Therapie als entscheidend, um den Verlauf günstig zu beeinflussen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen müssen die Erreger möglichst schnell bekämpft werden – meist mit Antibiotika.

Bei rheumatoider Arthritis steht dagegen die Kontrolle der Entzündung im Vordergrund. Ziel ist es, dauerhafte Gelenkschäden zu verhindern. Zum Einsatz kommen unter anderem entzündungshemmende Medikamente, Kortison, sogenannte Basismedikamente, Biologika sowie Physio- und Ergotherapie.

Wichtig ist eine frühe Behandlung. Experten gehen davon aus, dass insbesondere die ersten Monate entscheidend dafür sein können, wie stark die Erkrankung später fortschreitet.

Was ist Arthrose?

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen überhaupt. Allein in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen. Besonders häufig beginnt die Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr. Frauen erkranken insgesamt etwas häufiger als Männer, was Experten unter anderem mit hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren erklären.5

Viele Betroffene bemerken die Erkrankung zunächst kaum. Die Beschwerden entwickeln sich langsam und werden deshalb oft lange verdrängt. Anfangs schmerzt das Knie nur nach längeren Spaziergängen, die Finger fühlen sich morgens steif an oder die Hüfte meldet sich nach dem Aufstehen. Mit der Zeit können selbst alltägliche Bewegungen zunehmend schwerfallen.

Im Gegensatz zur Arthritis entsteht Arthrose nicht primär durch eine Entzündung, sondern durch Veränderungen am Gelenkknorpel.

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. Anders als bei Arthritis steht hier keine Entzündung am Anfang, sondern der fortschreitende Verschleiß des Gelenkknorpels. Knorpel funktioniert wie eine glatte Schutzschicht zwischen zwei Knochen. Er sorgt dafür, dass Bewegungen möglichst reibungslos ablaufen und Stöße abgefedert werden.

Wird dieser Knorpel dünner oder zerstört, reiben Knochenflächen zunehmend aufeinander. Dadurch entstehen Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen. Besonders häufig tritt Arthrose an Knie, Hüfte, Fingern und der Wirbelsäule auf.

Wie entsteht Arthrose?

Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter. Im Laufe des Lebens müssen Gelenke enorme Belastungen abfangen. Das Kniegelenk federt bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts ab. Auch Hüfte, Sprunggelenke und Wirbelsäule sind täglich hohen Kräften ausgesetzt. Mit den Jahren verändert sich der Knorpelstoffwechsel, die Belastbarkeit nimmt ab und der Knorpel nutzt sich zunehmend ab.6

Daneben spielen Übergewicht, Fehlstellungen, frühere Verletzungen, starke körperliche Belastung, Bewegungsmangel und genetische Faktoren eine Rolle. Auch entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis können langfristig eine sogenannte sekundäre Arthrose begünstigen.

Typische Symptome der Arthrose

Viele Betroffene beschreiben Arthrose anfangs eher als unangenehmes Ziehen oder Spannungsgefühl. Erst mit der Zeit entwickeln sich daraus deutlich spürbare Schmerzen.

Charakteristisch ist, dass sich die Beschwerden meist langsam verstärken. Anders als bei entzündlichen Gelenkerkrankungen beginnt Arthrose oft unauffällig und wird deshalb lange unterschätzt. Arthrose entwickelt sich meist schleichend.

Ein frühes Warnsignal ist der sogenannte Anlaufschmerz. Nach längerem Sitzen oder morgens nach dem Aufstehen schmerzt das Gelenk bei den ersten Bewegungen. Nach kurzer Zeit bessern sich die Beschwerden oft. Später treten Schmerzen vor allem unter Belastung auf – etwa beim Gehen, Treppensteigen oder Tragen.7

Im fortgeschrittenen Stadium können dauerhafte Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Gelenksteifigkeit, Muskelverspannungen und Schwellungen hinzukommen. Manchmal entzündet sich ein arthrotisches Gelenk zusätzlich. Ärzte sprechen dann von einer aktivierten Arthrose. Das Gelenk wird warm, schwillt an und schmerzt stärker.

Wie wird Arthrose diagnostiziert?

