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Studie

Vorliebe für schwarzen Kaffee und dunkle Schokolade ein Glücksfall

schwarzer Kaffee Gene: Tasse mit schwarzem Kaffee, Kaffeebohnen und dunkle Schokolade
Kaffee mit Milch und/oder Zucker oder schwarz, dunkle Schokolade oder Vollmilchschokolade – über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streitenFoto: Getty Images

Sie bevorzugen Ihren Kaffee schwarz und Ihre Schokolade möglichst dunkel? Laut einer aktuellen Studie ist die Vorliebe für diese Genussmittel keine Geschmackssache, sondern eine Frage der Gene und laut einer beteiligten Forscherin ein Glücksfall.

Moderate Mengen Kaffee, also zwischen zwei und fünf Tassen täglich, gelten als gesund – sofern man Zucker, Sahne und Co. weglässt. Wer sich daran hält und auch sonst einen ausgewogenen Lebensstil führt, darf sich über eine verbesserte Herzgesundheit, flottere Gehirnzellen und über ein insgesamt längeres Leben freuen. Allerdings ist schwarzer Kaffee nicht jedermanns Sache und sich dazu zu zwingen, eher zwecklos – denn laut einer neuen Studie der „Northwestern Feinberg School of Medicine“ in Chicago liegt die Vorliebe für das dunkle Gebräu in Pur an den Genen. Und besagte Gene wiederum, „mögen“ auch die gesündere dunkle Schoki besonders gern.

Wie die Gene einen „lehren“, schwarzen Kaffee zu lieben

Wer also das Glück hat, „Kaffee-Gene“ zu besitzen, hat demnach den Vorteil, das im Kaffee enthaltende Koffein schneller und damit besser zu verstoffwechseln, heißt es der Untersuchung, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde.1 Der Vorteil offenbart sich, indem der Kaffeetrinker nach seinem Tässchen weder unter Herzrasen noch unter sonstigen Stress-Symptomen leidet, sondern angenehm klar im Kopf und munter ist – der ideale Koffein-Rausch, sozusagen. Der Körper „merkt“ sich diesen Effekt und assoziiert die Bitterkeit des schwarzen Kaffees mit einem angenehmen Gefühl und geistiger Wachheit.

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Es ist nicht der Geschmack, sondern der Ruf der Gene

„Das ist interessant, weil diese Genvarianten mit einem besseren Koffein-Stoffwechsel und nicht mit dem Geschmack zusammenhängen“, erklärt die leitende Studienautorin Prof. Marilyn Cornelis in einer Mitteilung der Universität.2 „Diese Personen verstoffwechseln Koffein übrigens auch schneller, sodass auch die stimulierende Wirkung schneller nachlässt. Also müssen sie mehr trinken.“ Die Expertin sieht in diesem Mechanismus einen erlernten Effekt: „Wenn Betroffene an Koffein denken, denken sie an einen bitteren Geschmack, also genießen sie dunklen Kaffee und ebenso dunkle Schokolade.“

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Kaffee-Gene lieben dunkle Schokolade

Jene Gene, die schwarzen Kaffee bevorzugen, können demnach auch der Bitterkeit dunkler Schokolade nicht widerstehen. Dunkle Schokolade enthält ebenfalls Koffein, aber weit mehr von einer ebenso stimulierenden Verbindung namens Theobromin. Diese sorgt nicht nur für die bekannte Ausschüttung von Glückshormonen im Hirn, sondern stärkt nachweislich das Herz. Wer also mit dem Schwarzen-Kaffee-Gen geboren wurde, darf sich laut Cornelis glücklich schätzen: „Sie sind der genetische Gewinner einer Eigenschaft, die Ihnen einen Schub für Ihre Gesundheit geben kann.“

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Bitterstoffe aus der Nahrung gelten als besonders gesundheitsfördernd

Wer bitter schmeckende Nahrung bevorzugt, lebt in der Regel gesünder. Sie fördern nicht nur die Verdauung, regulieren den Säure-Basen-Haushalt und stärken das Immunsystem – sie sorgen auch dafür, dass man schneller satt wird und kurbeln die Fettverbrennung ab. Wer auf bittere Lebensmittel setzt, nimmt nachweislich schneller und gesünder ab. (FITBOOK berichtete). Studienleiterin Cornelis schließt daraus unter anderem: „Es könnte sein, dass Personen, die genetisch dazu veranlagt sind, mehr Kaffee zu konsumieren, auch andere gesunde Verhaltensweisen zeigen.“

Quellen

  1. Cornelis, M.C., van Dam, R.M. (2021) Genetic determinants of liking and intake of coffee and other bitter foods and beverages. Nature.
  2. Paul M. (2021). Why you drink black coffee: It’s in your genes. Northwestern Now

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