Die Diagnose ist nicht immer sofort eindeutig. Denn Gelenkschmerzen können viele Ursachen haben – von Überlastung über Entzündungen bis hin zu Verletzungen. Deshalb versucht der Arzt zunächst herauszufinden, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie bestehen und ob bestimmte Bewegungen die Schmerzen verstärken.

Die Diagnose beginnt ebenfalls mit einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Anders als bei Arthritis zeigen Blutwerte bei Arthrose meist keine typischen Entzündungszeichen. Wichtige Hinweise liefern bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT.

Auf Röntgenbildern können Ärzte zum Beispiel erkennen, ob der Gelenkspalt schmaler geworden ist oder sich Veränderungen am Knochen gebildet haben.

Welche Behandlung hilft bei Arthrose?

Die Behandlung richtet sich vor allem danach, wie stark das Gelenk bereits geschädigt ist und wie sehr die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen. Beschädigter Knorpel lässt sich bislang nicht vollständig wiederherstellen. Deshalb zielt die Behandlung vor allem darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.

Besonders wichtig ist regelmäßige Bewegung. Viele Experten sehen Bewegungsmangel sogar als einen Faktor, der Arthrose zusätzlich begünstigen kann. Denn Gelenke sind darauf angewiesen, bewegt zu werden. Nur so wird die Gelenkflüssigkeit gleichmäßig verteilt und der Knorpel mit Nährstoffen versorgt.8

Denn viele Betroffene schonen ihre Gelenke aus Angst vor Schmerzen – doch genau das kann die Beschwerden langfristig verschlimmern. Bewegung verbessert die Versorgung des Knorpels und stärkt die Muskulatur rund um das Gelenk. Besonders geeignet sind gelenkschonende Bewegungsformen wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder regelmäßige Spaziergänge. Sie halten die Gelenke beweglich, ohne sie übermäßig zu belasten.

Diese Sportarten sollte man meiden

Weniger günstig sind dagegen Sportarten mit abrupten Stopps und schnellen Richtungswechseln, etwa Tennis, Fußball oder Volleyball. Dabei wirken hohe Kräfte auf die Gelenke.

Zusätzlich kann Physiotherapie helfen, die Muskulatur rund um das betroffene Gelenk zu stärken. Denn kräftige Muskeln stabilisieren die Gelenke und können Schmerzen reduzieren. Oder können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden.

Bei stark fortgeschrittener Arthrose kann eine Operation notwendig werden – etwa ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk.

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Arthritis vs. Arthrose – der entscheidende Unterschied

Der entscheidende Unterschied liegt in der Ursache: Arthritis ist eine Entzündung, Arthrose dagegen ein Verschleißprozess. Daher unterscheiden sich häufig auch die Schmerzen.

Bei Arthrose treten Beschwerden anfangs meist unter Belastung auf und bessern sich oft nach etwas Bewegung. Arthritis verursacht dagegen häufig Ruheschmerzen sowie deutliche Entzündungszeichen wie Schwellungen, Rötungen und Überwärmung. Dennoch verschwimmen die Grenzen manchmal. Denn eine Arthrose kann sich entzünden. Dann sprechen Ärzte von einer aktivierten Arthrose. Für Betroffene ist der Unterschied deshalb oft schwer zu erkennen.9

Wann sollten Gelenkbeschwerden ärztlich abgeklärt werden?

Gelenkschmerzen sollten ernst genommen werden, wenn sie länger anhalten, Gelenke anschwellen, Überwärmung oder Rötungen auftreten, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist oder plötzlich starke Beschwerden entstehen. Auch Fieber in Verbindung mit Gelenkschmerzen sollte ärztlich abgeklärt werden. Gerade entzündliche Gelenkerkrankungen sollten möglichst früh erkannt werden, um dauerhafte Schäden zu verhindern.

Quellen

  1. Schön Klinik Gruppe. Arthritis. ( aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  2. DocCheck Flexikon. Arthritis. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  3. Deutsche Rheuma Liga. Rheumatoide Arthritis. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  4. Gelenk Klinik. Arthritis. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  5. Deutsche Rheuma Liga. Arthrose. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  6. Gesundheitsinformation.de. Arthrose. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  7. AOK. Arthrose - Was tun bei Gelenkschmerzen. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  8. Apotheken Umschau. Wie Arthrose entsteht, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎
  9. Rheumaliga. Arthrose. (aufgerufen am 16.05.2026) ↩︎

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